Dr. Günter Keil Energieexperte misstraut Merkels Energiewende

Dr. Günter Keil (AfD): „Dunkles Kapitel deutscher Energie- und Umweltpolitik“

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Dr. Günter Keil ist Mitglied der Partei Alternative für Deutschland (AfD) und  Sprecher von deren bundesweiten Arbeitsgruppe Energiepolitik. Der promovierte Ingenieur und frühere Mitarbeiter des Bundesforschungsministeriums war einst in der FDP, wechselte dann zur AfD.  Dr. Keil wendet sich entschieden gegen die von Merkel verordnete Energiewende und den Atomausstieg.

FreieWelt.net: Herr Dr. Keil, der „Atomausstieg“ ist wesentlicher Teil der Energiewende.  Wie beurteilen Sie die fachliche Kompetenz der „Ethik-Kommission“ deren Votum als Grundlage für den Ausstiegsbeschluss genommen wurde?

Dr. Keil: Die Ethik-Kommission wurde von Frau Merkel zur Neutralisierung des für sie höchst unangenehmen Votums der Reaktorsicherheits-Kommission RSK erfunden und dafür instrumentalisiert.

Die RSK hatte  nach dem Fukushima-Unfall allen deutschen Kernkraftwerken ein hohes Sicherheitsniveau bescheinigt. Im internationalen Vergleich stehen sie auch hervorragend da, was nicht zuletzt der ständigen, von den deutschen Regierungen geforderten und vollzogenen sicherheitstechnischen Nachrüstungen zu verdanken ist.

Die Ethik-Kommission enthielt keinen einzigen Energieexperten, dafür aber zwei Bischöfe. Bei auch nur geringer Fähigkeit zur Selbstkritik und angesichts der ihr zugedachtenn offensichtlichenRolle als Anti-RSK hätten diese Personen eigentlich diese Zumutung zurückweisen müssen.

Statt dessen spielte diese Kenntnis-lose Gruppe brav ihre Rolle und lieferte die gewünschte  Stellungnahme ab. Allem Anschein nach auch noch stolz auf ihre Bedeutung.

Tatsächlich aber war das ein Tiefpunkt für alle beteiligten und ein dunkles Kapitel deutscher Energie- und Umweltpolitik.

FreieWelt.net: Nach dem „Energiekonzept“ der Bundesregierung sollen bis 2050 80 % des Stromes aus „Erneuerbaren“ Quellen kommen. Der ForschungsVerbund Erneuerbare Energien (FVEE) hält in einer kürzlich veröffentlichten Studie sogar  100 % für machbar.  Wie beurteilen Sie die Erreichbarkeit beider Visionen?

Dr. Keil: Von den sogenannten „Erneuerbaren“ sind Solarstrom und Windstrom wegen ihrer Tageslicht- und  Wetterabhängigkeit vollkommen ungeeignet, Deutschland auch nur zu 50% mit Strom zu versorgen.

Dafür sorgen die auch von der deutschen Regierung nicht steuerbaren Hochdruckgebiete, die tagelang – oft auch wochenlang – alle Windräder still stehen lassen, und zwar von den Azoren bis nach Rumänien, wie es gerade jetzt im Juli 2013 geschieht.

Daran ändert sich auch nichts , wenn die zehnfache Anzahl von Windrädern Deutschlands Landschaften besetzt: Dann steht eben die 10-fache Zahl von Windkraftanlagen still.

Und die Photovoltaik liefert nur an sonnigen Tagen zwischen 9 und 15 Uhr im Sommer Strom; an bedeckten Tagen kaum etwas; Nachts gar nichts – und im Winter nahezu nichts von Anfang November bis Ende Februar.

Dazu muss für den gesamten Stromverbrauch Deutschlands die gesamte Stromversorgung fast doppelt errichtet werden: Kohle- und Gaskraftwerke müssen das übernehmen, unterstützt durch Importstrom – der übrigens zum größten Teil Kernkraftstrom ist.

Das 100-Prozent-Ziel ist prinzipiell erreichbar, wenn einem der Preis egal ist: Man muss auf die unzuverlässige Solar- und Windstromerzeugung  verzichten und das ganze Land auf Biogasstrom plus etwas Wasserkraft umstellen. Biogas ist speicherbar und Biogas-gefeuerte Gasturbinen könnten immer laufen, ganz nach Bedarf. Das Unangenehme dabei: Man müsste den größten Teil der deutschen Landwirtschaft aufgeben und ausschließlich Mais und Raps anbauen.  Ganz Deutschland eine Monokultur, die mit enormem Aufwand an Kunstdünger und Pestiziden stabil gehalten werden müsste. Die Artenvielfalt müsste man leider ebenfalls opfern.  Und die Strompreise würden einen weiteren, gewaltigen Sprung nach oben machen.

Die Kausalkette Landschaftszerstörung – Strompreisexplosion – Energiearmut – Industrie-Exodus und Bürgeraufstand würde keine Regierung überstehen.

FreieWelt.net: Zum Wesen der „Erneuerbaren“ aus Wind und Sonne gehört die unstete Verfügbarkeit gepaart mit heftiger Volatilität bei Verfügbarkeit. Beide Eigenschaften  sin naturgesetzlich gegeben und nicht veränderbar, und stehen damit einer bedarfsgerechten Versorgung diametral gegenüber. Wie beurteilen Sie die Chancen, diese naturgesetzlichen Schwächen  zu  wettbewerbsfähigen Kosten auszugleichen?

Dr. Keil: Die naturgesetzlichen Schwächen von Wind- und Solarstrom könnten einzig und allein Pumpspeicherkraftwerke zu erträglichen Kosten ausgleichen.  Diese Anlagen aber fehlen in Deutschland fast völlig. Ihre derzeitige  Leistung beträgt 7.000 MW, mit denen sich rund 40.000 MWh (Megawatt-Stunden) an Strom erzeugen lassen, wenn sie komplett leer laufen. Der durchschnittliche Tagesverbrauch liegt aber bei 450 TWh (Terawatt-Stunden = Milliarden Kilowattstunden) , was bedeutet, dass man das 313-fache an heute installierter Pumpspeicherkapazität benötigt, wenn man eine 10-tägige Flaute überbrücken wollte, in der es keinen Windstrom gibt.

Aber selbst der Bau der wenigen, geologisch noch möglichen Pumpspeicherkraftwerke ist durch Bürgerwiderstand gefährdet, wie das kürzlich von Trianel aufgegebene Projekt am Rur-See zeigte.

Ein von der Politik geschätztes Märchen sind die norwegischen Wasserkraftwerke, die angeblich zu Pumpspeichern umgebaut werden könnten, woraufhin dann – nach dem Bau vieler Hochspannungs-Seekabel von Norwegen nach Deutschland – endlich Speicher für überflüssigen deutschen Windstrom vorhanden wären.

Ob die dortigen Wasserkraftwerke teuer umgebaut werden könnten, ist die eine Frage. Falls sie am Meer liegen, verbietet das für Turbinen schädliche Salzwasser einen solchen Umbau. Viele Hochspannungs-Seekabel müssten nach Deutschland verlegt werden; leider gibt es da starke Konkurrenz, denn Engländer, Niederländer und Franzosen wollen das ebenfalls.

Bleiben noch die Norweger, die die damit verbundenen höheren Strompreise fürchten und vermutlich alle derartigen Pläne ablehnen werden.

Es bleiben dann zum Ausgleich der Schwankungen nur unsere teuren Gaskraftwerke, die aber fast alle von der Stilllegung bedroht sind, weil ihre ehemals ertragsreichen Betriebsstunden als Spitzenlastlieferanten so stark gesunken sind, dass sie unrentabel wurden. Eine Folge der kurzzeitigen, aber dann starken Solarstrom-Einspeisung zur Mittagszeit, was den Börsenpreis für Strom abstürzen lässt.

So stören die hochsubventionierten EEG-Stromeinspeisungen nicht nur die Netzstabilität, sie ruinieren auch noch die Rentabilität der einzigen Kraftwerke, die zum Ausgleich der Schwankungen dringend benötigt werden.

Dies führt zu einer weiteren Kettenreaktion des Subventions-Irrsinns, denn nun ist die Regierung dabei, die von Stilllegung bedrohten Kraftwerke  zur „Kapazitätsreserve“ zu ernennen, im Klartext: Die Subvention auch noch dieser überwiegend still stehenden Kraftwerke.

Das ist die bisherige Politik: Jede Fehlentscheidung durch eine neue, noch teurere Fehlentscheidung zu „reparieren“.

Was die gerne von Politikern beschworenen neuen Speichertechnologien betrifft: Reden wir doch noch einmal in 20 Jahren darüber. So lange dauert es mindestens bis zur Marktreife. Dann haben wir vielleicht adiabatische Druckluftspeicher. Ob die auch bezahlbar sein werden, ist eine gute Frage.

FreieWelt.net: Ebenfalls gehört zum Wesen aller „Erneuerbaren“ aus Wind, Sonne oder Energiepflanzen die sehr geringe Energiedichte der Energieträger. Wie sehen Sie für bestimmte Quellen, wie die Chancen von z.B.Offshore Windanlagen  mit einem rel. hohen Nutzungsgrad brauchbaren Strom zu international konkurrenzfähigen Preise zu erzeugen? Wie die der anderen Quellen?

Dr. Keil: „Brauchbarer Strom zu international konkurrenzfähigen Preisen“ könnten aus den oben genannten Gründen allein Kohle- und Kernkraftwerke liefern, denn nur sie – abgesehen von den wenigen Wasserkraftwerken – können den unverzichtbaren Grundlaststrom, der immer lieferbar ist, zu akzeptablen Kosten erzeugen.

Auch die Offshore-Windkraft ändert nichts daran, weil auch sie wettwebedingt und damit völlig unzuverlässig ist. Man muss beachten, dass die gerne angeführten  „Volllaststunden“  nur ein rechnerischer Jahres-Mittelwert sind, der nichts über die reale Lieferbarkeit von Strom zu einem gewünschten Zeitpunkt aussagt.

An den extremen Schwankungen des Windstroms ändert es nichts, ob die Anlagen auf dem Land oder im Meer stehen: „Null“ bei Flaute bis „Maximum“ bei maximal zulässiger Windstärke und wiederum „Null“ bei Überschreiten dieser Windstärke.

Die relativ kleine Meeresfläche, auf der die deutschen Offshore-Windparks stehen sollen, bedeutet exakt das gleiche Wetter für alle. Nichts gleicht sich da gegenseitig aus.

Also Stromversorgung im Takte der Tiefdruckgebiete ? Das ist keine Versorgung, sondern ein energiewirtschaftlicher Albtraum.

FreieWelt.net: Die Befürworter der „Erneuerbaren“ werben mit dem griffigen Slogan „Wind und Sonne schicken keine Rechnung!“ der von dem Journalisten und grünen Aktivisten Franz Alt in die Welt gesetzt wurde. Was halten Sie diesen  Leuten entgegen?

Dr. Keil: Den schönen Satz „Die Sonne schickt keine Rechnung“ habe ich etwas abgeändert. Jetzt lautet er:

„Die Sonne schickt leider gepfefferte Rechnungen; unsere Regierung besorgt das Inkasso – und das Geld kriegen die Chinesen“.

(AB)

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Karin Weber

Ich halte die Energiewende für reinen populistischen Schwachfug einer lobbysierenden Teils der politischen Klasse. Der Rest dieses dementen Haufens folgt aus Alternativlosigkeit und Unkenntnis dieser Argumentation. Fährt man jetzt in den Ferien quer durch Deutschland, ist man tlw. schockiert darüber, wie gerade die Politik der Umwelt-Gutmenschen genau diese zu schützende Natur verschandelt haben. Hier wurde ein finanz-ökologisches System geschaffen, welches die Natur schneller zerstört, als sie wie vorgegeben zu erhalten. Den Preis für diesen Irrsinn zahlen die Bürger und nicht die dummen Politiker und gierigen Öko-Unternehmen.

Der Grundfehler in diesem Lande ist, dass es keine seriöse Wissenschaft mehr gibt. Diese ist mittlerweile so verhurt, dass man irgendwelchen Studien keinen Glauben mehr schenken kann. Ich vergleiche das immer mit Medikamenten: Den Pharmaunternehmen geht es nicht darum Menschen zu helfen, sondern damit zu verdienen. Diesem Ziel wird alles untergeordnet, auch die Gesundheit der Menschen.

Um aus diesem Schlamassel wieder herauszukommen, müssten wir Wissenschaftlern unabhängiges Arbeiten/Forschen ermöglichen. Wir brauchen Leute, die dabei weiterdenken, als nur eine Wahlperiode, die mal 50-100 Jahre versuchen nach vorn zu schauen und grundlegende Weichen stellen. Das ist schwierig und wird unter dem Druck der Bildungsmisere und Abschaffung des Wissenschaftsstandortes Deutschland durch die derzeitige politische Klasse fast völlig unmöglich. Genau aus diesem Grund finde ich es richtig, wenn sich eine Parallelgesellschaft entwickelt, die eines Tages mit ihrem Wissen und Können die politische Klasse in diesem Land komplett ablöst.

Es ist in diesem Land, unter dem Diktat der GenderHonks, Polit-/Wirtschaftskasper wieder so etwas wie „Aufbruchstimmung“ zu bemerken. Die sogenannten Volksparteien werden bald dem demographischen Wandel zum Opfer fallen. Nutzen wir diese Chance und wählen Menschen, die wieder Politik für die Bürger und Umwelt machen.

Gravatar: Michael Ziefle

Sehr geehrter Herr Becker,
meine Frage an Sie, von wem sollte ich indoktriniert worden sein?
Was die Lufthoheit über den Stammtischen angeht in Bezug auf das Thema Energiewende liegt doch klar bei Grün eingefärbter Ideologie. Zu meiner Schulzeit gab es noch keine AKWs, erst vier Jahre später 1972. Ich war auch nicht in einer dazugehörigen "Nuklear" Branche beschäftigt. Ihrem Hinweis auf Motorölentsorgung in Deutschland kann ich nicht ganz folgen. Trauen Sie den Deutschen das nicht zu, es ordentlich zu machen. Ach so, Sie meinen die Deutschen wären nicht in der Lage ein geeignetes Endlager zu finden und zu "betreuen". Da sind uns unsere Nachbarn bestimmt voraus, auf die kann man sich bestimmt mehr verlassen als auf die Deutschen. Ironie!
Da Sie aber bestimmt Atomphysiker sind, wissen Sie bereits von amorphem Thorium, wo man also das Uran mit diesem Stoff substituiert. Vielleicht auch schon von Transmutation gehört. Nicht Science-Fiction, gibt es wirklich, dauert noch zehn, zwanzig Jahre. Habe ja geschrieben in einigen Jahren.
Vergessen Sie nicht bei Ihren Sicherheitsüberlegungen, dass wir von "Feinden“ umzingelt sind. Auch die Ukraine baut zu ihren vierzehn bestehenden zwei neue AKWS hinzu. Trotz unseres enormen „Spargelanbaus“.

Gravatar: Christian Becker

Nein, ich bin kein Atomphysiker. Ich habe lediglich daraufhungewisesen, dass Ihr Satz “und vielleicht schon eine Lösung in einigen Jahren finden werden, für das Endlagerproblem” in Bezug auf Atommüll bei der gleichzeitigen Handhabung der Nachweisbarkeit (im voraus) der Öltropfenentsorgung eines Autoteileladens auf eine Indoktrination hinweist.

Gravatar: Christian Becker

Sehr geehrter Herr Dampf,
"oppositionelle Medien"... äh, was soll das sein? CDU und FDP hatten eine klare Mehrheit als die Kanzlerin die "Energiewende" verkündete. Sie hat das getan, weil sie wußte, dass ein Festhalten an der Atomenergie der CDU das Genick brechen würde. Die AfD kann ja versuchen, irgendeinen Koalitionspartner zumgemeinsamen Genickbruch zu überreden - Schade dann für mich, muß ich halt doch FW wählen - davon wird die Welt aber nicht untergehen. Wer weiß, vielleicht kommen die durch diese Schützenhilfe dann doch noch in den BT. "Fukushima=O Tote" - oh je, na ja, Sie kriegen in der Gegend dort bestimmt ein günstiges Ferienhaus - oder noch besser: Weißrussland. Viel Spass dort!
Und zu dieser leidlichen Nachbarschaftsargumentation: Österreich und die Schweiz sind nicht nur Nachbarn, sonder sogar wesensverwandte Bruderstämme. Letzteres das vernünftigste Land in Europa.

Gravatar: Michael Ziefle

Sehr geehrter Herr Becker,
Sie wollen damit dokumentieren, dass die Wühlarbeit der Grünen gefruchtet hat. Da haben Sie vollkommen Recht. Aber die Grünen stehen nicht besonders auf Deutschland, wie immer einige Grünen Politiker zum Besten geben. Wir sind soweit ich weiß von der Industrie abhängig, auch der Wohlstand. Und dass man im Raum Fukushima zurzeit kein Ferienhaus kaufen kann, liegt vielleicht auch daran, dass es dort einen Tsunami gegeben hat, bei dem es Tausende von Toten gab. Aber die interessieren ja den berufsbetroffenen Deutschen nicht.
Ihre Auswahl der Nachbarn haben Sie aber sehr stark eingegrenzt. Ich glaube nicht, dass Ihnen die Schweizer oder Österreicher groß beipflichten werden, als Bruderstamm bezeichnet zu werden. Die Schweizer schon gar nicht, seit gewisse Politiker dort mit der Kavallerie argumentieren wollen, da sind die Schweizer recht eigen.
Der Haupteinnahmezweig der Österreicher sind Touristen, dafür braucht es nicht viel Strom. Dazu können die viel mit Wasserkraft machen.
Die Schweizer sind ein vernünftiges Land, deshalb haben sie den Atomausstieg auf nach 2040 eingeplant. Denn man weiß, wenn man sich etwas mit AKWs beschäftigt, dass es Neuentwicklungen geben wird, die in den nächsten zehn- zwanzig Jahren auf den Markt kommen werden. Stichwort Dual-Fluid-Reaktor, dieses Jahr für den Green Award vorgeschlagen. Auch deutsche Atomphysiker des IFK Berlin waren maßgeblich daran beteiligt.

Gravatar: Michael Ziefle

Sehr geehrte Frau Weber,

das haben Sie eindrucksvoll auf den Punkt gebracht!!!!

Gravatar: Elmar Oberdörffer

Sehr geehrter Herr Ermecke,
auch ich kann mich nicht entschließen, der AfD beizutreten, aus den gleichen Gründen, die Sie für sich anführen. Auch ich krititisiere den Entwurf der Expertenkommission unter Dr. Keil als viel zu lang und zu unbestimmt. Aber auch Ihr Entwurf ist für ein Wahlprogramm noch zu lang. Wer soll denn das lesen? Das Wahlprogramm enthält ja neben dem Punkt Energiepolitik noch etwa zehn weitere Punkte. Das gegenwärtige Wahlprogramm enthält zum Punkt Energiepolitik drei Aussagen, zu denen ich dem Vorstand der AfD in einem längeren Schreiben schon im März folgendes geschrieben habe:

"Zu den Forderungen der AfD zur Energiepolitik:

"Wir fordern ein nachhaltiges Energiekonzept für bezahlbare Energie. Es ist unzumutbar, dass die Bevölkerung mit drastisch steigenden Preisen für die kopf- und konzeptionslose Politik der Bundesregierung büßen muss."

Der Begriff "Nachhaltig" ist inzwischen zu einer nichtssagenden Worthülse verkommen. Verzichten Sie darauf! Bei der "Energiewende" der Bundesregierung geht es vor allem um die Stromversorgung. Der Strom also muß bezahlbar sein, aber außerdem muß er zuverlässig jederzeit verfügbar sein, das ist genauso wichtig. Die Politik der Bundesregierung ist durchaus nicht konzeptionslos, nur verfolgt die Bundesregierung ein falsches und schädliches Konzept. Daß sie dabei auch oft kopflos vorgeht, ist offensichtlich. Ich schlage der AfD vor, ihre bisherige Forderung zu ersetzen durch:

Wir fordern das Ende der Energiewende und die Rückkehr zu einer zuverlässigen, preiswerten und sicheren Stromversorgung durch thermische Kraftwerke, wie sie sich über Jahrzehnte hinweg bewährt hat.

"Wir fordern eine Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG). Es ist unsozial, Subventionen für Sonnen- und Windenergie durch die Strompreise zu finanzieren."

Das EEG muß nicht reformiert, es muß abgeschafft werden. Bestehenden EE-Anlagen sind die zugesicherten Einspeisevergütungen noch bis zum Ende der jeweiligen Vertragslaufzeit zu gewähren, aber es dürfen keine neuen Anlagen mehr durch staatlich garantierte und überhöhte Einspeisevergütungen gefördert werden. Es ist nicht nur unsozial, es ist geradezu antisozial, daß in der Regel wohlhabende EE-Anlagenbetreiber ihren überteuerten und überflüssigen Ökostrom den im Durchschnitt deutlich weniger wohlhabenden, auch armen Stromverbrauchern mit staatlichem Zwang aufdrängen und sich so bereichern dürfen. Ich schlage der AfD vor, ihre bisherige Forderung zu ersetzen durch:

Wir fordern die Streichung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes. Bestehende EE-Anlagen erhalten die zugesicherte Einspeisevergütung bis zum Ende ihrer Vertragslaufzeit, neue EE-Anlagen werden nicht mehr gefördert.

"Wir fordern, dass Subventionen für erneuerbare Energien statt dessen aus dem allgemeinen Steueraufkommen finanziert werden. Es muss offengelegt werden, welche Energieart wie stark subventioniert wird."

Warum sollen "Erneuerbare Energien" überhaupt subventioniert werden? Sie haben keinerlei erkennbaren Nutzen, richten hingegen deutlich erkennbare Schäden an. Und auch wenn die Subventionen "aus dem allgemeinen Steueraufkommen" finanziert werden, bezahlt sie letztlich der Verbraucher, wer denn sonst? Er bekommt dann eben eine frisierte Stromrechnung, die ihn über die wahren Stromkosten täuscht. Ich schlage der AfD vor, ihre bisherige Forderung zu ersetzen durch:

Wir fordern das Ende jeglicher Subventionen auf dem Energiesektor. Subventionen führen immer dazu, daß Kapital in unwirtschaftliche Vorhaben fehlgeleitet wird und damit wirtschaftlich bessere Vorhaben gehemmt werden."

Leider sind meine Vorschläge im Vorstand der AfD ohne jede Resonanz geblieben.

Gravatar: Michael Ziefle

Lieber Gast auf Erden,
habe ich mich so schlecht ausgedrückt?
Natürlich meinte ich die umliegenden Länder, wie wollen Sie das denn abstellen. Ich bin der Gast auf Erden, oder wie? Dort einmarschieren und die AKWs abstellen. Wie habe ich mir ihre Idealwelt vorzustellen? Der Atommüll wird ja schon in Atomkraftwerken zwischengelagert. Die Politik tut sich schwer mit dem finden eines Endlagers. Vattenfall oder andere können schließlich nicht bestimmen, dass das Endlager im Garten von Michael Ziefle zu errichten sei. In Finnland haben sich Dutzende von Kommunen gemeldet für ein Endlager. Ich habe dies hier auch schon jetzt x-mal geschrieben. In der Zukunft gibt es die Transmutation, wird wohl noch 20-30 Jahre dauern, bis man damit nuklearen Abfall beseitigen kann. Aber wenn man in dieser Richtung nicht mehr forscht, ist man halt irgendwann ein Entwicklungsland.
Dazu gibt es bald neue Kernrektoren sogenannte Dual-Fluid-Reaktoren. Aber lesen Sie es nach, habe ich hier auch schon geschrieben. Besser die Landschaft verspargeln und irgendwann dumm dastehen. Ach ich vergaß, nur die Deutschen sind ja intelligent.

Gravatar: Michael Ziefle

möchte meinen letzten Satz kommentieren. Dieser war natürlich zum Teil ironisch gemeint!
Da fiel mir ein, Russland hatte uns ja mal angeboten in Richtung Endlager Kapazitäten einzuräumen (17 000. 000 qkm, 8 Einw. qkm). Doch die stolzen Deutschen wollen davon nichts wissen. Wir Endlagern unseren Atommüll selbst, den wir aber doch nicht selbst endlagern wollen. Hier sollte man den Psychiater aufsuchen.
Vielleicht ist ja in einigen Jahren ein Endlager gar nicht mehr nötig, denn es gibt ja neuartige Verfahren in der Entwicklung. Und die Deutschen Physiker der IFK Berlin haben ja federführend an der Entwicklung eines neuen Dual-Fluid-Reaktors mitgearbeitet. Das Motto heißt deshalb:
"Heutige Kernenergie ist umweltfreundlich. Der DFR noch viel mehr".
Deshalb stimmt es natürlich schon, dass es in Deutschland immer noch sehr viele intelligente Menschen gibt, die auch hier Auswege finden werden. Doch werden diese von inkompetenten Politikern immer mehr gegängelt und behindert!!! Und die Bevölkerung ist einer ständigen Propaganda durch die Medien ausgesetzt.

Gravatar: Jörg Bellmann

Eine Stimme für die AfD kann es nur geben, wenn sie sich eindeutig positioniert

- f ü r die Energiewende
- g e g e n Atomenergie

- f ü r den vegetarischen Tag der Frau Künast zum Nutzen für Umwelt und Gesundheit

- g e g e n den nationalen Ausverkauf zur Rettung eines nicht lebensfähigen Kunst-Euros

- f ü r eine Familienpolitik, bei der Eltern und nicht der Staat das Sagen haben
- f ü r eine Familienpolitik, die nicht Eltern dazu verdonnert, auch noch über die Umsatzsteuer (Mehrwert- und Ökosteuer) für den Kindesunterhalt die Renten Kinderloser finanzieren zu müssen
- f ü r eine Familienpolitik, bei der Kinderlose ihre Rente selbst finanzieren, was voll gerecht ist
- g e g e n ein parasitäres Steuer- und Rentensystem, wo Eltern immer die Dummen sind

- g e g en die Versklavung peripherer Staaten, weil von der Politik irregeführte kinderlose Deutsche im Alter Versorger brauchen und dann auf Abruf installierte Finanzblasen bespeisen lassen wollen und schon heute damit, weil die Bilanzen zwangsläufig divergieren müssen, ganz Europa spalten

Pure Realpolitik ist gefragt!

Lassen wir doch mal die Lobbyisten aller Couleur im Schrank.

Man kann ganz gut organisieren, energieintensive Industrien in Wind/Sonne-Engpassphasen schlagartig (mit finanziellem Ausgleich) ruhen zu lassen.
Das sind G r ö ß e n o r d n u n g e n, die n i c h t parallel vorgehalten werden müssen.

Der Herr hier w i l l das aber gar scheinbar gar nicht kennen.

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