Dr. Günter Keil Energieexperte misstraut Merkels Energiewende

Dr. Günter Keil (AfD): „Dunkles Kapitel deutscher Energie- und Umweltpolitik“

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Dr. Günter Keil ist Mitglied der Partei Alternative für Deutschland (AfD) und  Sprecher von deren bundesweiten Arbeitsgruppe Energiepolitik. Der promovierte Ingenieur und frühere Mitarbeiter des Bundesforschungsministeriums war einst in der FDP, wechselte dann zur AfD.  Dr. Keil wendet sich entschieden gegen die von Merkel verordnete Energiewende und den Atomausstieg.

FreieWelt.net: Herr Dr. Keil, der „Atomausstieg“ ist wesentlicher Teil der Energiewende.  Wie beurteilen Sie die fachliche Kompetenz der „Ethik-Kommission“ deren Votum als Grundlage für den Ausstiegsbeschluss genommen wurde?

Dr. Keil: Die Ethik-Kommission wurde von Frau Merkel zur Neutralisierung des für sie höchst unangenehmen Votums der Reaktorsicherheits-Kommission RSK erfunden und dafür instrumentalisiert.

Die RSK hatte  nach dem Fukushima-Unfall allen deutschen Kernkraftwerken ein hohes Sicherheitsniveau bescheinigt. Im internationalen Vergleich stehen sie auch hervorragend da, was nicht zuletzt der ständigen, von den deutschen Regierungen geforderten und vollzogenen sicherheitstechnischen Nachrüstungen zu verdanken ist.

Die Ethik-Kommission enthielt keinen einzigen Energieexperten, dafür aber zwei Bischöfe. Bei auch nur geringer Fähigkeit zur Selbstkritik und angesichts der ihr zugedachtenn offensichtlichenRolle als Anti-RSK hätten diese Personen eigentlich diese Zumutung zurückweisen müssen.

Statt dessen spielte diese Kenntnis-lose Gruppe brav ihre Rolle und lieferte die gewünschte  Stellungnahme ab. Allem Anschein nach auch noch stolz auf ihre Bedeutung.

Tatsächlich aber war das ein Tiefpunkt für alle beteiligten und ein dunkles Kapitel deutscher Energie- und Umweltpolitik.

FreieWelt.net: Nach dem „Energiekonzept“ der Bundesregierung sollen bis 2050 80 % des Stromes aus „Erneuerbaren“ Quellen kommen. Der ForschungsVerbund Erneuerbare Energien (FVEE) hält in einer kürzlich veröffentlichten Studie sogar  100 % für machbar.  Wie beurteilen Sie die Erreichbarkeit beider Visionen?

Dr. Keil: Von den sogenannten „Erneuerbaren“ sind Solarstrom und Windstrom wegen ihrer Tageslicht- und  Wetterabhängigkeit vollkommen ungeeignet, Deutschland auch nur zu 50% mit Strom zu versorgen.

Dafür sorgen die auch von der deutschen Regierung nicht steuerbaren Hochdruckgebiete, die tagelang – oft auch wochenlang – alle Windräder still stehen lassen, und zwar von den Azoren bis nach Rumänien, wie es gerade jetzt im Juli 2013 geschieht.

Daran ändert sich auch nichts , wenn die zehnfache Anzahl von Windrädern Deutschlands Landschaften besetzt: Dann steht eben die 10-fache Zahl von Windkraftanlagen still.

Und die Photovoltaik liefert nur an sonnigen Tagen zwischen 9 und 15 Uhr im Sommer Strom; an bedeckten Tagen kaum etwas; Nachts gar nichts – und im Winter nahezu nichts von Anfang November bis Ende Februar.

Dazu muss für den gesamten Stromverbrauch Deutschlands die gesamte Stromversorgung fast doppelt errichtet werden: Kohle- und Gaskraftwerke müssen das übernehmen, unterstützt durch Importstrom – der übrigens zum größten Teil Kernkraftstrom ist.

Das 100-Prozent-Ziel ist prinzipiell erreichbar, wenn einem der Preis egal ist: Man muss auf die unzuverlässige Solar- und Windstromerzeugung  verzichten und das ganze Land auf Biogasstrom plus etwas Wasserkraft umstellen. Biogas ist speicherbar und Biogas-gefeuerte Gasturbinen könnten immer laufen, ganz nach Bedarf. Das Unangenehme dabei: Man müsste den größten Teil der deutschen Landwirtschaft aufgeben und ausschließlich Mais und Raps anbauen.  Ganz Deutschland eine Monokultur, die mit enormem Aufwand an Kunstdünger und Pestiziden stabil gehalten werden müsste. Die Artenvielfalt müsste man leider ebenfalls opfern.  Und die Strompreise würden einen weiteren, gewaltigen Sprung nach oben machen.

Die Kausalkette Landschaftszerstörung – Strompreisexplosion – Energiearmut – Industrie-Exodus und Bürgeraufstand würde keine Regierung überstehen.

FreieWelt.net: Zum Wesen der „Erneuerbaren“ aus Wind und Sonne gehört die unstete Verfügbarkeit gepaart mit heftiger Volatilität bei Verfügbarkeit. Beide Eigenschaften  sin naturgesetzlich gegeben und nicht veränderbar, und stehen damit einer bedarfsgerechten Versorgung diametral gegenüber. Wie beurteilen Sie die Chancen, diese naturgesetzlichen Schwächen  zu  wettbewerbsfähigen Kosten auszugleichen?

Dr. Keil: Die naturgesetzlichen Schwächen von Wind- und Solarstrom könnten einzig und allein Pumpspeicherkraftwerke zu erträglichen Kosten ausgleichen.  Diese Anlagen aber fehlen in Deutschland fast völlig. Ihre derzeitige  Leistung beträgt 7.000 MW, mit denen sich rund 40.000 MWh (Megawatt-Stunden) an Strom erzeugen lassen, wenn sie komplett leer laufen. Der durchschnittliche Tagesverbrauch liegt aber bei 450 TWh (Terawatt-Stunden = Milliarden Kilowattstunden) , was bedeutet, dass man das 313-fache an heute installierter Pumpspeicherkapazität benötigt, wenn man eine 10-tägige Flaute überbrücken wollte, in der es keinen Windstrom gibt.

Aber selbst der Bau der wenigen, geologisch noch möglichen Pumpspeicherkraftwerke ist durch Bürgerwiderstand gefährdet, wie das kürzlich von Trianel aufgegebene Projekt am Rur-See zeigte.

Ein von der Politik geschätztes Märchen sind die norwegischen Wasserkraftwerke, die angeblich zu Pumpspeichern umgebaut werden könnten, woraufhin dann – nach dem Bau vieler Hochspannungs-Seekabel von Norwegen nach Deutschland – endlich Speicher für überflüssigen deutschen Windstrom vorhanden wären.

Ob die dortigen Wasserkraftwerke teuer umgebaut werden könnten, ist die eine Frage. Falls sie am Meer liegen, verbietet das für Turbinen schädliche Salzwasser einen solchen Umbau. Viele Hochspannungs-Seekabel müssten nach Deutschland verlegt werden; leider gibt es da starke Konkurrenz, denn Engländer, Niederländer und Franzosen wollen das ebenfalls.

Bleiben noch die Norweger, die die damit verbundenen höheren Strompreise fürchten und vermutlich alle derartigen Pläne ablehnen werden.

Es bleiben dann zum Ausgleich der Schwankungen nur unsere teuren Gaskraftwerke, die aber fast alle von der Stilllegung bedroht sind, weil ihre ehemals ertragsreichen Betriebsstunden als Spitzenlastlieferanten so stark gesunken sind, dass sie unrentabel wurden. Eine Folge der kurzzeitigen, aber dann starken Solarstrom-Einspeisung zur Mittagszeit, was den Börsenpreis für Strom abstürzen lässt.

So stören die hochsubventionierten EEG-Stromeinspeisungen nicht nur die Netzstabilität, sie ruinieren auch noch die Rentabilität der einzigen Kraftwerke, die zum Ausgleich der Schwankungen dringend benötigt werden.

Dies führt zu einer weiteren Kettenreaktion des Subventions-Irrsinns, denn nun ist die Regierung dabei, die von Stilllegung bedrohten Kraftwerke  zur „Kapazitätsreserve“ zu ernennen, im Klartext: Die Subvention auch noch dieser überwiegend still stehenden Kraftwerke.

Das ist die bisherige Politik: Jede Fehlentscheidung durch eine neue, noch teurere Fehlentscheidung zu „reparieren“.

Was die gerne von Politikern beschworenen neuen Speichertechnologien betrifft: Reden wir doch noch einmal in 20 Jahren darüber. So lange dauert es mindestens bis zur Marktreife. Dann haben wir vielleicht adiabatische Druckluftspeicher. Ob die auch bezahlbar sein werden, ist eine gute Frage.

FreieWelt.net: Ebenfalls gehört zum Wesen aller „Erneuerbaren“ aus Wind, Sonne oder Energiepflanzen die sehr geringe Energiedichte der Energieträger. Wie sehen Sie für bestimmte Quellen, wie die Chancen von z.B.Offshore Windanlagen  mit einem rel. hohen Nutzungsgrad brauchbaren Strom zu international konkurrenzfähigen Preise zu erzeugen? Wie die der anderen Quellen?

Dr. Keil: „Brauchbarer Strom zu international konkurrenzfähigen Preisen“ könnten aus den oben genannten Gründen allein Kohle- und Kernkraftwerke liefern, denn nur sie – abgesehen von den wenigen Wasserkraftwerken – können den unverzichtbaren Grundlaststrom, der immer lieferbar ist, zu akzeptablen Kosten erzeugen.

Auch die Offshore-Windkraft ändert nichts daran, weil auch sie wettwebedingt und damit völlig unzuverlässig ist. Man muss beachten, dass die gerne angeführten  „Volllaststunden“  nur ein rechnerischer Jahres-Mittelwert sind, der nichts über die reale Lieferbarkeit von Strom zu einem gewünschten Zeitpunkt aussagt.

An den extremen Schwankungen des Windstroms ändert es nichts, ob die Anlagen auf dem Land oder im Meer stehen: „Null“ bei Flaute bis „Maximum“ bei maximal zulässiger Windstärke und wiederum „Null“ bei Überschreiten dieser Windstärke.

Die relativ kleine Meeresfläche, auf der die deutschen Offshore-Windparks stehen sollen, bedeutet exakt das gleiche Wetter für alle. Nichts gleicht sich da gegenseitig aus.

Also Stromversorgung im Takte der Tiefdruckgebiete ? Das ist keine Versorgung, sondern ein energiewirtschaftlicher Albtraum.

FreieWelt.net: Die Befürworter der „Erneuerbaren“ werben mit dem griffigen Slogan „Wind und Sonne schicken keine Rechnung!“ der von dem Journalisten und grünen Aktivisten Franz Alt in die Welt gesetzt wurde. Was halten Sie diesen  Leuten entgegen?

Dr. Keil: Den schönen Satz „Die Sonne schickt keine Rechnung“ habe ich etwas abgeändert. Jetzt lautet er:

„Die Sonne schickt leider gepfefferte Rechnungen; unsere Regierung besorgt das Inkasso – und das Geld kriegen die Chinesen“.

(AB)

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Christian Becker

"Unbenommen sämtlicher wirtschaftlicher Erwägungen, ist die Sicherheitsfrage für mich persönlich prioritär".
Auch hier meine volle Zustimmung - eine Partei, an der angeblich so Viele "für Ihre Kinder" mitwirken, sollte sich ebenfalls daran orientieren. Ich freue mich über Ihr Engagement - Dank Leuten wie Ihnen ist die AfD immer noch die wahrscheinlichste Option bei dieser Bundestagswahl für mich. Weiter so und viel Erfolg!

Gravatar: Michael Ziefle

Hier wird von einigen Atomkraftgegnern die Problematik eines Endlagers für die Nächsten eine Million Jahre angesprochen. Von weiß ich wie vielen Generationen, bloß da gibt es keine Generationen mehr, zumindest keine Deutschen. Haben sie sich schon mal die Geburtenrate in Deutschland angesehen, was reden sie da von Millionen von Jahren, so einen Nonsens, wollen sie schon Vorbereitungen treffen, dass die Sonne nicht zum Roten Riesen mutiert, viel Vergnügen. Im andern Falle gibt es ja Länder, die noch Atomforschung betreiben und vielleicht schon eine Lösung in einigen Jahren finden werden, für das Endlagerproblem, schon mal darüber nachgedacht. Und dieses fokussiert sein nur auf Deutschland ist ja auch weltfremd, wenn Länder weiter auf AKWs setzen, die an Deutschland angrenzen.
In Finnland haben sich mehrere Kommunen für ein Endlager beworben, dann müssen die ja verrückt sein, oder strahlt der so weit im Norden nicht? Hat man das Problem "nur" in Deutschland.

Gravatar: Elmar Oberdörffer

Im Vergleich zu den 500000 to hochgiftigen Chemiemülls, der jährlich in Deutschland sicher entsorgt werden muß, und der keine Halbwertszeit hat, sondern ewig giftig bleibt, ist die sichere Entsorgung von ein paar Tonnen Atommüll überhaupt kein Problem, man muß es nur wollen. Das Problem ist, daß unsere Politiker es nicht wollen. Sie benutzen die angebliche Unlösbarkeit der sicheren Atommülllagerung als willkommenes Argument gegen die Kernenergie. Davon abgesehen ist die Einstufung abgebrannter Brennelemente als "Atommüll" Schwachsinn und führt zu einer Ressourcenverschwendung ohnegleichen. Bei der Wiederaufbereitung der Brennelemente kann man den größten Teil ihres Inhalts als neuen Kernbrennstoff zurückgewinnen, es bleibt nur ganz wenig als unbrauchbarere Atommüll übrig. Und auch den könnte man in speziellen Kernreaktoren transmutieren in nicht radioaktive Elemente. Aber die Wiederaufbereitung haben unsere Politiker ja verboten, damit sie das angeblich unlösbare Atommüllproblem weiterhin gegen die Kernenergie verwenden können. Überall, außer in Deutschland und Österreich, wird die Kernenergie weiterentwickelt und ausgebaut. Sind die alle doof, und wir allein sind die Schlauen? Sehr unwahrscheinlich! Also sind wir die Doofen!

Gravatar: Neutral

"3. Im Winter ist wegen des flacheren Standes der Sonne natürlich der Ertrag geringer, jedoch von “kaum etwas” zu sprechen ist pure Demagogie."

http://www.ise.fraunhofer.de/de/downloads/pdf-files/aktuelles/stromproduktion-aus-solar-und-windenergie-2013.pdf/at_download/file

Januar 2013: Solar 0,35 TWh von, ca 41 TWh Gesamt
Februar 2013: Solar 0,65 TWh, von ca. 38 TWh Gesamt.

Warum können Leute wie Sie sich nicht einmal selbst erkundigen, bevor in üblicher Dramatik und Selbstüberschätzung "einen Ballon aufblasen" ?

Gravatar: klaro

Solange auf der Welt kräftig Atomkraftwerke in Gang bleiben oder noch zusätzlich gebaut werden in unserer Nachbarschaft, ist es ein verbohrter Irrglaube, wir könnten uns vor vor einem Gau schützen. Und dieser teuer bezahlte Wahn richtet viele Bürger und Teile der Wirtschaft zugrunde.
Ich stelle mir vor, wie sich der ein oder andere unserer europäischen Nachbarn die Hände reibt, weil Deutschland auf Grund der Schwächen von sog. "umweltfreundlicher" Energie gezwungen ist, Strom aus Kernkraftwerken zu importieren, die nahe unserer Grenze liegen.
Und diese haben wahrscheinlich noch nicht einmal den Sicherheitsstandard, den eigene Atomkraftwerke hätten.
Es gibt wohl niemanden, der Atomkraft sympathisch findet, es gibt aber offensichtlich viele, denen von einer offiziell geschürten grünen Angst der Realitätssinn abhanden gekommen ist.
Unser Umweltminister schätzt die Kosten der Energiewende auf 1 Billion Euro. Wahrscheinlich werden sie viel höher, wie immer in Fällen, in denen Politiker die Kosten für ihre Vorhaben angeben.
Ich glaube, er hätte auch 1Trillion sagen können, an der Meinung der Atomkraftgegner würde das nichts ändern, weil diese (wie gesagt) ihren Realitätssinn völlig ausschalten bei der Frage nach bezahlbarer Energie.
Vor deutschen Atomkraftwerken hätte ich weit weniger Angst als vor ausländischen an unseren Grenzen. Und die werden blühen und gedeihen, wenn unsere restlichen Atomkraftwerke ausgedient haben. Das alles ist doch Wahnsinn und pure Augenwischerei!

Gravatar: Rainer Ziegler

Bei diesem ganzen Hin und Her und allen Pro und Contras wird hier permanent missachtet, dass es auch noch andere, sehr vielversprechende Neuerungen gibt, die jetzt unaufhaltlich auf den Markt kommen werden. Ich spreche von wissenschaftlich anerkannten Technologien, wie der kalten Fusion:
- http://www.extremnews.com/berichte/wissenschaft/64f0146f035936a
- http://www.politaia.org/freie-energie-2/kalte-fusion/conrebbi-e-cat-kalte-fusion-fur-die-autonome-energieversorgung/
- http://keshefoundation.org/

In Anbetracht solcher Ankündigungen ist doch die Diskussion über die Beibehaltung der Atomkraft obsolet. Wir brauchen dann auch keine umweltvernichtenden Kabeltrassen mehr und auch keine Energieversorgungsunternehmen, die uns das Geld aus der Tasche ziehen! Das ist übrigens auch der einzige Grund, warum selbst Regierungen versuchen deratige Erfindungen zu unterdrücken: Steuereinnahmen fallen weg und auch die Macht über die Bevölkerungen! Genauso bei den alternativen Antriebsformen, die ein sofortiges Ende der Ölkartelle bedeuten würden und einen Wegfall riesiger Steuereinnahmen! Immer schön nachdenken liebe Kommentatoren! Es gibt eine Menge böser Menschen und nicht nur zu Wahlkampfzeiten ...

Gravatar: Hans Dampf

Es wäre nicht schlecht, wenn diese neue Partei auch in der Energie-Politik eine Alternative zur Hysterie der Altparteien bieten würde.
Die "Energie-Wende" der Kanzlerin ist das peinlichste Projekt der Politikgeschichte: Eine Regierung lässt sich von oppositionellen Medien zu einer sachlich absurden Landverschandelung und Preisexplosion treiben, obwohl der Aufhänger der Kampagne eine Ente ist (Fukushima: 0 Tote). Merkel hat fertig.
Atomkraft ist die einzige Kraft, die Souveränität verschafft. Zivil und militärisch. Deswegen wird sie von allen verteufelt, die unser Land gerne am Boden sehen (Nazi-Komplex).

Gravatar: Christian Becker

"und vielleicht schon eine Lösung in einigen Jahren finden werden, für das Endlagerproblem" - und das wird in einem Land gesagt, in dem jeder Autoteilezubehörladen nachweisen muß, wie er jeden Tropfen Öl, wenn dieser anfallen sollte, sicher entsorgt. Da frage ich mich, wer hier indoktriniert wurde.

Gravatar: Gast auf Erden

Diese liegen alle außerhalb Deutschlands ...

Dummerweise halten sich die Folgen so überhaupt nicht an die Grenzen der Bundesrepublik! Erinnern Sie sich noch, wo die Folgen der Strahlenkatastrophe zuerst gemessen wurden? In Schweden; und das liegt noch ein paar Meter weiter weg von der Strahlungsquelle.
Viel näher dagegen, sehr viel näher liegen die Atomkraftwerke in Fessenheim im Oberrheingraben (ein Erdbebengebiet, und was hat den Tsunami ausgelöst, der uns das strahlende Fukushima beschert hat? Richtig! Ein Erdbeben!) und Temelin und Bohunice im Osten. Wenn Sie schon damit argumentieren wollen, dass "bei uns so was ja nicht passieren kann".

Was aber tatsächlich passiert ist die andauernde und fortgesetzte Produktion von höchst strahlendem und sehr, sehr LANGE strahlendem Atommüll. Damit meine ich nicht nur den ausgebrannten Krtnbrennstoff, sondern auch die Kraftwerke selbst.
Man kann ja so ein Reaktordruckgefäss, oder einen Primärdampferzeuger samt Kühlmittelpumpen nicht so einfach verschrotten und in die Hochöfen schmeissen, wie eine alte Dampflok oder eine alte Wasserpumpe.

Und wenn Sie auch nur diese Entsorgungskosten einrechnen, abgesehen davon, dass vor allem die Atomktaftbefürworter mit Händen und Füssen gewehrt haben, das strahlende Zeugs vor die Haustüre zu bekommen, im neuen Suchverfahren, mit einrechnen, dann ist auch ganz ohne Atomunfall der Strom aus Kernreaktoren der teuerste der Weltgeschichte.

In dem Moment, in dem die Atokraftwerksbetreiber für ALLE Folgekosten Aufkommen müssten, ist es weltweit vorbei mit dem Atomstrom.

PS: in Gundremmingen war man, Anfang der Sechziger Jahre, ganz zufrieden, dass General Electric und AEG dort für die RWE und das Bayernwerk das erste Leistungskraftwerk gebaut haben.
Aber das hat sich ja dann später selbst aus dem Verkehr gezogen und jetzt sieht man das, nach vielen Atomunfällen weltweit, ein ganz klein wenig anders.
Ich hoffe, den Endlagerginnen bleibt so was erspart.

Gravatar: Klaus Ermecke

Dr. Keil sagt hier viel Richtiges, und er sagt es klar. So weit, so gut, und vielen Dank!

Aber Dr. Keil war auch der federführende Autor des (inoffiziellen weil nicht beschlossenen) Entwurfs eines Kapitels "Energiepolitik" für das Wahlprogramm der AfD. Und dieser Text ist leider eine einzige Eierei! Er kritisiert Symptome, bohrt aber nicht zu den Ursachen durch und präsentiert daher keine - KEINE - brauchbare Lösung. Es ist viel zu lang und verliert sich in Teilaspekten.

Vor allem hält Keil - ebenso wie sein Parteichef Lucke - unverdrossen an den CO2-Klimamärchen fest - die AfD will also anscheinend Bürger und Industrie mit esoterischem "Klimaschutz" belasten! Kritiker des CO2-Unsinns wie der NRW-Kandidat Boyens werden öffentlich niedergebügelt.

Ich hatte Keil am 2. Juli dazu folgendes Mail geschrieben:

"Lieber Herr Dr. Keil,

Wie ich von verschiedenen Bekannten höre, sind Sie fleißig zugange mit dem Entwurf des energiepolitischen Teils des AfD-Wahlkampfprogramms. Ich hatte ... mehrere dieser Versionen erhalten (und, weil als „vertraulich“ gekennzeichnet, auch nicht weiterverteilt).

Bitte erlauben Sie mir den Hinweis, daß Sie nach meiner Auffassung mit den bisherigen Entwürfen einen unglücklichen Kurs verfolgen. Die Chance, die AfD quasi auf die letzte Minute zu einer wirklich freiheitlichen Partei zu machen, wird vergeben. Würden Sie die Partei gegen den Rettungs- UND den Öko-Wahn aufstellen, würden Sie zwar vielleicht ein paar Solardachbesitzer als Unterstützer verlieren, aber die Begeisterung der anderen verzehnfachen.

Dieter .. erzählte mir von der Vorgabe, das Kapitel „Energie“ auf vier Seiten zu beschränken. Ich würde es sogar auf zwei Seiten komprimieren. Sie sollten die Kernsätze ansprechen, Details zur Umsetzung aber vermeiden. Diese Kernsätze finden Sie ausführlich erläutert in unserer neuen Studie „Energiepolitik im Konzeptnebel“, die leider noch nicht ganz fertig ist. Nachfolgend ein paar gestraffte Überlegungen und Formulierungsvorschläge:

1. Die Energiepolitik der letzten Jahre beruht auf einem Fundament aus Angst, die der Bevölkerung in den letzten beiden Jahrzehnten erst durch grüne „Umweltverbände“, dann zunehmend durch die Politiker der Altparteien systematisch eingetrichtert wurde. Die folgenden „Mega-Ängste“ spielen dabei die Hauptrolle:

a. Das „Versiegen der Rohstoffe“, insbesondere von Öl und Gas;
b. Die „Klima-Katastrophe“
c. Der „Tod durch Strahlung“.

Dem entgegengesetzt wird eine „leuchtende Heilserwartung“ – mit „Wind und Sonne, die keine Rechnung schicken“.

Die Untermauerung dieser Mega-Ängste ebenso wie die Förderung der Heilserwartung wurden zum Schwerpunktauftrag der Wissenschaft gemacht: diese wird von der Politik durch Zuweisung oder Verweigerung von Stellen, Geldmitteln und Berufungen ideologisch gleichgeschaltet.

Die Öko-Propaganda wird in Schulen und Kindergärten verbreitet, sie wurden zu Stätten grüner Gehirnwäsche.

2. Die angeblichen Gefahren sind teils von der Wissenschaft, teils durch für jedermann beobachtbare Entwicklungen in Wirtschaft und Natur längst widerlegt. So werden laufend neue große und zum Teil gigantisch große Vorkommen an Öl und Gas entdeckt, Uran ist reichlich vorhanden, ein Versiegen der Rohstoffe auch in Jahrhunderten nicht zu erwarten. Der angebliche CO2-Klimaeinfluß ist von einer Reihe von Physikern und Meteorologen glaubhaft widerlegt worden, und die Temperaturentwicklung der letzten Jahre (seit 2000) zeigt eher eine leichte Abkühlung, während alle CO2-getriebenen Computermodelle einen Temperaturanstieg vorausgesagt hatten. Sie waren falsch, weil sie auf falschen Grundlagen aufbauten. Der „Tod durch Strahlung“ schließlich findet nicht statt: selbst in Fukushima, wo es im Jahr 2011 aufgrund einer gewaltigen Naturkatastrophe in einem mangelhaft geschützten Kraftwerk zu einem „Vierfach-SuperGAU“ gekommen war, kam nicht ein einziger Mensch durch Strahlungseinwirkung zu Schaden.

3. Ebenso unbegründet wie die Mega-Ängste sind die Heilserwartungen an die derzeitige Energiepolitik. Um ein Stromnetz zu betreiben, bedarf es Kraftwerken mit planbar und unterbrechungsfrei bereitgestellter Leistung. Zufallsleistung, wie sie von Windanlagen und Solardächern angeliefert wird, ist für den Betrieb eines Stromnetzes unbrauchbar. Der Betrieb eines Stromnetzes mit diesen Gerätschaften ist Illusion, es sind die konventionellen „Schattenkraftwerke“ im In- und Ausland, die die Stromversorgung von Bevölkerung und Industrie aufrechterhalten. Die Zerstörung ganzer Landschaften mit Windmühlen ist nicht hinnehmbar, und die Behauptung, Öko-Strom sei „sauber“, offensichtlich zynische Heuchelei. Der einzige erkennbare wirtschaftliche Zweck von Wind- und Solaranlagen ist die Bereicherung ihrer Betreiber auf Kosten der Allgemeinheit.

4. Deutschlands Energiepreise haben ein unerträgliches Niveau erreicht: z.B. übertreffen unsere derzeitigen Strompreise die im US-Bundesstaat Texas um den Faktor 4, und eine Ende der Preisexplosion ist nicht abzusehen. Die gesamte bisherige Energiepolitik, die zum einen in der Verbreitung von Propaganda, zum anderen in der Einrichtung eines zwangs- und planwirtschaftlichen Systems bestand, ist zu beenden. Die AfD wird die grüne Gehirnwäsche an Kindern und Erwachsenen beenden und eine neue Energiepolitik einführen.

5. Die Grundlagen der Energiepolitik der AfD beruhen auf der uneingeschränkten Wiederherstellung von Freiheit und Markt. Alle mit Mega-Ängsten und unfundierten Heilserwartungen begründeten Zwangsregelungen werden abgeschafft, Eingriffe der EU abgeblockt. Das TEHG (Treibhausgas ..) und das EEG (…) und alle zugehörigen Begleitgesetze und Erlasse werden ersatzlos aufgehoben. Forschung und Lehre werden von der ökologistischen Steuerung befreit. Die aus Wahlpanik erfolgte Zwangsabschaltung der leistungsstarken und nach jahrzehntelangem unfallfreien Betrieb erwiesenermaßen sicheren deutschen Kernkraftwerke wird umgehend aufgehoben, Laufzeiten werden allein nach dem jeweiligen technischen Zustand der Anlagen bewertet.

6. Politik hat in einem freien Land auf der Basis strikter Gleichbehandlung zu erfolgen. Es ist unerträglich, wenn – wie in der deutschen Energiepolitik - völlig überhöhte Abgaben eingeführt werden, um sie dann bestimmten Persongruppen und/oder Unternehmen auf dem Ausnahmewege zu erlassen. Dadurch entsteht ein Willkürstaat, der Unternehmen und Verbände um der eigenen Existenz willen zur Unterwerfung zwingt. Die AfD wird auch die anderen Sonderabgaben auf Energie (Stromsteuer, Brennelementesteuer, KWK-Abgabe) schrittweise absenken oder abschaffen. Zwangsregelungen gegen die Automobil- und Mineralölwirtschaft (u.a. „Abgasnormen“, „Bio-Sprit“) werden aufgehoben bzw. nicht erst eingeführt. Das Glühlampenverbot und alle vergleichbaren Zwangseingriffe werden gekippt.

[Ende Textvorschlag]

Würde die AfD diese Aussagen so oder sinngemäß beschließen, würde ich sie auch öffentlich unterstützen.

mit freundlichen Grüßen
Klaus Ermecke"


Leider ist die am Schluß genannte Bedingung nicht eingetreten.

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