Dr. Günter Keil Energieexperte misstraut Merkels Energiewende

Dr. Günter Keil (AfD): „Dunkles Kapitel deutscher Energie- und Umweltpolitik“

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Dr. Günter Keil ist Mitglied der Partei Alternative für Deutschland (AfD) und  Sprecher von deren bundesweiten Arbeitsgruppe Energiepolitik. Der promovierte Ingenieur und frühere Mitarbeiter des Bundesforschungsministeriums war einst in der FDP, wechselte dann zur AfD.  Dr. Keil wendet sich entschieden gegen die von Merkel verordnete Energiewende und den Atomausstieg.

FreieWelt.net: Herr Dr. Keil, der „Atomausstieg“ ist wesentlicher Teil der Energiewende.  Wie beurteilen Sie die fachliche Kompetenz der „Ethik-Kommission“ deren Votum als Grundlage für den Ausstiegsbeschluss genommen wurde?

Dr. Keil: Die Ethik-Kommission wurde von Frau Merkel zur Neutralisierung des für sie höchst unangenehmen Votums der Reaktorsicherheits-Kommission RSK erfunden und dafür instrumentalisiert.

Die RSK hatte  nach dem Fukushima-Unfall allen deutschen Kernkraftwerken ein hohes Sicherheitsniveau bescheinigt. Im internationalen Vergleich stehen sie auch hervorragend da, was nicht zuletzt der ständigen, von den deutschen Regierungen geforderten und vollzogenen sicherheitstechnischen Nachrüstungen zu verdanken ist.

Die Ethik-Kommission enthielt keinen einzigen Energieexperten, dafür aber zwei Bischöfe. Bei auch nur geringer Fähigkeit zur Selbstkritik und angesichts der ihr zugedachtenn offensichtlichenRolle als Anti-RSK hätten diese Personen eigentlich diese Zumutung zurückweisen müssen.

Statt dessen spielte diese Kenntnis-lose Gruppe brav ihre Rolle und lieferte die gewünschte  Stellungnahme ab. Allem Anschein nach auch noch stolz auf ihre Bedeutung.

Tatsächlich aber war das ein Tiefpunkt für alle beteiligten und ein dunkles Kapitel deutscher Energie- und Umweltpolitik.

FreieWelt.net: Nach dem „Energiekonzept“ der Bundesregierung sollen bis 2050 80 % des Stromes aus „Erneuerbaren“ Quellen kommen. Der ForschungsVerbund Erneuerbare Energien (FVEE) hält in einer kürzlich veröffentlichten Studie sogar  100 % für machbar.  Wie beurteilen Sie die Erreichbarkeit beider Visionen?

Dr. Keil: Von den sogenannten „Erneuerbaren“ sind Solarstrom und Windstrom wegen ihrer Tageslicht- und  Wetterabhängigkeit vollkommen ungeeignet, Deutschland auch nur zu 50% mit Strom zu versorgen.

Dafür sorgen die auch von der deutschen Regierung nicht steuerbaren Hochdruckgebiete, die tagelang – oft auch wochenlang – alle Windräder still stehen lassen, und zwar von den Azoren bis nach Rumänien, wie es gerade jetzt im Juli 2013 geschieht.

Daran ändert sich auch nichts , wenn die zehnfache Anzahl von Windrädern Deutschlands Landschaften besetzt: Dann steht eben die 10-fache Zahl von Windkraftanlagen still.

Und die Photovoltaik liefert nur an sonnigen Tagen zwischen 9 und 15 Uhr im Sommer Strom; an bedeckten Tagen kaum etwas; Nachts gar nichts – und im Winter nahezu nichts von Anfang November bis Ende Februar.

Dazu muss für den gesamten Stromverbrauch Deutschlands die gesamte Stromversorgung fast doppelt errichtet werden: Kohle- und Gaskraftwerke müssen das übernehmen, unterstützt durch Importstrom – der übrigens zum größten Teil Kernkraftstrom ist.

Das 100-Prozent-Ziel ist prinzipiell erreichbar, wenn einem der Preis egal ist: Man muss auf die unzuverlässige Solar- und Windstromerzeugung  verzichten und das ganze Land auf Biogasstrom plus etwas Wasserkraft umstellen. Biogas ist speicherbar und Biogas-gefeuerte Gasturbinen könnten immer laufen, ganz nach Bedarf. Das Unangenehme dabei: Man müsste den größten Teil der deutschen Landwirtschaft aufgeben und ausschließlich Mais und Raps anbauen.  Ganz Deutschland eine Monokultur, die mit enormem Aufwand an Kunstdünger und Pestiziden stabil gehalten werden müsste. Die Artenvielfalt müsste man leider ebenfalls opfern.  Und die Strompreise würden einen weiteren, gewaltigen Sprung nach oben machen.

Die Kausalkette Landschaftszerstörung – Strompreisexplosion – Energiearmut – Industrie-Exodus und Bürgeraufstand würde keine Regierung überstehen.

FreieWelt.net: Zum Wesen der „Erneuerbaren“ aus Wind und Sonne gehört die unstete Verfügbarkeit gepaart mit heftiger Volatilität bei Verfügbarkeit. Beide Eigenschaften  sin naturgesetzlich gegeben und nicht veränderbar, und stehen damit einer bedarfsgerechten Versorgung diametral gegenüber. Wie beurteilen Sie die Chancen, diese naturgesetzlichen Schwächen  zu  wettbewerbsfähigen Kosten auszugleichen?

Dr. Keil: Die naturgesetzlichen Schwächen von Wind- und Solarstrom könnten einzig und allein Pumpspeicherkraftwerke zu erträglichen Kosten ausgleichen.  Diese Anlagen aber fehlen in Deutschland fast völlig. Ihre derzeitige  Leistung beträgt 7.000 MW, mit denen sich rund 40.000 MWh (Megawatt-Stunden) an Strom erzeugen lassen, wenn sie komplett leer laufen. Der durchschnittliche Tagesverbrauch liegt aber bei 450 TWh (Terawatt-Stunden = Milliarden Kilowattstunden) , was bedeutet, dass man das 313-fache an heute installierter Pumpspeicherkapazität benötigt, wenn man eine 10-tägige Flaute überbrücken wollte, in der es keinen Windstrom gibt.

Aber selbst der Bau der wenigen, geologisch noch möglichen Pumpspeicherkraftwerke ist durch Bürgerwiderstand gefährdet, wie das kürzlich von Trianel aufgegebene Projekt am Rur-See zeigte.

Ein von der Politik geschätztes Märchen sind die norwegischen Wasserkraftwerke, die angeblich zu Pumpspeichern umgebaut werden könnten, woraufhin dann – nach dem Bau vieler Hochspannungs-Seekabel von Norwegen nach Deutschland – endlich Speicher für überflüssigen deutschen Windstrom vorhanden wären.

Ob die dortigen Wasserkraftwerke teuer umgebaut werden könnten, ist die eine Frage. Falls sie am Meer liegen, verbietet das für Turbinen schädliche Salzwasser einen solchen Umbau. Viele Hochspannungs-Seekabel müssten nach Deutschland verlegt werden; leider gibt es da starke Konkurrenz, denn Engländer, Niederländer und Franzosen wollen das ebenfalls.

Bleiben noch die Norweger, die die damit verbundenen höheren Strompreise fürchten und vermutlich alle derartigen Pläne ablehnen werden.

Es bleiben dann zum Ausgleich der Schwankungen nur unsere teuren Gaskraftwerke, die aber fast alle von der Stilllegung bedroht sind, weil ihre ehemals ertragsreichen Betriebsstunden als Spitzenlastlieferanten so stark gesunken sind, dass sie unrentabel wurden. Eine Folge der kurzzeitigen, aber dann starken Solarstrom-Einspeisung zur Mittagszeit, was den Börsenpreis für Strom abstürzen lässt.

So stören die hochsubventionierten EEG-Stromeinspeisungen nicht nur die Netzstabilität, sie ruinieren auch noch die Rentabilität der einzigen Kraftwerke, die zum Ausgleich der Schwankungen dringend benötigt werden.

Dies führt zu einer weiteren Kettenreaktion des Subventions-Irrsinns, denn nun ist die Regierung dabei, die von Stilllegung bedrohten Kraftwerke  zur „Kapazitätsreserve“ zu ernennen, im Klartext: Die Subvention auch noch dieser überwiegend still stehenden Kraftwerke.

Das ist die bisherige Politik: Jede Fehlentscheidung durch eine neue, noch teurere Fehlentscheidung zu „reparieren“.

Was die gerne von Politikern beschworenen neuen Speichertechnologien betrifft: Reden wir doch noch einmal in 20 Jahren darüber. So lange dauert es mindestens bis zur Marktreife. Dann haben wir vielleicht adiabatische Druckluftspeicher. Ob die auch bezahlbar sein werden, ist eine gute Frage.

FreieWelt.net: Ebenfalls gehört zum Wesen aller „Erneuerbaren“ aus Wind, Sonne oder Energiepflanzen die sehr geringe Energiedichte der Energieträger. Wie sehen Sie für bestimmte Quellen, wie die Chancen von z.B.Offshore Windanlagen  mit einem rel. hohen Nutzungsgrad brauchbaren Strom zu international konkurrenzfähigen Preise zu erzeugen? Wie die der anderen Quellen?

Dr. Keil: „Brauchbarer Strom zu international konkurrenzfähigen Preisen“ könnten aus den oben genannten Gründen allein Kohle- und Kernkraftwerke liefern, denn nur sie – abgesehen von den wenigen Wasserkraftwerken – können den unverzichtbaren Grundlaststrom, der immer lieferbar ist, zu akzeptablen Kosten erzeugen.

Auch die Offshore-Windkraft ändert nichts daran, weil auch sie wettwebedingt und damit völlig unzuverlässig ist. Man muss beachten, dass die gerne angeführten  „Volllaststunden“  nur ein rechnerischer Jahres-Mittelwert sind, der nichts über die reale Lieferbarkeit von Strom zu einem gewünschten Zeitpunkt aussagt.

An den extremen Schwankungen des Windstroms ändert es nichts, ob die Anlagen auf dem Land oder im Meer stehen: „Null“ bei Flaute bis „Maximum“ bei maximal zulässiger Windstärke und wiederum „Null“ bei Überschreiten dieser Windstärke.

Die relativ kleine Meeresfläche, auf der die deutschen Offshore-Windparks stehen sollen, bedeutet exakt das gleiche Wetter für alle. Nichts gleicht sich da gegenseitig aus.

Also Stromversorgung im Takte der Tiefdruckgebiete ? Das ist keine Versorgung, sondern ein energiewirtschaftlicher Albtraum.

FreieWelt.net: Die Befürworter der „Erneuerbaren“ werben mit dem griffigen Slogan „Wind und Sonne schicken keine Rechnung!“ der von dem Journalisten und grünen Aktivisten Franz Alt in die Welt gesetzt wurde. Was halten Sie diesen  Leuten entgegen?

Dr. Keil: Den schönen Satz „Die Sonne schickt keine Rechnung“ habe ich etwas abgeändert. Jetzt lautet er:

„Die Sonne schickt leider gepfefferte Rechnungen; unsere Regierung besorgt das Inkasso – und das Geld kriegen die Chinesen“.

(AB)

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Elmar Oberdörffer

Adlerauge, den Bockmist schreiben Sie.
"1. Photovoltaik liefert eben doch an bewölkten und sogar an sehr bewölkten Tagen Strom (natürlich in geringerem Umfang)." Wieviel geringer? Ein bißchen? Dürfte wohl unter 10% der Nennleistung liegen.
"2. Im Sommer beginnt in der Rheinebene die Solarausbeute bereits lange vor 9 Uhr (z. T. bereits kurz nach 7 Uhr) und endet um 19 Uhr noch lange nicht!" Klar, mit wievill Prozent?
"3. Im Winter ist wegen des flacheren Standes der Sonne natürlich der Ertrag geringer, jedoch von “kaum etwas” zu sprechen ist pure Demagogie." Es ist ja nicht nur der flachere Stand der Sonne und die kürzere Tageslänge, sondern auch die häufigere Wolkenbedeckung des Himmels, die den Stromertrag im Winter mindern. Die veröffentlichten Leistungsgänge der Wind- und Solaranlagen in Deutschland zeigen jedenfalls, daß der Ertrag der Photovoltaik von Anfang November bis Ende Februar nicht der Rede wert ist.
Aber ganz unabhängig davon, wie hoch der Ertrag ist, die Unregelmäßigkeit und Unvorhersehbarkeit des anfallenden Stroms machen Solarpaneele und Windräder für die Versorgung eines Landes wie Deutschland absolut ungeeignet. Diese teuren und überflüssigen Anlagen tragen nicht einmal zur CO2-Vermeidung bei. Also weg damit!

Gravatar: Michael Ziefle

Sehr geehrter Gast auf Erden!
Bei Ihnen macht sich wohl auch die jahrzehntelange Indoktrination gegen Atomkraft bemerkbar. Sie bringen sofort die gesamten Atomunfälle der letzten Jahrzehnte. Diese liegen alle außerhalb Deutschlands wenn ich mich nicht irre. In Deutschland selbst gab es noch keinen nennenswerten Störfall. Es muss ja schon als Störfall gemeldet werden, wenn ein Wasserhahn bei einem Kernkraftwerk leckt, zwar in der unteren Kategorie, aber immerhin.
Ich verlasse mich da eher auf deutsche Kernkraftwerke als auf Französische, die haben übrigens weit mehr am Netz als wir. Deshalb dürfte nach Wahrscheinlichkeitsrechnung eher einer dieser Kraftwerke Gefahrenpotenzial für uns darstellen. Die können wir jedoch nicht abschalten. Also bleibt die Gefahr doch objektiv weiter bestehen, auch wenn alle deutschen KKWs abgeschaltet wurden. Dazu kommt, dass weitere KKWs bei anderen Ländern in der Planung sind. Lesen Sie mal den Beitrag von Prof Lüdecke, falls Sie das noch nicht getan haben, sehr informativ, vor allem, da er vom Fach ist.
Die gleichen Unfälle könnten jederzeit wieder passieren, da die von Ihnen angegebenen Länder der Kernkraft weiter frönen. Und mit Zappelstrom ist dem Standort Deutschland nicht geholfen. Wenn man bedenkt, dass einige Windkraftbetreiber schon kassieren, obwohl sie noch nicht mal am Netz hängen, das finde ich schon erstaunlich. Also dann halten Sie, alle anderen Länder für, ich sage es mal gelinde, für inkompetent, nur die Atomkraftgegner sind gescheit. In Finnland haben sich mehrere Dutzend Kommunen für ein Endlager beworben, so kann es auch gehen. Dazu kommt, dass es auch hier neue Technologien gibt, wo eben der "Müll" weniger wird bei bedeutend mehr Effizienz, doch, wenn man die Forschung einstellt, wie in Deutschland hängt man halt irgendwann hinterher.

Gravatar: Christian Becker

Sehr geehrtes "Adlerauge",
ich freue mich, dass Sie Sich als aktives AfD-Mitglied gegen diese Bevormundung zur Wehr setzen werden. Das ist sehr vernünftig und wahltaktisch klug. Diejenigen, welche sich "jahrzehntelanger Indoktrination" widersetzt haben, werden zum Großteil am 22.9. AfD wählen, weil alles andere noch schlimmer für sie ist. Bei einem pro-Atom-Kurs würden aber zahlreiche Wechselwähler, für die das eine rote Linie ist, wegbleiben. Atomkraft hat in den Ländern Deutschland, Österreich, Schweiz keine Zukunft, ob das den Querdenkern um jeden Preis hier passt oder nicht.

Gravatar: Hans Meier

Sie können die täglichen Einspeisungen an Öko-Wind und -Sonnen-Strom hier sehen http://www.transparency.eex.com/de/

Die angesprochenen Ausfälle sind auch klar zu erkennen und
wieso eine Vervielfältigung eines Aufwandes keine Vernichtung von Ressourcen ist, wenn dadurch nur ein einziges schon zuvor erreichtes Ergebnis erzielt wird, dann ist das eine Tatsache. Also ein Sachverhalt der jede Rentabilität ausschließt, denn mit einem Mehr an Zusatzaufwand, kann man nur entsetzliche Dummheit demonstrieren, insbesondere bei der Stromerzeugung und Verteilung.
Das nicht erkennen können zu wollen kann nur größte Verwirrtheit darstellen oder von dreistem Lobbyismus motiviert sein.
Als die Strompreise noch nicht mit der Kostenumlage für die erneuerbaren künstlich erhöht waren, haben die zentralen Stromerzeuger natürlich Gewinn erwirtschaftet und laut Atomgesetz auch die Rücklagen aufgebaut, für die Entsorgung der Brennstäbe, die im Übrigen wiederaufgearbeitet werden können, um sie weiter zu nutzen.
Aber da haben sich Grün-Rot ja auch ein Gesetz gebastelt, um die Cator-Passions-Spiele für ihr verwirrtes Publikum zu erhalten.
Auch das Problem lösen unsere Nachbarn mit Vernunft und nicht mit Geplärr von Laien.
Der naive Glaube, das nun die vormaligen Gewinne der Konzerne bei den Öko-Stromerzeugern landen würden, erweist sich als Bluff, genau wie die Träume der Öko-Anlagen-Hersteller sich nun als Konkurs-Strategie darstellen.

Gravatar: adlerauge

@Michael Ziefle
Zitat: "Bei Ihnen macht sich wohl auch die jahrzehntelange Indoktrination gegen Atomkraft bemerkbar. Sie bringen sofort die gesamten Atomunfälle der letzten Jahrzehnte." Ich habe jetzt extra nochmal meinen Kommentar nochmals gelesen. Es tut mir Leid, aber ich kann mit dem besten Willen keine einzige Passage, noch nicht einmal ein Wort finden, wo ich Ihren Worten zufolge "die gesamten Atomunfälle der letzten Jahrzehnte bringe". Sie legen mir da sätze in den Mund, die ich nicht geschrieben und noch nicht einmal gemeint habe. Ihr Kommentar ist hinsichtlich dessen bestimmt für einen anderen Adressaten gemünzt.

Zitat: "Die gleichen Unfälle könnten jederzeit wieder passieren, da die von Ihnen angegebenen Länder der Kernkraft weiter frönen." Der selbe Fehler hier: ich habe kein
einziges Land angegeben. Ihr Kommentar haben sie dem falschen geschickt.


Zitat: " Wo bliebe die Alternative?" Dies wiederum habe ich deutlich hingeschrieben, aber sie haben es anscheinend überlesen: "Diese Thematik hat von Grund auf ergebnisoffen neu beratschlagt und ausdiskutiert zu werden."

Ich gehe davon aus, daß Sie jemand anderes gemeint haben müssen.

@Elmar Oberdörfer
Darüber zu streiten, ob der Solarertrag von Nov. bis Feb. "der Rede wert ist", ist müßig. Ich räume ein, daß sie im Winter naturgemäß schwächer ist. Ob er der Rede wert ist oder nicht überlasse ich dem Auge des Betrachters. Nach meinen eigenen Erfahrungen sind sie es!

1., 2. ,3.: Grundsätzlich darf ich Ihnen versichern, daß ich kein Erbsenzähler bin und stundenlang oder tageweise im Keller am Wechselstromrichter oder am Laptop vergeude, um herauszufinden, wieviel Prozent , oder ob ein oder zwei Prozent mehr oder weniger anfallen.

Mir war in diesem zusammenhang wichtig darzustellen, daß ich die Art und Weise mit der Herr Dr. Keilmit Zahlen um sich wirft, für unseriös halte. Es ist vorsätzlich polemisch der Sonnennutzungsdauer am Anfang 1 1/2 Std. und am Ende mindestens 3 Stunden zu unterschlagen. Die Solarerzeugung nur auf die maximale Leistungsausbeute zu reduzieren und daraus eine Effizienzrechnung aufzumachen, hieße auch, bei der Kernenergie bis dato sämtliche anflallenden Kosten, die man bisher geflissentlich aus dem Atomstrom fein säuberlich künstlich herausgerechnet hat, wie Transport- und Sicherungskosten (Polizeieinsätze)an die Endlagerstätten, sowie die horrenden Endlagerkosten, die selbstverständlich aus Steuermitteln bezahlt werden,, in Rechnung zu stellen.

Deshalb muß ich mich in diesem Statement leider zum zweiten Mal wiederholen, schrieb ich
ursprünglich: "Diese Thematik hat von Grund auf ergebnisoffen neu beratschlagt und ausdiskutiert zu werden." Ich weiße ausdrücklich ein drittes Mal auf das Wörtchen "ergebnisoffen(!!!)" hin.

Gravatar: Michael Ziefle

Sehr geehrtes Adlerauge,
mein voriger Kommentar ist nur zum Teil an Sie gerichtet, hatte gemeint Sie hätten auch mit Tschernobyl, Harrisburg, usw. argumentiert, hatte das mit "Gast auf Erden" verwechselt.
Doch bei Ihnen hat man leicht das Gefühl an einen Lobbyisten der Solarstrom „Gewinner" geraten, zu sein. Der Dr. Keil schreibt wenigstens nicht unter Pseudonym.

Gravatar: adlerauge

Unbenommen sämtlicher wirtschaftlicher Erwägungen, ist die Sicherheitsfrage für mich persönlich prioritär.

In welcher Richtung die Energieerzeugung und -versorgung in Deutschland zu erfolgen hat, ist in meinen Augen der Jungfernfall für eine erste Volksabstimmung (auch eine Forderung der AfD). Das hat das Volk in einer demokratischen Abstimmung selbst zu bestimmen. Sonst hängt alles wieder davon ab, welche Lobbyisten im Bundestag am erfolgreichsten waren und das kommt die Allgemeinheit am teuersten zu stehen.

Gravatar: Michael Ziefle

Sehr geehrtes Adlerauge,
"Unbenommen sämtlicher wirtschaftlicher Erwägungen ist die Sicherheitsfrage für mich persönlich prioritär." Nur wie sag ich es meinen Nachbarn? Im Westen Frankreich im Osten Tschechien. Da scheint mir Ihre Sicherheitsfrage auf sehr wackligen Beinen zu stehen.

Ich bin auch für Volksbefragungen deshalb habe ich mal Gerhard Schröder gewählt, weil der das versprochen hatte, schon wenige Monate nach der Wahl wollte der von plebiszitären Elementen nichts mehr wissen. Und sehen Sie Stuttgart 21, knapp 60%, sind für den Bau des Bahnhofs und es wird lustig weiter demonstriert. Das Verhältnis der Deutschen zur Demokratie ist auch nicht mehr die Beste.

Gravatar: AnddiPopp

Was Dr. Günther Keil, wie viele andere ebenfalls, (bewusst???) verschweigt, ist, dass die sichere Lagerung des tödlichen Atommülls für ca. 1 Millionen Jahre IMMENSE Koste für Bau des Endlagers, Bewachung des Endlagers durch viel Personal und beste Technik für 1 Mill. Jahre bedeutet!!! Nur weil listiger Weise diese hohen Kosten nicht von UNS, sondern den nachkommenden Generationen zu tragen sind, wollen sie nicht qualvoll sterben, ohne dass sie Profit vom jetzigen Strom haben, wird Atomstrom "billig" geredet. Es ist der giftigste und gefährlichste Müll aller Zeiten!!!

PS: Was heißt nach dem Versenden des Kommentars: Keine Inhalte gefunden? ICH HABE KEINE iNHALTE GESUCHT111

Gravatar: adlerauge

@Gast auf Erden

Ich halte das Restrisiko ebenfalls für nicht akzeptierbar. Aber das ist meine persönliche Meinung. Da stimme ich Ihnen zu. Deshalb bin ich dafür einen landesweiten Konsens zu erreichen, damit die Politik von einer breiten Öffentlichkeit getragen wird.

Ich habe mir sagen lassen, daß sich die Kernenergietechnologie weiterentwickelt und spätere Stadien, gegenüber dem heutigen Status, wesentlich (wenn nicht sogar komplett) ungefährlicher sein sollen.

Aus diesem Grund, und weil Deutschland mit führend ist in dieser Technologie und den dazugehörigen Sicherheitsstandards, sollte sich unser Land die Option offen halten, sie entwickeln zu können, um sie nicht später für teure Unsummen aus dem Ausland zukaufen zu müssen. Damit ließe sich ein Rest an technologischer Unabhängikeit bewahren.

Die Kernforschungszentren müssen aus diesem Grund bestehen bleiben.

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