724 Euro brutto. So hoch ist 2026 die gesetzliche monatliche Mindestvergütung im ersten Ausbildungsjahr bestimmter dualer Ausbildungsberufe.
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NullPlan
Ich schaue mich um, wundere mich und manchmal wundere ich mich schon darüber, dass ich mich überhaupt noch wundere. Wenn etwas absurd aussieht, schaue ich eben entsprechend. Und wenn es bescheuert ist, darf man das auch bescheuert nennen. Digga, und wisst ihr, warum? Weil ich jetzt erwachsen bin. Steht zumindest so auf dem Papier.
Bremen will ab Sommer 2027 ein Freiwilliges Handwerksjahr ermöglichen. Junge Menschen sollen dabei normalerweise vier Berufe kennenlernen, jeweils drei Monate lang.
Es ist Sonntagnachmittag, Berlin ist gelb, braun und stellenweise so rutschig, dass man plötzlich Respekt vor einem normalen Gehweg bekommt. Ich dachte, Herbst bedeutet einfach Laub.
Berlin sucht bezahlbaren Wohnraum ungefähr so intensiv, wie ich in einem vollen Café eine Steckdose suche. Und dann kommt ein Gericht und sagt: 215 Sozialwohnungen waren längst fertig.
Digga, stell dir vor: Du wirst 18. Ein Brief der Bundeswehr landet im Briefkasten. Der Staat möchte wissen, wie es mit deiner Bereitschaft zur Verteidigung aussieht.
Es ist vier Uhr morgens. Berlin wirkt für ein paar Minuten fast normal. Ampeln blinken, jemand zieht einen Koffer zum Nachtbus und aus den ersten Bäckereien riecht es nach frischem Brot.
Samstag, 3. Oktober. Auf meinem Display stehen Glückwünsche zum Tag der Deutschen Einheit und direkt darunter ein Jobangebot am anderen Ende des Landes.
Es ist 20:03 Uhr, und mein Kumpel schreibt: „Morgen wieder.“ Ich sitze auf dem Sofa, die Fernbedienung in der Hand, auf dem Bildschirm die Filmauswahl.
Um 23:47 leuchtet mein Handy auf. „Zahlung ausgeführt.“ Digga, danke für die Nachricht. Ich liege im Bett, starre an die Decke und versuche mir die nächste Woche vorzustellen.
Gestern kam eine Mail von der Kita. Sie wollen mit mir über eine Stelle sprechen. Ich sitze am Tisch, lese die Nachricht dreimal und schicke NullPlan einen Screenshot.
Morgens schaue ich nach der Verbindung zum Betrieb. Einmal umsteigen, zwanzig Minuten warten und 37,80 Euro stehen im Fahrplan meines Monatsbudgets.
Um sieben Uhr endet das Offline-Wochenende. Ich greife zum Handy, sehe nach der Uhrzeit und bin eine Minute später zwischen Nachrichten, Terminen und Benachrichtigungen.
Ich bin achtzehn. Beruf ausgesucht, Bewerbungen geschrieben, ersten Tag in der Werkstatt schon im Kopf. Dann öffne ich die Zimmeranzeigen für Berlin.
Kotti bekommt KI. Die Kameras stehen bereits, und am 24. September hat die Berliner Polizei mit der Konfigurationsphase begonnen.
Ich bin 18. Die Bundeswehr schickt mir einen Fragebogen und fragt, ob ich Interesse am Dienst habe. Also antworte ich genau darauf.
Berlin hat jetzt KI, die mir sagt, dass die S-Bahn voll ist. Ich respektiere den technischen Aufwand wirklich.
Okay, Digga. Mit 16 darfst du in Berlin jetzt mitentscheiden, wer im Abgeordnetenhaus sitzt.
Ein Zimmer. Strom. Internet. Essen. Ein Ticket zur Arbeit. Und vielleicht noch ein bisschen Monat am Ende vom Geld.

