Das Projekt war gewaltig: Sechs neue Fregatten der Klasse F126 sollten die Deutsche Marine modernisieren und vor allem für die U-Boot-Jagd in Nord- und Ostsee eingesetzt werden. Der ursprüngliche Auftragswert lag bei rund 10 Milliarden Euro. Die erste Fregatte sollte 2028 ausgeliefert werden, alle sechs Schiffe bis 2033 zur Verfügung stehen.
Doch daraus wird nichts.
Das Bundesverteidigungsministerium zog im Juni 2026 die Reißleine. Begründung: erhebliche Verzögerungen, steigende Kosten und technische sowie vertragliche Risiken. Nach Angaben des Ministeriums konnte der niederländische Generalunternehmer Damen Schelde Naval Shipbuilding die vereinbarten Leistungen weder im geplanten Zeitrahmen noch zu den vorgesehenen Kosten erbringen.
2,3 Milliarden Euro – bezahlt, obwohl keine einzige F126 fertig ist
Besonders bitter für die deutschen Steuerzahler: Rund 2,3 Milliarden Euro öffentliche Mittel sind bereits in das Projekt geflossen. Das bestätigte Verteidigungsminister Boris Pistorius nach dem Abbruch des Programms. Auch die ARD berichtete ausdrücklich von 2,3 Milliarden Euro Steuergeld, die bereits ausgegeben wurden.
Mit anderen Worten: Milliarden wurden ausgegeben – doch die ursprünglich bestellten sechs Fregatten wird Deutschland in dieser Form nicht bekommen. Ob und in welchem Umfang davon Geld zurückgeholt werden kann, ist offen. Das Verteidigungsministerium erklärte, mögliche Schadensersatzforderungen würden juristisch geprüft. Bei der Regierungspressekonferenz wollte das Ministerium zunächst nicht einmal eine endgültige Summe der bisher entstandenen Kosten nennen und sprach lediglich von Ausgaben „im Milliardenbereich“. Für den Steuerzahler ist die Lage damit alles andere als beruhigend.
Aus 10 Milliarden wären plötzlich 18,8 Milliarden geworden
Das Ministerium hatte zeitweise geprüft, das Projekt mit einem neuen Generalunternehmer fortzuführen.
Doch auch diese Variante wurde extrem teuer. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums hätte allein der Wechsel des Generalunternehmers das Projektvolumen auf 15,2 Milliarden Euro steigen lassen. Einschließlich bereits erbrachter Leistungen hätte sich der Gesamtumfang auf rund 18,8 Milliarden Euro erhöht. Ursprünglich waren etwa zehn Milliarden Euro vorgesehen.
Das wären fast 9 Milliarden Euro mehr als ursprünglich geplant gewesen.
Pistorius entschied deshalb, das F126-Projekt vollständig zu beenden. Seine Begründung war ungewöhnlich deutlich: Ein solches finanzielles und zeitliches Risiko könne Deutschland sich nicht leisten.
Statt sechs F126 sollen jetzt acht andere Fregatten kommen
Deutschland will nun auf einen anderen Schiffstyp setzen. Statt der sechs großen F126 sollen acht kleinere Fregatten des Typs MEKO A-200 des deutschen Herstellers TKMS beschafft werden. Nach Reuters liegt der geplante Umfang dieses neuen Vorhabens bei rund 11,6 Milliarden Euro. Die ersten Schiffe sollen ab 2029 geliefert werden.
Das Problem: Die bereits in das F126-Projekt geflossenen Milliarden verschwinden dadurch natürlich nicht. Der Steuerzahler finanziert damit erst ein gescheitertes Milliardenprojekt – und anschließend ein neues.
Jetzt kommt die nächste Rechnung: 4,679 Milliarden Euro
Und damit nicht genug. Die niederländische Damen-Werft fordert nach dem Abbruch des Projekts nun 4,679 Milliarden Euro netto vom Bund. Vertreten wird Damen vom früheren CSU-Politiker und Rechtsanwalt Peter Gauweiler. Nach dessen Darstellung handelt es sich bei dieser Summe nicht um eine Schadensersatzforderung, sondern um Zahlungen, zu denen Deutschland aufgrund bestehender Vertragsverpflichtungen weiterhin verpflichtet sei. Ein großer Teil des Geldes soll an Unterauftragnehmer gehen.
Damit könnte der Streit für den Bund noch deutlich teurer werden.
Denn laut Gauweiler ist eine eigentliche Schadensersatzforderung in dieser Summe noch gar nicht vollständig enthalten. Er erklärte, Schadenersatz sei bislang lediglich grundsätzlich geltend gemacht worden. Seine endgültige Höhe könne derzeit noch gar nicht beziffert werden. Die 4,7 Milliarden Euro könnten also theoretisch nur der Anfang sein.
Damen wirft dem Ministerium Vertragsbruch vor
Damen stellt die Geschichte völlig anders dar als das Verteidigungsministerium. Während Berlin Verzögerungen und Kostensteigerungen beim Auftragnehmer als Grund für den Abbruch nennt, wirft die Werft der deutschen Seite vor, den Vertrag nicht ordnungsgemäß erfüllt zu haben. Gauweiler behauptet, die politische Führung des Verteidigungsministeriums habe ihre Amtspflichten möglicherweise verletzt. Damen verlangt zusätzlich ein rechtsverbindliches Anerkenntnis für bereits entstandene und mögliche zukünftige Schäden. Das sind bislang Vorwürfe der Werft und ihres Anwalts – keine gerichtlich festgestellten Tatsachen. Damit zeichnet sich nun ein milliardenschwerer juristischer Kampf ab.
Berlin prüft seinerseits Forderungen gegen Damen
Auch Deutschland könnte allerdings Geld von Damen verlangen. Das Verteidigungsministerium prüft mögliche Schadenersatzansprüche wegen der Verzögerungen und Kostenentwicklung des Projekts. Schon im Juni erklärte die Bundesregierung, die rechtlichen Möglichkeiten würden untersucht. Damit stehen sich nun zwei völlig gegensätzliche Positionen gegenüber:
Damen sagt im Kern: Deutschland hat den Vertrag beendet und muss zahlen.
Berlin sagt: Damen hat seine vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllt – möglicherweise muss die Werft zahlen.
Welche Seite sich juristisch durchsetzt, ist derzeit offen.
Ein Milliardenprojekt ohne fertige Fregatte
Für den deutschen Steuerzahler ist das Ergebnis bis jetzt trotzdem ernüchternd. Ein Projekt mit einem ursprünglichen Volumen von rund zehn Milliarden Euro wurde nach jahrelanger Arbeit gestoppt. Rund 2,3 Milliarden Euro Steuergeld sind bereits geflossen.
Wäre das Programm mit einem neuen Hauptauftragnehmer fortgeführt worden, wären nach Berechnungen des Verteidigungsministeriums bis zu 18,8 Milliarden Euro fällig geworden. Jetzt beginnt stattdessen ein neues Fregattenprogramm für weitere Milliarden. Und gleichzeitig steht aus den Niederlanden eine Forderung über 4,679 Milliarden Euro netto im Raum. Ob Deutschland davon am Ende tatsächlich zahlen muss und wie viel von den bereits ausgegebenen Milliarden zurückgeholt werden kann, werden möglicherweise Gerichte entscheiden müssen.
Für den Moment bleibt vor allem eines festzuhalten:
Die F126 wird nicht gebaut wie geplant. Milliarden sind bereits ausgegeben. Und die nächste Milliardenrechnung liegt schon auf dem Tisch.


Kommentare
... „Das Projekt wurde…
... „Das Projekt wurde gestoppt, rund 2,3 Milliarden Euro Steuergeld sind bereits geflossen – und nun verlangt die niederländische Damen-Werft auch noch knapp 4,7 Milliarden Euro vom Bund. Am Ende könnte die Rechnung erneut bei den Steuerzahlern landen.“ ...
Was im Rahmen der von O Scholz eingeläuteten - und vom https://schurken.fandom.com/de/wiki/B%C3%B6ser_Friederich scheinbar mit Freude übernommenen - „Zeitenwende“ völlig legitim(?) ist?! https://www.das-parlament.de/wirtschaft/haushalt/was-man-ueber-das-sondervermoegen-bundeswehr-wissen-muss
Wolodja21La@web.de
PISTORIUS STEHT FÜR EINEN RÜSTUNGSWAHN, DER DIE VERARMUNG DER DEUTSCHEN VORWÄRTS TREIBT: PISTORIUS IST EINE NULL, EIN AUFGEBLASENER LÖWE, EINE MEDIALE KUNSTFIGUR.
Schlimm - wo wir doch die…
Schlimm - wo wir doch die Mittel so dringend für die Ukraine brauchen ...
Mehr Geld für Schießgewehre …
Mehr Geld für Schießgewehre - die Zuckersteuer muß herzu!!!!!
Wann bringt endlich dieser…
Wann bringt endlich dieser kommunistischen Zucker-Regierung die Taschenrecher-Funktionen bei, damit es mit den Haushaltsrechnungen mal klappt. Dieses Mindestmaß an Voraussetzungen sollten eigentlich für diese Staats-Posten vorhanden sein.
Diese absolut ....
Diese absolut unfähige und zu nichts Vernünftigem und Gescheitem taugende Regierung reitet unser Land und uns, das Volk mit voller Dummheit, aber auch vorsätzlicher Boshaftigkeit mit allem, was die anstellen, immer weiter in die Schei*e rein!! Anders kann man es jetzt einfach nicht mehr ausdrücken und bezeichnen!
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