Ausgangspunkt der Anhörung war ein Antrag der Linken. Die Thüringer Landesregierung soll sich demnach gegenüber Bundesregierung und Bundesrat für ein Verbotsverfahren nach Artikel 21 Absatz 2 des Grundgesetzes gegen die AfD einsetzen. Der Justizausschuss hörte dazu Juristen, Experten sowie prominente Gäste an.
Doch aus der juristischen Prüfung wurde am Abend zeitweise ein offener Schlagabtausch.
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„Was wollen Sie mit dieser Aussage eigentlich?“
CDU-Abgeordneter Wolfgang Weißkopf griff Vosgerau wegen dessen Wortwahl direkt an.
Er hielt ihm vor, ein Parteiverbot so darzustellen, als sei es ein Instrument, um eine unbequeme politische Konkurrenz „total zu vernichten“. Ein erfolgreiches Verbotsverfahren solle vielmehr die Verfassung schützen.
Weißkopf forderte von Vosgerau mehr „Seriosität“.
Doch der Staatsrechtler wich keinen Zentimeter zurück.
Vosgerau legt nach: „Totale Vernichtung“
Vosgerau antwortete scharf, er wisse ebenfalls nicht, „was in Ihrem Kopf vorgeht“, und warf Weißkopf sinngemäß vor, wegen der späten Stunde etwas wirr zu argumentieren.
Dann fiel der Satz des Abends:
„Kein Mensch kann bezweifeln, dass das Parteiverbotsverfahren auf die totale Vernichtung einer Partei gerichtet ist.“
Vosgerau bezog sich damit auf die rechtlichen Folgen eines erfolgreichen Parteiverbots: Eine Partei wird verboten und aus dem politischen Wettbewerb entfernt. „Totale Vernichtung“ ist dabei seine zugespitzte Formulierung, kein juristischer Fachbegriff.
Aus dem Saal kam sofort Widerspruch.
„Was reden Sie denn da?“, war zu hören.
Die Sitzungsleitung griff schließlich ein und forderte alle Beteiligten auf, „verbal abzurüsten“.
Der Streit zeigt, worum es wirklich geht
Genau an dieser Stelle wurde sichtbar, wie grundlegend die Positionen auseinanderliegen.
Befürworter eines Verfahrens sehen das Parteiverbot als äußerstes Mittel einer wehrhaften Demokratie.
Kritiker warnen dagegen davor, ein Instrument einzusetzen, das eine politisch erfolgreiche Partei vollständig aus dem Wettbewerb ausschließen würde.
Unter den Sachverständigen herrschte entsprechend keine Einigkeit. Während einige Teilnehmer die Voraussetzungen für eine ernsthafte Prüfung als gegeben ansehen, warnten andere vor den hohen verfassungsrechtlichen Hürden und den Folgen eines gescheiterten Verbotsverfahrens.
Selbst die CDU bleibt skeptisch
Bemerkenswert: Trotz seines scharfen Wortwechsels mit Vosgerau erklärte Weißkopf anschließend nicht, dass er nun für ein AfD-Verbot sei.
Die Thüringer CDU bleibt skeptisch und will zunächst prüfen, ob die verfassungsrechtlichen Voraussetzungen tatsächlich erfüllt sind. Weißkopf erklärte, die Anhörung habe neue Argumente geliefert, eine abschließende Position gebe es aber weiterhin nicht.
Zehn Stunden Anhörung – und ein Satz bleibt hängen
Am Ende waren es nicht die langen juristischen Ausführungen, die hängen blieben.
Es waren drei Worte:
„Totale Vernichtung einer Partei.“
Sie bringen die politische Sprengkraft eines möglichen AfD-Verbots auf den Punkt.
Denn unabhängig davon, wie man die juristischen Voraussetzungen bewertet: Ein Parteiverbot wäre einer der schwersten Eingriffe, die das Grundgesetz gegenüber einer politischen Partei vorsieht.
Und nach dieser Anhörung ist klar:
Der Streit über ein mögliches AfD-Verbot wird nicht leiser. Er wird härter.


Kommentare
"Ein erfolgreiches…
"Ein erfolgreiches Verbotsverfahren solle vielmehr die Verfassung schützen"???
Ist es Herrn Weißkopf entgangen, daß wir gar keine Verfassung haben? Und - falls er das Grundgesetz meint, sollte er doch bitte Punkt für Punkt erläutern, inwieweit die AfD das GG verletzt hat.
Im übrigen sind Diskussionen über ein sowieso aussichtsloses AfD-Verbot völlig überflüssig - abgesehen davon, daß sie den Zustrom zur einzigen von externen Deutschlandabschaffern unabhängigen Partei nur noch verstärken.
Sollte nicht sehr viel dringender diskutiert werden über eine Rückkehr zu dem im GG gemeinten restriktiven Asylrecht? Oder über die Rettung unserer Wirtschaft durch Verzicht auf sinnlose Klimaschikanen und Sanktionen gegen russisches Gas?
Oder über die Verwendung der für Rüstung und Ukraine verschwendeten Mittel zum Wohl des eigenen Landes?
... „Doch aus der…
... „Doch aus der juristischen Prüfung wurde am Abend zeitweise ein offener Schlagabtausch.“ ...
Weil die CDU etwas zu verheimlichen hatte???
Ja mei: ... „Kritiker werfen der Führung vor, dadurch in inhaltliche Kompromisse gezwungen zu werden, die wie ein Kurs nach links wirken“ ... https://www.google.com/search?q=warum+die+cdu+muss+nach+links+rutscht&sca_esv=b25d32625954c6d5&rlz=1C1ONGR_deDE1024DE1024&sxsrf=APpeQnu5r6SFkmHpZsXMyudSLzEqI_eErQ%3A1790922479193&ei=706_asyzC4Stxc8P9Je60Aw&biw=1024&bih=441&uact=5&oq=warum+die+cdu+muss+nach+links+rutscht&gs_lp=Egxnd3Mtd2l6LXNlcnAiJXdhcnVtIGRpZSBjZHUgbXVzcyBuYWNoIGxpbmtzIHJ1dHNjaHRIoqIBUIwXWIuOAXACeACQAQCYAV6gAYwKqgECMTa4AQPIAQD4AQGYAgGgAlzCAgoQIRgKGKABGMMEmAMAiAYBkgcBMaAHiw2yBwExuAdcwgcDMC4xyAcCgAgB&sclient=gws-wiz-serp - was selbst für mein Empfinden schon deshalb seit göttlichem(?) Diktat deutlich zu bemerkeln war, da „getroffene Hunde bellen“!!! https://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-09/cdu-debatte-konservativ
Die AfD dämmert in einem…
Die AfD dämmert in einem Zustand der Glückseligkeit durch die politische Landschaft und versteht die Welt des deutschen Totalitarismus nicht. In diesem sogenannten Parlament sitzen 3 Parteien die Jahrzehnte im Totalitarismus verankert waren und noch sind. Wenn die AfD noch lange so weiter macht wird ihr von diesen Kreisen die Luft abgedrückt. Liebe AfDler, ihr lebt im westdeutschen Schwurbelhimmel einer sogenannten Demokratie., die es nie gab. Rote und Braune haben sich nur auf die sogenannten Etablierten aufgeteilt und blocken alles ab was Ihren Interessen schadet . Man kann heute durchaus vom 4.Reich sprechen. Da sind Demokraten nicht willkommen. Da muß man mindestens eine totalitären Familientradition aufweisen. Die Methoden und Familiennamen sind meist dieselben.
Glauben Sie wirklich noch an…
Glauben Sie wirklich noch an das 4. Reich?
Es ist doch nur allzu offensichtlich, daß die Macht über unser Land längst von globalistischen Mächten ausgeübt wird und daß bei deren Deutschfeindlichkeit durchaus noch Rachegelüste für den Holocaust eine Rolle spielen.
Und die blockieren über unsere(?) Regierungen alles ab, was ihren Interessen schadet - nicht die von Ihnen gemeinten Altnazis (sofern es solche überhaupt noch gibt).
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