Der Grund sei die effektive Schließung der Straße von Hormus, durch die rund 20 Prozent der globalen Rohölversorgung fließen. Wirth betonte: "Wir beginnen, physische Shortages zu sehen." Die Puffer – kommerzielle Lagerbestände, Tanker in Schattenflotten und strategische Reserven – seien weitgehend aufgebraucht.
Hintergrund: Die Blockade der Straße von Hormus als Auslöser
Die Warnung des Chevron-Chefs steht im Kontext des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten. Seit März 2026 ist die strategisch wichtige Meerenge weitgehend für den kommerziellen Schiffsverkehr gesperrt. Dies hat zu einer der schwersten Versorgungsstörungen der letzten Jahrzehnte geführt. Experten vergleichen die Lage mit früheren Ölkrisen der 1970er-Jahre, die zu Rationierungen und langen Schlangen an Tankstellen führten. Wirth hob hervor, dass Nachfrage sich der reduzierten Versorgung anpassen müsse: „Economies are going to have to slow.“ Asien sei zunächst am stärksten betroffen, Europa folge als nächstes.
Erste Auswirkungen in Europa: Jet-Fuel-Knappheit und Flugstornierungen
Besonders dramatisch zeigt sich die Lage bei Kerosin. Wirth berichtete bereits in früheren Interviews, dass die Bestände in Europa und Asien saisonal niedrig waren, bevor die Krise eskalierte. Nahezu 75 Prozent der importierten Jet-Fuel-Mengen Europas stammten traditionell aus Raffinerien im Nahen Osten – Lieferungen, die nun weitgehend ausbleiben. Folgen sind spürbar: Airlines optimieren Flugpläne, streichen Verbindungen und erhöhen Preise. Ein extremes Beispiel ist die US-Billigairline Spirit Airlines, die am Wochenende den Betrieb einstellte. Das Unternehmen begründete die Insolvenz und Liquidation explizit mit dem plötzlichen und anhaltenden Anstieg der Kerosinpreise auf über das Doppelte der geplanten Werte.
Globale Marktdynamik und Preisdruck auf die USA
Wirth unterstrich den internationalen Charakter des Ölmarktes: "Es ist ein globaler Markt." Auch die USA, die eigene Raffineriekapazitäten für Kerosin besitzen, blieben nicht verschont. Der CEO erwartet deutlichen Preisdruck auf Benzin, Heizöl und andere Produkte. Aktuelle Notierungen zeigen bereits einen Anstieg: Brent-Rohöl hat in den vergangenen Wochen teils um acht Prozent zugelegt, Analysten haben ihre Preisprognosen für 2026 nach oben korrigiert – auf bis zu 100 US-Dollar pro Barrel. Wirth warnte zudem, dass die Märkte die physischen Engpässe noch nicht vollständig einpreisen.
Zeithorizont der Krise: Verschärfung in den nächsten Wochen und Monaten
Der Chevron-CEO rechnet mit einer weiteren Zuspitzung. In Interviews der vergangenen Tage sprach er von einer wahrscheinlichen Verschlechterung der Lage "in den nächsten Wochen". Ergänzend wird ein Ölschock innerhalb von 45 bis 60 Tagen erwartet, da die verbleibenden Puffer endgültig aufgebraucht sind und neue Produktion nicht kurzfristig hochgefahren werden kann. Selbst bei einer möglichen Wiederöffnung der Straße von Hormus würde die Normalisierung der Lieferketten Zeit brauchen.
Zinsentwicklung als zusätzlicher Belastungsfaktor
Parallel zur Energiekrise bewegt sich der 10-Jahres-Zins der US-Staatsanleihen derzeit in der Nähe von 4,4 Prozent. Experten und die vorliegenden Einschätzungen gehen jedoch davon aus, dass er sich über die Marke von 5 Prozent bewegen wird – getrieben durch Inflationserwartungen und die wirtschaftlichen Folgen höherer Energiepreise. Diese Kombination aus steigenden Energie- und Finanzierungskosten könnte Unternehmen und Verbraucher zusätzlich belasten.
Breitere wirtschaftliche Konsequenzen
Die Warnungen von Wirth und ähnlichen Stimmen aus der Branche deuten auf umfassende Auswirkungen hin. Höhere Treibstoffkosten fließen direkt in Verbraucherpreise ein, Fluggesellschaften passen Kapazitäten an, und gesamtwirtschaftlich droht eine Verlangsamung. Wirth selbst formulierte es deutlich: Es werde "sehr wahrscheinlich sehr viel Leid geben". Die Lage bleibt dynamisch und hängt entscheidend von der weiteren Entwicklung in der Straße von Hormus ab.


Comments
Wolodja21La@web.de
Die Blockade der Straße von Hormus führt in eine WELTWIRTSCHAFTSKRISE:
Was sie dir nicht sagen… (Trump, Merz, OPEC) I Ernst Wolff
"Selbst bei einer möglichen…
"Selbst bei einer möglichen Wiederöffnung der Straße von Hormus würde die Normalisierung der Lieferketten Zeit brauchen."
Trump und Netanjahu entmachten und damit Kriegsende!!!
Die Normalisierung wieder anfahren, um die wirtschaftlichen Schäden zu begrenzen!!!
Das war ja absehbar!
Das war ja absehbar!
Dabei könnte es ganz einfach sein
Wir brauchen unbedingt Frieden mit Russland! Denn mit Russland als Freund ging es uns gut und würde es auch immer noch gehen, denn wir hätten Energiesicherheit! Die Abwärtsspirale setzte erst ein, als wir alles dem Klimaschwachsinn untergeordnet haben und die USA als Energielieferanten ausgesucht haben und uns deren Sanktionspolitik untergeordnet haben! Unsere Politik hat sich wie so oft von den USA über den Tisch ziehen lassen! Und ganz nebenbei haben wir auch noch zugesehen, wie sie Nordstream zerstört haben! Ok, eine Pipeline ist noch in Takt! Wir Bürger sollten von der Politik verlangen, dass diese umgehend wieder geöffnet wird und wir sofort Frieden mit Russland schließen! Wir wollen auf keinen Fall einen geplanten Krieg haben! Jeder deutsche Politiker, der keinen Frieden mit Russland will, ist ein Staatsfeind!
Shock nur für Untertanen ! ?
Aber für das US-Militär, und für den 'Lifestyle'
von CIA und 'Epstein-Klasse', wird doch wohl
immer genug Öl da sein, oder ?...
Die Törichten nahmen zwar ihre Lampen, aber kein Öl mit sich !!
Selbstproduzierter Mangel ist der Schock bei der Erkenntnis der eigenen Dummheit ! Es geht um eine Witwe, die befürchtete, ihre beiden Söhne in die Sklaverei zu verlieren, weil sie einem Gläubiger Geld schuldete . Sie flehte den Propheten Elischa um Hilfe an. Alles, was sie besaß, war ein kleines Gefäß Olivenöl, etwas Alltägliches, von geringem Wert. Elischa riet ihr, sich so viele Gefäße wie möglich von ihren Nachbarn zu leihen. Wo ist euer ÖL ? (Geist )
Logische Zusammenhänge einfach erklärt . Wenn das geplant ist… wird’s gefährlich! (Andreas Popp im Interview) https://youtu.be/oGSxOsyKw3k?si=8oRwA86ZJ8BjN3BB.
Das wird auch in den USA,…
Das wird auch in den USA, das Land der großen Sprit-Schlucker und vorgelebter Ernergieverschwendung,
die E-Mobilität kräftig puschen.
Spätestens wenn auch Durchschnitts-Hillbilly endlich mal erkennt, das die Erneuerbaren Energien uns aus dieser größten Krise der Fossil-Wirtschaft heraus führen.
Es hat auch nichts zynisches wenn man die simple Tatsache konstatiert, das der Hormus-Konflikt in seiner Konsequenz zu einem weiteren Schub der globalen Energiewende führt.
MfG, HPK
Wenn es dann kein Öl mehr…
Wenn es dann kein Öl mehr geben sollte, gibt es auch keinen Diesel mehr. Und dann -endlich- können auch die Krane, Bagger etc. zur Errichtung von Windkraft-Mühlen nicht merht betrieben werden. Und die auch z.B. die Carbon-Flücgel als auch die Wicklung-Isolation der Generatoren können nicht meher hergestellt werden. Gell.
Absurd, ....
"..... Spätestens wenn auch Durchschnitts-Hillbilly endlich mal erkennt, das die Erneuerbaren Energien uns aus dieser größten Krise der Fossil-Wirtschaft heraus führen. ...."
Absurd, kann ich nur sagen! Das, was ALLE aus dieser bzw. jeder Energiekrise herausführt, ist die Atomkraft! Oder, was meinen Sie, warum immer mehr Länder auf diese Energieerzeugung zurückgreifen, viele neue AKW bauen und alte wieder in Gang setzen?? Ganz einfach, weil MANCHE nun doch langsam kapiert haben, dass die Erneuerbaren einfach nicht ausreichen für den immer weiter steigenden Bedarf an Energie! Neueste Beispiel dafür ist Belgien. Und dass die Chinesen voll auf Atomkraft setzen und daher jede Menge neuer AKW bauen, dürfte EIGENTLICH JEDEM längst bekannt sein.
Abgesehen davon, dass die Erneuerbaren absolut nicht ausreichen, verschandeln die nicht nur die Natur, sondern zerstören sie immens. Denn dass diese Kolosse, die riesigen Windräder-Anlagen Mensch und Tier krank machen, jede Menge Vögel und Insekten schreddern, ist ebenso längst bekannt. Allerdings werden diese Tatsache möglichst tot geschwiegen, damit der Irrsinn, weil der den Unternehmen immenses Geld einbringt, weiter betrieben werden kann!
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