Noch vor vier Jahren bezog die EU rund 40 Prozent ihres Erdgases über günstige Pipelines aus Russland – zu Preisen, die oft bei unter 300 Dollar pro 1.000 Kubikmeter lagen.
Heute, nach dem vollständigen Ausstieg aus russischem Pipeline-Gas, kommen große Teile des Ersatzes aus dem Persischen Golf.
Katar allein liefert derzeit 12 bis 14 Prozent der europäischen LNG-Importe. Genau diese Lieferungen sind nun weitgehend ausgefallen, weil "Qatar Energy" die Produktion wegen Sicherheitsbedenken eingestellt hat.
Das Ergebnis: Der TTF-Gaspreis ist innerhalb eines Tages um bis zu 45–50 Prozent auf 45–47 Euro pro MWh bzw. über 550 Dollar pro 1.000 Kubikmeter gesprungen.
Der Kostenvergleich ist vernichtend
Russisches Pipeline-Gas (vor 2022): typisch 6–8 Dollar pro MMBtu (ca. 20–27 Euro/MWh) – günstig, direkt und ohne teure Verflüssigung und Schifffahrt.
LNG aus Katar und den anderen Golf-Staaten (2025/2026): Liquefaktion, Seetransport und Regasifizierung treiben die Kosten auf 10–15 Dollar pro MMBtu und mehr; also 30–50 Prozent teurer als russisches Pipeline-Gas.
Allein der Öl-Shift weg von Russland hat die EU 2025 bereits 22,7 Milliarden Euro Mehrkosten verursacht (Al Mayadeen, Februar 2026). Beim Gas ist der Aufschlag noch dramatischer, weil LNG grundsätzlich teurer ist als Pipeline-Gas – und weil fast alle Golf-Lieferungen durch die Straße von Hormus müssen, das aktuelle Nadelöhr der Weltenergieversorgung.
Geopolitisches Risiko statt stabiler Pipeline
Russland war ein berechenbarer (wenn auch politisch problematischer) Lieferant über feste Pipelines. Der Persische Golf ist ein Pulverfass: 20 Prozent des weltweiten Öls und LNG laufen durch die Straße von Hormus.
Ein einziger Konflikt (wie jetzt) lässt Tanker stillstehen und Preise explodieren. Katar, Saudi-Arabien, UAE und Iran sind allesamt in der gleichen Krisenregion, im Gegensatz zu den stabilen norwegischen oder US-amerikanischen Alternativen.
Politico schrieb am 2. März 2026: "Europa hat Russland durch Qatar, die USA und andere ersetzt – und damit die Abhängigkeit von einer ebenso volatilen Region vergrößert."
Die EU-Kommission selbst gibt zu, dass Katar 2025 nur noch 6–8 Prozent des LNG lieferte (EC Quarterly Report Q2 2025), aber bereits diese relativ kleine Menge reicht aus, um bei Ausfall den gesamten Markt in Panik zu versetzen.
Fazit: Kein guter Tausch
Europa hat Russland verlassen, um sich von einem autoritären Lieferanten zu befreien – ein politisch verständlicher Schritt.
Das Ergebnis ist jedoch eine noch teurere und fragilere Abhängigkeit von den Golf-Staaten, deren Lieferungen teurer sind, länger unterwegs und durch einen einzigen Konflikt lahmgelegt werden können. Die Rechnung zahlen jetzt Verbraucher und Industrie: höhere Gas-, Strom- und Heizölpreise, sinkende Wettbewerbsfähigkeit und die bittere Erkenntnis, dass man eine riskante Abhängigkeit gegen eine noch riskantere und deutlich teurere eingetauscht hat.
Die Diversifizierung war nötig. Aber sie war und ist extrem teuer. Und der Persische Golf zeigt gerade, dass er kein sicherer Ersatz für Russland ist.


Kommentare
Unsere Energieimporte aus…
Unsere Energieimporte aus Russland waren niemals (relativ) teuer oder riskant und wir waren auch keineswegs so abhängig wie gerne behauptet wird!
Und was die LNG-Importe aus den USA betrifft, sind sie zwar extrem teuer, aber auch keineswegs "sicher".
Aber es ging ja unseren globalistischen "Freunden" und ihren Marionetten in unserer(?) Regierung auch nie um sichere und günstige Energie für Deutschland, sondern um dessen Abschaffung ...
Öl/Gas
Siehste, Robert, deine ganze Katzbuckelei vor dem Kuwaitischen Emir bringt uns keinen Millimeter weiter mehr an Gas und Öl aus Nahost heren. Da tropft nix mehr aus den Hähnen, wenn ein anderer auf die Idee kommt, die Straße von Hormus mal eben zu verbarrikadieren. Hätten wir jetzt mal moch die Pipelines I und II durch die Ostsee! Putin mag sein wie er will, aber beliefert hätte der uns regelmäßig!
Vollidioten am Werke
Die Deutsche Regierung wird diese Preisvorteile und Versorgungssicherheit wie es mal mit Russland hatte, nicht eingestehen (dürfen/wollen). Der Stopp des Handels mit der RF wurde durch Intervention und Vorgabe durch die USA durchgeführt. Alle damaligen Entscheidungsträger, inkl. dieser jetzigen Regierung interessiert es einen Scheißdreck wie wir als Verbraucher darunter leiden müssen. Fakt ist, die Feindschaft gegen die RF und die selbst auferlegten Sanktionen wird Deutschland alsbald bitter bereuen, dass sie den Amis auf den Leim gegangen sind. Um die Versorgungssicherheit wieder per Handel mit der RF zurück zu holen, müsste unsere Regierung und der Verbrecherclan in Brüssel abgesetzt/gestürzt werden.
inshallah...putin ist bald…
inshallah...putin ist bald wieder da..... es leben die deutschen politidioten und dummschwätzer... alice erlöse uns...51% afd und alles wird ok...
Zahlen, bitte
Wer nicht hören will, muss fühlen. Da haben früher die Eltern zu ihren Kindern gesagt. Wer zu doof ist, der muss eben mehr zahlen. Gut wirtschaften hat auch etwas mit Intelligenz zu tun.
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