Zum Gebetsraumdschihad an deutschen Universitäten

Die innere Anstrengung, ein besserer Muslim zu sein, um der Scharia zur allgemeinen Geltung zu verhelfen, als Student einer deutschen Universität, am Beispiel der TU- Berlin.

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Am vergangenen Freitag versammelten sich erneut muslimische Studenten und Aktivisten an der Technischen Universität Berlin, um mit einer Kundgebung gegen den Verlust ihrer Gebetsmöglichkeiten im Gebäude der TU zu protestieren. Circa 150 Männer und sechs Frauen, letztere während der Kundgebung anständig absentiert, hielten ihr rituelles Freitagsgebet vor der Hauptpforte der TU ab, umrahmt von einer Protestrede und einer Koranexegese. Die Kundgebung war angemeldet und wurde von der Polizei erlaubt, weil sie jenseits des eigentlichen TU-Geländes stattfand, auf dem davor gelegenen Bürgersteig. Die Veranstaltung wurde von einigen jungen Männern mit Ordner- Armbinden behände abgewickelt, nach einer halben Stunde verließen die Teilnehmer und die angerückte Polizei wieder den Ort. Die mitgebrachten Matten und Gebetsteppiche wurden wieder eingesammelt, die wenigsten der Teilnehmer kamen vorher aus der TU, oder fanden danach in diese zurück.

Ihr Protest richtet sich gegen die am 14. März erlassene Schließung eines Gebetsraumes zum täglichen Pflichtgebet, sowie das Ende der geduldeten Überlassung einer ungenutzten Turnhalle zum Freitagsgebet. Die TU begründete diesen Schritt mit dem Neutralitätsgebot der staatlichen Einrichtung, der Trennung von Staat und Religion, sowie Sicherheitsrisiken in der zum Freitagsgebet benutzten Turnhalle (nur ein Ausgang, etc.). Die Erklärung der TU kann hier nachgelesen werden.

Der Protest der Muslime ist insofern verständlich, als sie sich an die Situation gewöhnt hatten. Diese war so kommod für sie, dass immer mehr Muslime aus der Umgebung zum Beten dorthin kamen, einschließlich vieler Auswärtiger, ohne Beziehung zur TU. Sie wurden von den Aktivisten dorthin eingeladen. Die täglichen Pflichtgebete wurden von bis zu 150 Gläubigen auf den Gängen der Universität vollzogen, weil der alte Gebetsraum, ursprünglich einmal für alle Konfessionen gedacht, schon lange zu klein geworden war. Zu den Freitagsgebeten kamen zuletzt bis zu 550 Betende, darunter vermehrt auch radikale Prediger, teilweise mit Beziehungen zur in Deutschland verbotenen radikalislamistischen Gruppe Hizb ut- Tahrir. Es gab zahlreiche Veranstaltungen in arabischer Sprache und mit antisemitischen Inhalten.

Die TU zog die Notbremse mit der Begründung, „eine staatliche Universität ist ein weltanschaulich neutraler und unparteiischer Ort, an dem der wissenschaftliche Diskurs und die Lehre im Mittelpunkt stehen.“ Die Zurverfügungstellung von Gebetsräumen „gehört nicht zum Aufgabenspektrum einer Universität.“

Genau dies sehen die muslimischen Aktivisten andersherum, denn ihre Religion gebietet ihnen, fünfmal am Tag zu beten. Und laut Art. 4 GG stünde ihnen das Praktizieren ihrer Religion verfassungsmäßig garantiert zu. „Wir wollen doch nur beten“ und „wir müssen fünfmal am Tag beten, so verlangt es der Islam“, diese Sätze waren am Freitag oft im Gespräch mit den Aktivisten vor Ort zu hören.

Genau hier äußert sich der quasi tragische Konflikt von strenggläubigen Muslimen in säkularen Gesellschaften: sie sind nicht bereit, im Namen weltlicher Gesetzte auf die überweltlichen Gebote ihrer Schriften zu verzichten.

Es hätte eigentlich alles so weitergehen können, wenn die muslimischen Studenten und ihre externen Aktivisten aktiv daran gearbeitet hätten, die Situation nicht zum Überlaufen zu bringen – mit einer Begrenzung der Betenden, mit Gebeten ausschließlich auf Deutsch, mit dem Ausschluss radikaler Prediger und Gemeindemitglieder. Doch die Gruppe wuchs immer mehr und radikalisierte sich.

An anderen deutschen Universitäten war derselbe Prozess zu beobachten. So in Essen, Dortmund und Bochum, auch dort ging es um eine Radikalisierung der Freitagsgebete, um antisemitische Äußerungen, um zwangsweise Geschlechtertrennung der Betenden, oder um eine Behinderung des laufenden Universitätsbetriebes. Auch in diesen Fällen haben die Universitäten die Räume geschlossen.

In all‘ diesen Fällen haben es sich die Muslime selbst zuzuschreiben, dass es so weit kam. Sie waren nicht in der Lage, die Situation nicht eskalieren zu lassen. Nicht in der Lage darum, weil ihre Religion es ihnen aufträgt, sie höher als alles andere zu stellen. Ihnen aufträgt, ein besserer Muslim zu sein und in innerer Anstrengung die Worte Allahs und seines Propheten Mohammed zu befolgen, sie weiterzutragen und in seinem Geiste zu leben.

Diese große Anstrengung, der große Dschihad, könnte eine nette Privatangelegenheit der Muslime bleiben, doch er beinhaltet ein für die säkularen Gesellschaften pikantes Detail: auch er hat, wie sein kleiner hässlicher Bruder kleiner Dschihad, der Krieg gegen die Ungläubigen, das Ziel, dem islamischen Recht, der Scharia, zur Geltung zu verhelfen.

An dieser Stelle ist es sinnvoll sich ein Urteil des Berliner Verwaltungsgerichtes in Erinnerung zu rufen. Dort verfasste Tilman Nagel, Deutschlands kompetentester und unabhängigster Islamwissenschaftler, ein Gutachten zum Charakter des rituellen Gebets im Islam. Zur Pflicht eines muslimischen Schülers in Deutschland, fünfmal am Tag beten zu müssen, kommt er zum Ergebnis: „die schariarechtlichen Regelungen sind so flexibel, dass eine Anpassung der Erfüllung dieser Pflicht an den Lebensrhythmus eines nicht-muslimischen Landes möglich und schariarechtlich unbedenklich ist.“

Wichtiger sind aber seine Ausführungen zum politischen Aspekt des Ritualgebets: „Das rituelle Gebet ist nach islamischer Lehre keine individuell zu vollziehende Anrufung Allahs. Es handelt sich vielmehr um einen durch das Ritualrecht genau reglementierten Vorgang, der nach Möglichkeit in einem Kollektiv von Muslimen durchzuführen ist; einer von ihnen ist als Imam zu bestellen. Der Vollzug der rituellen Gebete demonstriert, dass die Scharia, der Kern islamischer Staatlichkeit, an dem betreffenden Ort anerkannt und befolgt wird. Insofern stellt das rituelle Gebet einen Vorboten bzw. die Keimzelle islamischer Staatlichkeit dar.“ (Tilman Nagel: Angst vor Allah? Auseinandersetzungen mit dem Islam, Berlin 2014, S.302).

So entstanden in den letzten Jahren an deutschen Universitäten überall Keimzellen, die die gesamte Entwicklung der islamischen Gemeinschaft spiegeln: Wachstum mit zunehmender Politisierung und Radikalisierung. Es geht um intellektuelle und politische Landnahme, die Aktivisten sind gekommen, um zu bleiben. Ähnliche Verhältnisse an Universitäten in England, Frankreich und den USA geben einen Ausblick, was Deutschland hier noch zu erwarten hat.

Am Freitag gab man sich ganz zivil, es hieß, man fordere doch nur seine Bürgerrechte, stehe zu gemeinsamen Werten. Ein Redner interpretierte einen Koranvers zum Thema emotionale Verwundung. Man übte sich in der Opferrolle.

Zur medialen Aufmerksamkeitserregung setzten die Aktivisten zuvor auf Personalisierung. Die Schließung versuchte man ganz TU- Präsident Thomsen und seinem vermeintlich islamophoben Charakter zuzuschreiben. Ein Aktivist sprach davon, Thomsen habe „eine dunkle Seele.“ Dawud Ansari, einer der Sprecher des Protestes, tönte schon vor Wochen in die Kamera der niemals um eine seichte Islamapologie verlegenen Redaktion Kulturzeit in 3sat: „Es gab einen religiösen, islamischen Schandfleck in Präsident Thomsens atheistischen Wunderland, und der muss beseitigt werden.“

Man möchte Herrn Ansari darauf zurufen: Wenn muslimische Studenten auf der Propagierung der Scharia an einer deutschen Universität bestehen, haben sie sich schon selbst bekleckert.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Gernot Radtke

Sozialknete abkassieren, Umverteilungen aller Art, Beten und Kinder machen - das wird die künftige Wertschöpfung der illegal Eingedrungenen sein, die unser Land retten soll. Mir tun die Malocher leid, die so einen StaatsscheiX finanzieren und immer mehr Schüppen drauflegen sollen. Auch diese Art der 'Rettung' wird kein gutes Ende nehmen, da sie von Grund auf widersinnig und verdorben ist.

Gravatar: Ralf Traskawka

Sehr guter Artikel, weil auch der Hintergrund, zumal argumentativ, beleuchtet wird. Wäre er als Kommentar bei den einschlägigen Mainstreammedien eingestellt worden, würde er vermutlich nicht veröffentlicht.

Gravatar: ropow

Wer immer noch glaubt, diese Religion könnte jemals friedlich und ohne Mitbürger zu belästigen als Privatsache im stillen Kämmerlein ausgeübt werden, der müsste nicht nur durch die Schlagzeile „Muslime beten aus Protest vor der TU Berlin“, sondern auch durch Schlagzeilen wie „Saudi-Arabien: Man schießt auf Arzt, weil er seine Frau nackt sah“ und „Ägypten: Muslime reißen Christin die Kleider vom Leib“ irgendwann einmal aufwachen…

Gravatar: Wolf Köbele

Wieso wollen diese Menschen hier studieren? Vermutlich lockt sie die Gebührenfreiheit, womöglich noch verbunden mit BAFöG. In jedem Fall beanspruchen sie als Studenten öffentliche Mittel. Ich würde ja diese Schmarotzer ausweisen. Aber da sind Herr Ansari, Frau Hayali e tutti quanti schon auf der Matte.

Gravatar: Realist

Wieder ganz typisch für diese illegalen Eindringlinge: aus dem Grundgesetz das falsch herauslesen, was denen so passt. Das GG garantiert nur Religionsfreiheit als PRIVATSACHE, und die hat in öffentlichen Gebäuden gerade nichts zu suchen. Ende der Durchsage.

Gravatar: Emmanuel Pracht

"Wir haben an der Regensburger Universität eine christliche Kapelle, die dort nichts verloren hat."

Na dann passen Sie mal "Hübsch" auf, dass da nicht noch ne Großmoschee dazukommt ;oP

Wohlan...

Gravatar: Joachim Datko

Zitat Köbele 16:08 "Wieso wollen diese Menschen hier studieren? Vermutlich lockt sie die Gebührenfreiheit, womöglich noch verbunden mit BAFöG."

In Deutschland sind über 11 % der Studenten Ausländer, ein Vertrauensbeweis in unser Bildungs- und Wirtschaftssystem.

Auch wenn es uns viel Geld kostet, die Vorteile liegen auf der Hand.

- In der Regel bekommen die ausländischen Studenten ein gutes Bild von Deutschland und unserer Leistungsfähigkeit. In Ihrem späteren Berufsleben kann uns dies nur von Vorteil sein. Viele werden für deutsche Firmen arbeiten und unsere Produkte kaufen.

- Wer ein technisches oder naturwissenschaftliches Fach studiert entwickelt fast immer ein naturwissenschaftliches Weltbild und geht den Religionen aus dem Weg.

Joachim Datko - Ingenieur, Physiker

Gravatar: Gisela Glatz

Ja , Herr Datko, sie können es noch so schön malen und schildern. Es ist und bleibt ein Problem für Deutschland, daß die Ausländer, die bei uns kostenlos studieren, eine Menge unverschämter Forderungen haben. Wieso muß eigentlich eine junge Mutter oder Familie für ihr Kind einen sehr hohen Kindergartenbeitrag zahlen ,oder für einen Ganztagsplatz in der Schule ebenso ? Aber die Studenten dürfen bei uns 10 Jahre und länger ohne Bezahlung und meist bekommen sie noch BAFÖG, studieren.Das ist mir unverständlich, denn unsere Kinder sind unsere Zukunft und nicht die Ausländer, von denen man nicht weiß, welches Land sie nach dem Studium bevorzugen. Darüber sollten sie auch mal nach denken. Und im übrigen sind zur Zeit unsere Bildungsstätten mehr als marode, weil das Geld nicht reicht. Aber wir können uns viele, viele Extras für Asylanten und Migranten leisten.

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