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….Dass der bei weitem grösste Teil der Menschheit … den Schritt zur Mündigkeit, ausser dem dass er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte: dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben. Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben, und sorgsam verhüteten, dass diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt ausser dem Gängelwagen, darin sie sie einsperreten, wagen durften: so zeigten sie ihnen nacher die Gefahr, die ihnen drohet, wenn sie es versuchen, allein zu gehen. Nun ist diese Gefahr zwar eben so gross nicht, denn sie würden durch einigemal Fallen wohl endlich gehen lernen ... (Immanuel Kant) -

Beitrag erschien auch auf: ortneronline.at  

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Gernot Radtke

@ Herr Datko

In den Religionen als solchen, verehrter Herr Datko, liegt die ‚Unmündigkeit‘ nicht, sondern in unserem Umgang mit ihnen. Unmündigkeit ist keine Eigenschaft der Dinge, sondern ausschließlich unseres Verhältnisses zu den Dingen, welche sie auch sein mögen. Religionen sind da, richtig besehen, völlig unproblematisch. Die ihre dünnen Suppen darauf kochen, sind es allerdings nicht. Und die sie – auch noch mit Dankbarkeit – schlürfen, ebenfalls nicht. Kants, des Aufklärers, erklärte Absicht seiner grandiosen Denkbemühungen war es, das Wissen „aufzuheben“ (i.S. einer Grenzbestimmung von dessen Möglichkeit(en) und Beschränkungen), um „zum Glauben Platz zu bekommen". Damit kann man und auch jeder Skeptiker sehr gut leben. Gottes Haus ist stabil und zweckmäßig gebaut, und wir Menschen könnten frei und einander fördernd darin leben, wenn nicht … (Denken Sie’s für sich zu Ende! Vielleicht finden Sie sogar Ihr Lebens-‚Koan‘ dabei.)

Gravatar: Joachim Datko

In den Religionen ist die Bevormundung zu Hause!

Zitat: "[...] dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben. Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben, und sorgsam verhüteten, dass diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt ausser dem Gängelwagen, darin sie sie einsperreten, wagen durften: [...]"

Ich kann strenggläubigen Menschen nur raten, Urlaub von der Religion zu nehmen und Abstand zu gewinnen.

Gravatar: Gernot Radtke

Der von Kant in 'Was ist Aufklärung?' skandalisierte Zustand der 'Unmündigkeit' ist nachwievor weit verbreitet und stellt sich heute nur anders dar, z.B. wenn öffentliche Medien, statt eine (schlimme) Wahrheit zu Griechenland, Migrantenströmen, Ausländerkriminalität oder Abtreibungen auf den Punkt zu bringen, aus 'wohlmeinendster' Sorge um den Leser die Wahrheit nur noch in Form selbstzensierter Texte ausformulieren, wo unter dem Strich das meiste verharmlost oder sogar umgelogen wird, was eigentlich disjunktester Klarstellung bedürfte. Das ist sogar, um ein keineswegs belangloses Online-Portal zu nennen, bei FAZ.NET der Fall, hier ganz radikal, indem die Leser-Kommentarfunktion zu bestimmten die Öffentlichkeit sehr bewegenden Themen wie den Asylbetrug oder wie gestern zu Anne Wills perfid scheinheiliger Frage nach Brandanschlägen als deutscher ‚Willkommenskultur‘ für Asylbegehrende gar nicht erst angeboten wird. Das ist vorenthaltener Diskurs aus ‚paternalistischer‘ Fürsorglichkeit und eines anständigen Journalismus absolut unwürdig. Als dummes „Hausvieh“ haben sie, Politik und die zuständigen Interpreten des rotgrünen Weltgeistes, uns am liebsten. Als zahlendes Hausvieh am allerallerliebsten. Immanuel Kant ist mit seiner Freiheitsphilosophie so aktuell wie eh und je.

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