Who speaks?

Der leider einflussreiche französische Philosoph Michel Foucault hat das traditionell verbotene Ad-hominem-Argument salonfähig gemacht. Dabei hat er sogar teilweise recht.

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Foucault wies in seiner Diskurstheorie darauf hin, dass nicht nur das reine Sachargument zähle, sondern auch die Person, die das Argument verwende. Denn das ganze Paket gehöre zu den „Dispositiven der Macht“, der Macht, die das treibende Element unserer Zeit sei. Positiv ausgedrückt sind die Subjekte des Diskurses nicht passive Empfänger von Argumenten, sondern kämpfen selbst als Bestandteile des Diskurses um Macht. Die Subjektivität der Diskursteilnehmer werde damit ernst genommen, wird aber eben auch zu einem möglichen Ansatzpunkt für Kritik. Denn die Denunziation wird damit von Foucault geadelt.

Der irische Premierminister, Leo Varadkar, ist als solcher nie von den Iren gewählt worden, sondern durch den Rücktritt seines Vorgängers in das Amt gelangt. Er hat sich vor der von den linken EU-Befürwortern und Medien lange propagandistisch vorbereiteten Volksabstimmung klar für die „gleichgeschlechtliche Ehe“ ausgesprochen; kürzlich hat er sich zur Migrationsdebatte in dem Sinne geäußert, dass Irland viele Migranten aufzunehmen bereit sei, dass Europa Migranten bräuchte, dass diese eine Bereicherung seien und dass die Migration als Krise nur eine Erfindung der „rechten“ und „populistischen“ Parteien sei. Er begründet seine Meinung mit den üblichen Argumenten der „Freiheit“ (bei der Homo-Ehe) sowie der schwachen europäischen Geburtenzahl und wirtschaftlichen Erfordernissen (bei der Migration).

Nimmt man Foucault ernst, darf man von den Argumenten, die an sich schon schwach sind, absehen und sich die Person Varadkar anschauen. Who speaks? Varadkar ist der Sohn eines Inders und homosexuell. Dass er irgendwie katholisch erzogen wurde, bedeutet seit dem Zweiten Vaticanum leider nicht mehr viel, ist eher als ein Verstärker für Varadkars Einstellung zu werten. Mehr muss man gar nicht wissen, um seine globalistische linke Position im „Diskurs“ zur Homo-Ehe und zur Migration zu verstehen. Hier spricht einer pro domo. Ein Angehöriger einer Minderheit drückt der Mehrheitsgesellschaft seinen Stempel auf. Als Angehöriger der Homosexuellenlobby billigt Varadkar unter dem Mantel des Minderheitenschutzes die Zerstörung der bereits angeschlagenen Ehe als Grundlage einer möglichen demographischen Gesundung Europas. Als Bürger mit Migrationshintergrund unterstützt er die One-World-Agenda der UN und der EU im Sinne der kaum gebremsten, hauptsächlich muslimischen Masseneinwanderung. In seiner Lebenszeit wird ihm als Schwulem nichts passieren. Über seine Lebenszeit denkt er nicht hinaus.

Früher hätte man solche Überlegungen denunzierend genannt, aber seit Foucault müssen auch die Linken und die Migranten es sich gefallen lassen, dass man sich anschaut, wer spricht. Es muss den Europäern klar sein, dass mit dem Anstieg der Zahl von Migranten auch die Zahl jener steigt, die im eigenen Sinn Politik machen. Wenn schon heute bestimmte kleine Minderheiten sich durchsetzen, um wieviel mehr in naher Zukunft weit größere Minderheiten, die wissen, was sie wollen, und wahrscheinlich bald Mehrheiten bilden. Und da die meisten der Einwanderer Muslime sind, ist von einer gegen die autochthone Gesellschaft gerichteten aggressiven Agenda auszugehen. Als (zumeist) Illegale stehen sie unter Druck und werden versuchen, die Diskurshoheit zu erlangen und gegen „die, die schon länger hier wohnen“, „legal“ zu werden. Das ist ja auch Merkels erklärtes Ziel: aus Illegalen Legale machen. Je mehr sie werden, umso besser – aber nur für sie. Die ersten muslimischen Parteien in Europa sind schon gegründet. Foucault hat in dem Sinne absolut recht, dass Nichteuropäer, besonders Muslime – und linke Europäer helfen dabei mit – eher ihre eigenen als europäische oder gar christliche Interessen vertreten werden. Besonders, wenn sie an der Regierung sind. Es mag Ausnahmen geben, aber Pakistanis als Bürgermeister oder Innenminister werfen Fragen auf: Who speaks?

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: ropow

Na ja, es ist doch inzwischen Folklore, dass Informationen von Mensch zu Mensch nicht nur Sachinhalte, sondern genau so auch Selbstaussagen, Beziehungsaspekte und Apelle enthalten, die um so leichter dechiffriert werden können, je mehr man über die Diskutanten weiß. Gerade bei politischen Diskussionen sind daher Informationen über die „Dispositiven“ der Teilnehmer unverzichtbar, um die kritischen Fähigkeiten der Zuhörer zu unterstützen.

Wie Michel Foucault sicher bedacht hat, unterliegt eine Denunziation als Nachricht natürlich genau denselben Kommunikationsegeln, so dass auch sie nicht ohne Informationen über die Dispositiven des Denunzianten daherkommen sollte.

Was wir zu Ihrem Beitrag also noch bräuchten, wäre ein Artikel über die Dispositiven von Professor Adorján F. Kovács.

Und einen Artikel über die Dispositiven dessen, der diesen Artikel über die Dispositiven von Professor Adorján F. Kovács schreibt.

Und einen Artikel über die Dispositiven dessen, der diesen Artikel über die Dispositiven dessen schreibt, der den Artikel über die Dispositiven von Professor Adorján F. Kovács schreibt.

Und so weiter und so fort.

Gravatar: karlheinz gampe

Mit Demokratie hat sowas nix mehr zu tun, wenn Minderheit Mehrheit mit kranken Ideen und Vorstellungen tyrannisiert.

Gravatar: Adorján Kovács

@ropow
Schon richtig, aber mein „Dispositiv“ ist ja bekannt und nannte man früher einfach Interesse. Ich verachte die Linken (nicht als Menschen, sondern) wegen ihrer Ideen, wegen ihres Destruktionismus, Egalitarismus und aus vielen anderen vernünftigen Gründen. Da muss man nichts weiter drüber schreiben.
Kommunikationsregeln hin oder her, was mich stört, ist das freche Beiseiteschieben von wahren Argumenten, die jemand Anderen überzeugen. Das soll nun ein Ausüben von „Macht“ über diesen Anderen sein. Damit ist man auch schon beim Relativismus gelandet.

Gravatar: Jochen Reimar

So etwas ist ein ganz klassischer Interessenkonflikt - die eigenen Interessen kollidieren mit den Interessen des Landes oder des Volkes.

Die Geschichte zeigt, daß es solch Konstellationen schon immer gab, und die Gegenwart zeigt nicht nur an dem gebrachten Beispiel, daß dieser Konflikt nach wie vor nicht gelöst wird.

Gravatar: ropow

@Adorján Kovács

Naturwissenschaftler haben gelernt, sich auch als „Subjekt eines Diskurses“ durch nichts von dessen Objekt ablenken zu lassen.

Foucault scheint sich selten in wissenschaftlichen Kreisen herumgetrieben zu haben, sondern vorwiegend dort, wo Subjekte und Objekte durch Diskurse erst konstituiert werden, wo also Machtmechanismen sie strukturieren und Wissensformen in favorisierte und diskriminierte trennen können. Immerhin hat er dadurch begriffen, dass in diesen Kreisen eine Diskursanalyse immer auch eine Machtanalyse beinhalten muss. Die Genealogie der Macht aufzuzeigen ist kein „Beiseiteschieben von Argumenten“, sondern der Versuch, die bestehende Ordnung zu analysieren und ihre Mechanismen sichtbar zu machen. Würde das funktionieren, dann könnte das durchaus gesellschaftstheoretisch wertvolle Erkenntnisse über die dialektische Beziehung von Situationen, Institutionen und sozialen Strukturen abwerfen.

Was Foucault aber übersehen hat, ist, dass derartige Analysen den Diskursen nicht einfach äußerlich gegenüberstehen können, sondern automatisch Teil des Diskurses werden (Beispiel: Denunziant), also ebenfalls einer Diskurs- und Machtanalyse unterworfen werden müssen. Dasselbe gilt dann natürlich auch für die Analyse der Analyse unter diesen Gesichtspunkten und so weiter ad infinitum und ergo ad absurdum.

Vielleicht hätte er sich nur häufiger unter Naturwissenschaftlern aufhalten sollen, als in der linksdrehenden 68-er Bewegung.

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