Vom guten und vom schlechten Geld

Warum die Österreichische Schule nie widerlegt aber gleichwohl vergessen scheint: Mit echtem, richtigem Geld – als Voraussetzung einer jeden Marktwirtschaft – wäre der Alptraum einer sich wie im Fieber- wie Schuldenwahn immer schneller drehenden und sich dabei selbst zerstörenden Welt sofort zu Ende!

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In der DDR gab es eine Gegend um die Städte Dresden und Leipzig herum, die im Volksmund nur „Das Tal der Ahnungslosen“ genannt wurde. Der Grund: dort konnte man kein Westfernsehen empfangen und war somit auf Gedeih und Verderben nur auf die Informationen des DDR-Fernsehens angewiesen.

Nachdem der ehemalige FDJ-Funktionär Erich Honecker (FDJ = Freie Deutsche Jugend) sein Amt aufgeben musste und sich das deutsche Volk nicht gegen seine Nachfolgerin (die ehemalige FDJ-Funktionärin Angela Merkel) zur Wehr setzen wollte, ist es nun wohl deren Verdienst, dieses „Tal“ auf die gesamte Bundesrepublik auszudehnen.

Diesen Eindruck bekomme ich zumindest immer dann, wenn ich mir eine der unzähligen Talk-Shows oder „Expertenrunden“ des heutigen Staatsfernsehens anschaue. Nun ist zwar Wissen Macht – Unwissen aber eher Ohnmacht – deshalb kann man niemanden, der nichts weiß, wirklich keinen Vorwurf aus seiner Unbedarftheit machen? Oder? Gegen die Dummheit kämpfen bekanntlich selbst die Götter seit tausenden von Jahren vergeblich.

Wer sich allerdings als Experte ausgibt, aber alle frei zugänglichen Daten zu seinem Fachgebiet sich NICHT nur nicht beschafft, sondern offensichtlich noch nicht einmal davon wissen will, dass es sie überhaupt gibt – dem sind mit Sicherheit MINDESTENS Ignoranz und/oder Faulheit zu unterstellen.

Wer sich z.B. über die deutsche Geschichte der letzten 100 Jahre öffentlich äußert, der sollte zumindest die Zahlen, Daten und Fakten aus Gerd Schultze-Rhonhof‘s Buch „1939 – Der Krieg, der viele Väter hatte“ kennen!

www.amazon.de/1939-Krieg-Anlauf-Zweiten-Weltkrieg/dp/3789281174

So Einen habe ich in deutschen Talk-Shows aber noch nicht erlebt!

Wer sich nun gar anmaßt, die Lösung aller Probleme unserer Zeit zu versprechen, der sollte zumindest die „Ursünde“ allen Intervenierens in den freien Markt kennen:

Die Abschaffung des „Warengeldes“ zugunsten eines Papiergeldes von des Staates Gnaden! Die Abschaffung der „Banknote“ (dieses Papier bedeutete in der Tat eine „Notierung“ für die Einlösung gegen richtiges Geld – in der Regel Gold) zugunsten des „Geldscheins“! (bei dem „scheint es nämlich nur so, als wäre es Geld“) Die deutsche Sprache ist da schon sehr präzise!

Diese Frage und die katastrophalen Folgen dieses Weges haben Wissenschaftler (die diesen Namen damals durchaus noch verdienten) schon zum Ende des 19. Jahrhunderts bewegt.

Da diese Wissenschaftler (wohl eher zufällig) fast alle aus Österreich kamen, spricht man deshalb bis heute von der „Österreichischen Schule (der Nationalökonomie)“

Bedeutendste Vertreter dieser „Schule“ waren Carl Menger (1840 bis 1921); Ludwig von Mieses (1881 bis 1973); August-Friedrich von Hayek (1899 bis 1992) und unser unvergessene Landsmann Roland Baader (1940 bis 2012).

Der damaligen – von ideologischen Kampfbegriffen völlig freien – öffentlichen wie fachlichen Meinung erschienen deren Thesen so wichtig und bedeutsam, dass Friedrich August Hayek für seine „bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiet der Geld- und Konjunkturtheorie“ 1974 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

Es ist ein zweifelhafter Erfolg der staatsfolgenden und – tragenden öffentlich-rechtlichen Propaganda, dass heute – nur 40 Jahre später – nichts davon mehr an unseren Schulen und Universitäten gelehrt wird, kein Staatsmann oder Politiker jemals etwas von den Theorien der „Österreichischen Schule“ gehört haben will. Was den Herrschenden nicht gefällt, was nicht ins Konzept passt, wird einfach totgeschwiegen. In einer Gesellschaft, wo sich der Staat - von Kinderkrippe bis zur Uni - 100%ig der Köpfe unserer Kinder bemächtigt hat, läuft das wie geschmiert.

Wer sich aber auch nur ansatzweise mit den (bisher noch von niemanden widerlegten) Arbeiten von Menger, Mieses, Hayeks oder Baader beschäftigt hat, der weiß warum heutige Politiker so ein vehementes Interesse daran haben, das dieses Wissen möglichst der ewigen Vergessenheit zu Opfer fallen sollte:

Mit echtem, richtigem Geld – als Voraussetzung einer jeden Marktwirtschaft – wäre der Alptraum einer sich wie im Fieber- wie Schuldenwahn immer schneller drehenden und sich dabei selbst zerstörenden Welt sofort zu Ende! Und damit auch die Macht der Politiker!

Es wäre wie im Märchen von „Des Kaiser’s neue Kleider“: alle Welt würde merken, dass es ohne sie – die Politiker – viel besser geht! Und wir würden uns besorgt fragen, warum wir uns all die Jahre von Ihnen haben derartig schurigeln und bevormunden lassen?

Und dabei ist die Theorie gar nicht so schwer zu verstehen:

Gäbe es ein reines „Warengeld“ (das waren über tausende von Jahren Gold und Silber, überall da auf der Welt, wo Zivilisationen entstanden) wäre diese Geldmenge nur sehr langsam und schwer zu vermehren: Durch das mühsame Fördern und Herstellen der „Ware (Gold)Geld“. Bei einem Goldpreis von derzeitig ca. $ 1.300 kostet allein die Förderung schon $ 1.100!

Immer dann aber, wenn sich die Geldmenge langsamer vermehrt als die Menge der „anderen“ hergestellten Waren, wird das „Geld“ einen immer höheren Wert bekommen.

Praktisch heißt das: die Preise fallen! Bei einer durchschnittlichen Steigerung der (Gold)Geldmenge von ca. 2 % jährlich in den letzten 100 Jahren dürfte es nicht schwer gewesen sein, mehr als 2 % neue Waren als im Vorjahr herzustellen – mehr als 2 % „Wirtschaftswachstum“ zu generieren?.

Aktueller Bezug: Seit der Einführung des Euro (2002 bis 2012) stieg die „Wertschöpfung“ in Europa (also das fiktive europäische Bruttoinlandsprodukt) NUR um 15 %. Die aus wertlosem Papier oder einfach am PC aus dem Nichts „hergestellte“ Geldmenge hat sich in derselben Zeit verdoppelt!!!

Experten schätzen ein, dass bei einem richtigen, „gutem“ Geld durch die Teilnahme der ehemals sozialistischen Ostblockstaaten, von ehemaligen Entwicklungsländern wie China, Indien und Brasilien am weltweiten Handel, sowie der Öffnung deren Märkte für „Produkte aus aller Welt“ die Preise in den letzten 30 Jahren weltweit um 30 bis 40 % gefallen wären!

Hat jemand die Fantasie, sich vorzustellen, was das gerade für die Armen der Ärmsten in unserem Land bedeutet hätte? Sinkende Preise und steigende Geldwerte sind besser für die Armen als sozialistischer Hokuspokus wie Miet- und andere Preisbremsen oder ein gesetzlicher Mindestlohn!

Allesamt übrigens Relikte aus der übelsten aller sozialistischen Mottenkisten: Das „Gesetz zur Kontrolle der Preise und Löhne in Deutschland“, dass sich Adolf Hitler 1936 in diesem Jahr am 20. April selbst zum Geburtstag schenkte! Da kann man all diese sozialistischen Wohltaten noch einmal nachlesen. Und viele andere, von denen die Sozialisten in Deutschland heute (bisher) nur zu träumen wagen …

Gut wäre ein solches „Waren(Gold)Geld“ kurioser Weise aber auch für all die Leute, die sich von der unmoralischsten aller menschlichen, selbstzerstörerischen Geiseln nicht lösen könne. Dem Neid! Da wäre zu allererst an die Sozialisten aller Couleur zu denken …

Auch das Geld des Ärmsten der Armen würde nämlich nur dann im Wert steigen, wenn  andere möglichst viel produzieren und zu möglichst hohen Preisen verkaufen! Die Meldungen von Rekordgewinnen einzelner Unternehmen müssten ihnen nicht mehr die Zornesader schwellen und die Hasskappe aufsetzen lassen: umso mehr und heftiger „die Anderen“ verdienen – umso wertvoller wird das Geld auch in seinem Beutel.

Dass die derzeitig Macht ausübenden Politiker aus aller Welt ein solches Modell scheuen, wie der Teufel das Weihwasser, liegt auf der Hand. Wie schon beschrieben!

Warum aber um Gottes Willen greift keiner von denen das Thema auf, die sich genau als der Widerpart dieser durch Papiergeld herrschenden Klasse sehen?

Die EU-kritischen Parteien zum Beispiel, die nun nach dem 25. Mai erstmalig eine relative Macht und damit ein Initiativrecht im EU-Parlament haben? Die sich – nach eigenem Bekunden – nichts mehr wünschen als einen Gegenentwurf zu der heutigen Politik? Die den Menschen echte Visionen anbieten müssten, statt weiterer Sozialklempnerei?

Man sollte die um eine Antwort bitten. Hoffentlich lautet die dann aber nicht: Weil wir eben auch Politiker sind. Und die Macht erst erlangen möchten, die die Etablierten schon so lange vor uns haben!

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Martin Ebner

Ein Schritt in die richtige Richtung wäre schon mal, wenn das Geld wenigstens verstaatlicht würde, anstatt völlig unkontrolliert von Privatbanken aufgebläht zu werden. Jedenfalls scheint die Schweizer Vollgeld-Initiative (bei der v.a. die Banker verlieren würden) politisch nicht ganz so unrealistisch zu sein wie eine Rückkehr zum Gold-Geld (das Banker und Politiker entmachten würde).
http://martin-ebner.net/topics/money/vollgeld/

Gravatar: Klimax

Das ist völlig unplausibel. Vielleicht bringen sie mal Belege für Ihre Spekulationen, dann könnte man auch etwas damit anfangen.

Gravatar: Freigeist

Jedes alternative Geld würde Krisen erzeugen. Insbesondere in den Ländern mit hohem Bevölkerungswachstum. Rohstoffländer würden superreich werden.

Gravatar: harald44

Gehörte nicht auch noch Schumpeter aus den Vorkriegsjahren mit seinem epochalen Werk Kapitalismus, Sozialismus und.......(?) dazu?

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