Vom Glauben an den Masterplan

Die geplante Energiewende strauchelt an der Unvereinbarkeit von staatlicher Planung und der technisch-ökonomischen Realität. Trotzdem wird immer wieder  der Ruf nach einem Masterplan laut. Der würde dann etwa so klingen:

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Die Erzeugung von Elektroenergie aus erneuerbaren Energieträgern muss im Jahre 2020 38,6 Prozent des Bruttoendverbrauchs betragen. Zur Lösung dieser Aufgaben ist die volle Ausnutzung aller bestehenden Kapazitäten der elektrischen Energie aus erneuerbaren Energieträgern und die Inbetriebnahme neuer Kapazitäten zu gewährleisten. Im Laufe des Nationalen Aktionsplans müssen die Disproportionen zwischen Erzeugung und Verbrauch durch den Ausbau der Netze und die Montage neuer Stromspeicher beseitigt sowie alle Wasserkraft- und Speicherwerke erweitert werden. Die wichtigste Voraussetzung für die reibungslose Versorgung der in wachsendem Maße Elektroenergie beanspruchenden Volkswirtschaft ist strenge Sparsamkeit beim Verbrauch von Strom durch die Verbraucher und Elektrizitätswerke.

So ein Masterplan ist auch ganz schnell gemacht, denn an historischen Vorlagen besteht keine Mangelware, wie diese Vorlage des ersten Fünfjahrplans der DDR aus dem Jahr 1950 zeigt:

Die Erzeugung der Energiewirtschaft wird im Jahre 1955 bei einer Erhöhung gegenüber 1950 auf 177 Prozent auf 1,4 Milliarden DM gesteigert. Die Erzeugung von Elektroenergie muß im Jahre 1955 31,6 Milliarden Kilowattstunden betragen. Zur Lösung dieser Aufgaben ist die volle Ausnutzung aller bestehenden Kapazitäten der elektrischen Energie und die Inbetriebnahme neuer Kapazitäten von 2,160 Megawatt zu gewährleisten. Im Laufe des Fünfjahrplans müssen die Disproportionen zwischen Kessel- und Turbinenanlagen durch die Rekonstruktion von Kesselaggregaten und die Montage neuer Kesselanlagen beseitigt sowie alle Wasserkraft- und Speicherwerke wieder völlig hergestellt werden. Die wichtigste Voraussetzung für die reibungslose Versorgung der in wachsendem Maße Elektroenergie beanspruchenden Volkswirtschaft ist strenge Sparsamkeit beim Verbrauch von Strom durch die Verbraucher und Elektrizitätswerke.

Im Bezug auf die Details stehen heutige Pläne der damaligen staatlichen Wirtschaftsplanung in nichts nach. Auch nicht wesentlich, was die Mittel und Wege betrifft. Genauso hoch dürften die Erfolgsaussichten sein.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Hans von Atzigen

Tja die sog. 68 iger haben den Untergang der UDSSR bis heute weder vekraftet noch begriffen.Anders laesst es sich wohl kaum erklaeren warum die Postwendend das gescheiterte Modell in modifizierter Vorm in Westeuropa neu aufgelegt haben.Alternative Modelle wurden beharrlich weder in erwaegung gezogen noch in einer offenen und freien Debate gesucht.Ohne zutiefst Liberale Verantwortungsbewusste Grundeinstellung gibt und kann es keinen echten nachhaltigen Vortschritt geben.

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