Verbotsmarathon

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[caption id="attachment_10041870" align="alignleft" width="592"]Bildquelle: www.silbenton.de Bildquelle: www.silbenton.de[/caption]

Am kommenden Donnerstag ab sechs Uhr wird zurückgeblitzt. Dann wird Bundesdeutschland unter einer vierundzwanzigstündigen Polizeioffensive erzittern, die auch schon vor einem Jahr Hunderttausende von unmündigen und vorsätzlichen Rasern erfolgreich kriminalisiert hat. Allein in Berlin wurden beim ersten „Blitzmarathon“ 90.000 Fahrzeuge an 254 Kontrollstellen des zu schnellen Fahrens überführt. Wenn das kein Erfolg eines sich konstituierenden Polizeistaats ist… Im Berlin hatten die „Berlinerinnen und Berliner“, wie es im treudoofen politisch korrekten Zweiklassendeutsch beim Abdruck der Polizeimeldung in den Zeitungen heißt, diesmal auch noch die vorzügliche Möglichkeit, institutionelle Blockwartfunktion zu übernehmen und die Mitbürger vorauseilend pauschal zu denunzieren: Jeder Interessierte konnte der Polizei über ein Online-Formular Straßen nennen, in denen es zur Geschwindigkeitsüberwachung kommen soll. Wie beim ESC oder vielleicht auch nach Lust, Laune oder gar Sachverstand wurden dann die „Sieger“ ermittelt, und es kann nun auch auf Ihrer Strecke zur Arbeit mitgeblitzt werden.

Moment mal, was soll der Zynismus? Müssen nicht Einzelne daran gehindert werden, auf Kosten der Nerven oder der Gesundheit anderer sich Vorteile im Straßenverkehr zu verschaffen? Hat nicht der Staat eine Fürsorgepflicht? Ist Konrad Kustos jetzt zu den Anarchisten übergelaufen? Selbstverständlich muss der Staat steuern, die Frage ist nur, wie. Bei den 90.000 zur Strecke gebrachten Autofahrern in Berlin und den anderen anderswo handelt es sich nämlich mit Sicherheit, wenn auch aus gutem Grund von der Polizei nicht veröffentlicht, zu einem Anteil im hohen 90%-Bereich um solche, die die Geschwindigkeitsgrenze nur unwesentlich und ohne Gefährdung anderer überschritten haben. Die wahrscheinlich durch ihr Verhalten den Verkehr sogar flüssiger und effektiver gemacht haben.

Gleichwohl heißen alle diese Menschen in der Sprache der Verantwortlichen und der Medien „Raser“. Wie heißen dann eigentlich die Autofahrer, die wirklich rasen? Vielleicht ist es notwendig, hier noch einmal zu relativieren: Natürlich bedarf es der Kontrollen und bedarf es der Strafen, um Ordnung und Sicherheit aufrechtzuerhalten. Aber angesichts der in Pauschalregelungen lauernden Ungerechtigkeiten und der Tendenz, im scheinbaren Interesse der Sache zu übertreiben, gilt es ebenso, eine gewisse Zurückhaltung des Staatsapparats zu fordern. Der in der Tat erforderliche Abschreckungscharakter auf Verkehrsrüpel kann gesamtgesellschaftlich sowieso viel weniger diffus dadurch erreicht werden, dass wirkliche Unfallverursacher mit dafür größerer Härte angegangen werden.

Als Beispiel für Ungerechtigkeiten müssen nicht nur unterschiedliche Verkehrssituationen, Tageszeiten oder Straßenzustände bei gleichen Temporegelungen herhalten. Es reichen Vergleiche der Strafordnung: Für 21 km/h zu schnell gefahren gibt es einen Punkt in Flensburg, für 70 km/h zu viel ebenfalls. Für 0,5 fünf Promille gibt es zwei Punkte, für das doppelte auch. Die rote Ampel nach einer Sekunde kostet zwei Punkte, was punktetechnisch gleichgesetzt wird mit Fahrerflucht, illegalen Straßenrennen und Nötigung. Das erinnert an amerikanische Verhältnisse, bei denen der zum dritten Mal erwischte Apfeldieb für Jahre ins Zuchthaus muss.

Ein Fahrer, der einem Bei-Gelb-Bremser aufgefahren war, wurde vom Landgericht München die volle Schuld zugesprochen, obwohl er nachvollziehbar ausgeführt hatte, er habe sogar selbst noch bei Gelb über die Ampel fahren können. Man vergleiche diese Rechtsprechung mit der täglichen, erprobten und sinnvollen Praxis: Was wäre denn der Sinn einer gelben Ampel, als auf das kommende Rot hinzuweisen, statt, wie die Rechtsprechung es aus übersteigertem Kontrollbewusstsein sieht, selbst schon Rot darzustellen.

Auffällig sind aber vor allem die ständig steigenden Erlöse aus Verkehrsordnungswidrigkeiten. Merkwürdigerweise, aber wohl aus gutem Grund, finden sich kaum übergreifende statistische Zahlen zu diesem Phänomen. Berlin jedenfalls steigerte seine Einnahmen aus Verkehrsordnungswidrigkeiten von 2010 zu 2011 um 21% d.h. von 23 Millionen auf mehr als 28 Millionen Euro. 2012 ging es weiter nach oben. Und diese Steigerung ist dramatisch höher als der zu Grunde liegende Anstieg der Zahl der Verstöße.

Es kommt dem Regulierungsstaat also zupass, dass seine Ordnungspolitik nicht nur auf ein ausuferndes und deshalb situationsunangemessenes Sicherheitsverständnis zurückgreifen kann, sondern auch noch seine Taschen füllt. Deutliche Worte sprach der Leserbrief eines aktiven Polizisten in der Berliner Morgenpost: „Die Geschwindigkeitskontrollen dienen lediglich zum Geldeintreiben. Ich habe oft erlebt, dass Kontrollen vor Schulen abgebrochen und dann an breiten Hauptstraßen fortgeführt wurden, weil dort mehr Verwarnungsgelder erzielt werden. Die Verkehrssicherheit spielt überhaupt keine Rolle. Jeder weiß es, aber alle streiten es ab. Die Direktionen liegen durch das Controlling untereinander im Wettstreit. Eine Direktion, die in der Jahresstatistik mit Verwarnungsgeld und Bußgeldbescheiden hinten liegt, verpflichtet sich in der Zielvereinbarung, besser zu werden. Das geht natürlich nur, wenn man nicht vor Schulen und Krankenhäusern steht, sondern an Straßen mit hohen Durchschnittsgeschwindigkeiten.“

Bevor ich jetzt von missverstehen(wollen)den Kommentaren erschlagen werde: Mir ist schon bewusst, dass eine liberalere Verkehrsstrafenpolitik auch Risiken birgt und kurz- bis mittelfristig auch eine moderate Zunahme der Unfallzahlen bewirken könnte. Doch es wäre in Verbindung mit fühlbaren Strafen für Schadensverursacher ein Weg, über eine angemessene Ordnungspolitik das Verantwortungsbewusstsein und die Einsicht in die Notwendigkeit rücksichtsvollen Verhaltens eines jeden Verkehrsteilnehmers zu stärken.

Als ich in jungen Jahren durch das damals noch sozialistische Jugoslawien fuhr, und merkte, dass in der mit Tempo 50 ausgeschilderten Kurve fünf Stundenkilometer mehr beinahe zu einem Abflug in die Schlucht geführt hätten, hatte ich begriffen, dass die Schilder hier nicht wohlmeinende Fantasiezahlen anzeigten, die jeder nach Stand seines Selbst- oder Obrigkeitsbewusstseins frei zu interessieren hat, sondern eine zu respektierende Realität.

Doch hierzulande geht es ja bekanntlich immer weniger um die Realität als um die Virtualität. Bürger wie Staat überbieten sich in virtueller Menschenfreundlichkeit, ohne zu prüfen, ob nicht mehr Schaden als Nutzen angerichtet wird. Eine Erkenntnis, die natürlich nicht nur für die Verkehrspolitik gilt. Diese Denkweise bedient sich der Triebkraft des Irrationalen. Wie bei einem Pilotenspiel gewinnt der, der sich frühzeitig an die Spitze der Bewegung der Menschfreundlichkeit und des Gutestuns setzt. Das geschieht natürlich nicht bewusst, sondern intuitiv, so wie auch der Niedergang an sich im Grunde nicht das Ergebnis der Pläne irgendwelcher böser Menschen ist, sondern das degenerierender Strukturen.

Mittlerweile findet geradezu ein Wettrennen um die Pole-Position beim Gutestun statt. Aber dieses Gute wird über Anweisungen, Regeln und Gesetze angepeilt und nicht durch Ermöglichung eines sozialen Reifeprozesses. Die Niedergangsgesellschaft spült dabei Totalitaristen in die Machtpositionen, die unseriös einfache Lösungen für komplexe Situationen anbieten. ‚Kopf ab’ statt rechtsstaatliches Verfahren beispielsweise. Da ist der Weg nicht weit, dass ein Bundespräsident uns vorgauckelt, Militäreinsätze in fremden Ländern seien ein Gebot der Nächstenliebe. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht der Weltkrieg vor der Tür.

Diese neue Ideologie des „Totschützens“ beginnt bei überfürsorglicher Kindererziehung und endet im totalitären Staat. Sie ist eine Einübung in Folgsamkeit ohne eigentliche Positionen, Gehorchenlernen auf der Metaebene. Das alles sind Vorboten von Verboten. Dabei geht es, wie bei historischen Ideologien auch, selbstverständlich immer auch um das Gute. Nur dass all die anderen, und die sind meistens auch noch in der Mehrheit, dazu gezwungen werden müssen. Natürlich zu ihrem eigenen Vorteil. So lernen wir von diesem Apparat, dass auch Überwachung, zumindest solche aus ach so guten Gründen, in unserem eigenen Interesse stattfindet. Und weil das so gut klingt und wir darauf hereinfallen, findet Überwachung und Drangsalierung inzwischen auch in unseren Köpfen eine masochistische Heimstatt.

Was kommt alles noch danach? Ignorieren wir das heute und beruhigen unsere zurecht vibrierenden Nerven, in dem wir auf die vergleichsweise harmlose Spielwiese Verkehrspolitik zurückblicken. Die schwedische Firma Edeva hat eine Fallgrube entwickelt, die sofort für „einen heilsamen Schock“ sorgt. Fährt jemand zu schnell, senkt sich einige Meter hinter der Tempokontrolle eine quer verlaufende Metallplatte um vier Zentimeter. Auto und Insassen werden dadurch kräftig durchgerüttelt. Die Anlage habe sich in einem schwedischen Ort schon bewährt: Dort sank der Anteil der Schnellfahrer (in verkehrsberuhigten Zonen) von 70 auf 20%. In meinem Rechtsverständnis ist das massive staatliche Gewalt gegen Menschen, die keinen anderen Verstoß begangen haben, als eine Situation selbständig einzuschätzen, statt auf staatliche Anordnungen zu vertrauen. Wer nicht hören will, muss eben fühlen. Eine wahrhaft erschütternde Maßnahme.

Mehr von Konrad Kustos gibt es hier: chaosmitsystem.blogspot.de

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Andreas Schneider

Dazu eine Anekdote am Rande: vor etwa 15 Jahren war ich Mitglied der Schulpflegschaft an der Grundschule meines jüngsten Sohnes. Bei einer Versammlung kam plötzlich das Gespräch auf das "gefährliche Rasen" auf dem am Ende einer 30 km/h-Zone in einer Sackgasse gelegenen Schulweg . Wegen meiner damals aus beruflichen Grünen recht guten Kontakte zur örtlichen Polizeiwache trug man mir (dem "Hahn im Korb") an, eine Geschwindigkeitskontrolle zu veranlassen. Ich fragte zwei Mal nach, ob das ernst gemeint sei und ob ich das tatsächlich tun solle. Mit einiger Verärgerung nahm man auf, dass ich dieses Nachhaken im Protokoll nachgewiesen wissen wollte.

Der Zufall wollte es, dass der am nächsten Tage angesprochene Wachhabende ein Nachbar war. Er machte ob des vorgetragenen Anliegens große Augen. Im unnachahmbaren Heimatdialekt fragte er, ich wisse doch hoffentlich, was das bedeute.

Die folgende Kontrolle etwa 2 Wochen später filterte in wenigen Minuten 13 sog. "Raser" aus (der Schnellste wurde, wie ich hörte, mit 37 km/h erwischt). Ein Jedes der Fahrzeuge wurde von einer Mutter gesteuert, die ihren Nachwuchs zur Schule brachte (u. a. eine aus dem erlauchten Kreise der Schulpflegschaft). Die Kontrolle hätte wohl noch mehr Verstöße nachgewiesen, hätte nicht eine Mutter den Beamten mit seinem Gerät entdeckt und so abrupt gebremst, dass die folgende Mama aufgrund zu geringen Abstandes schwungvoll auffuhr.

Ich bekam Einiges zu hören - wieso ich Idiot denn nicht gesagt hätte, wann die Kontrolle stattfände (woher sollte ich dass wissen?) Die Quittung kam 4 Monate später, bei der nächsten Versammlung. An Stelle des sattsam bekannten "Wiederwahl!"-Rufs wurde ich nicht einmal mehr vorgeschlagen. Mein hoch dotiertes Ehrenamt übernahm eine "geblitzte" Mutter.

Nebenbei: in den nunmehr 42 Jahren des Schulbetriebs, also auch vor diesem Mini-Marathon, hat es au der Zufahrt keinen einzigen verkehrsbedingten Personenschäden gesetzt.

Gravatar: Alle guten Namen waren weg

"Was man will, ist Kohle, Kohle und nochmals Kohle. Räubermentalität halt."
Genau! Deshalb wird die Aktion auch vorher groß angekündigt und alle Standorte der Blitzer genannt...

Ja. es gibt Abzocke: Typischerweise von der Gemeinde aufgestellte, fest installierte Blitzer. Die steuern nichts zur Verkehrssicherheit bei und werden nur zur Verbesserung des Etats aufgestellt. Kontrollen der Polizei an Unfallschwerpunkten gehören aber nicht dazu. Mit Differenzierung scheint die Mehrzahl der Diskutanten aber schon überfordert. Hauptsache man pflegt seine Vorurteile.

(Anm. d. Red.: gekürzt)

Gravatar: MicroHirn

Ich fahre Auto, Bahn, Rad, je nachdem.
Fahre ich Auto nehme ich in kurzer Zeit die Autofahrer-Perspektive ein und schimpfe über Radfahrer und Fussgänger. Meine Frau macht mir dann wieder bewußt, wie sehr hier ein Jekyll und Hide-Problem vorliegt. Ich weiß also durchaus, wovon ich spreche.
Verkehrskontrollen haben genau diesen Sinn, den Autofahrern wieder bewußt zu machen, dass sie sich an die Verkehrsregeln halten sollten, ansonsten müssen sie blechen. Das ist weder Schikane, noch Abzocke, da sich jeder verhaltensmäßig anpassen kann oder eben finanziell dafür einstehen muß. Soviel 'Cojones' sollte man dann aufbringen zu akzeptieren, dass man auch erwischt werden kann und dafür einsteht, ohne mit dem Vorwurf der Wegelagerei sein Verkehrsverhalten noch zu rechtfertigen.

Gravatar: qed

Seufz. Sie sind Fußgänger und Bahnfahrer, nicht wahr?
Wer an die 100 k km zurücklegen mußte im Jahr wie ich, fährt so streßfrei wie möglich. So kommt es , daß trotz enormer Fahrzeugdichte und massiv gestiegenen km- Leistungen die Zahl der Verkehrstoten seit vielen Jahren rückläufig ist. Natürlich gibt es Vollpfosten, die am liebsten die Reifen glühen lassen.
Was man will, ist Kohle, Kohle und nochmals Kohle. Räubermentalität halt.

(Anm. d. Red.: gekürzt)

Gravatar: MicroHirn

Nun ist es ja anacheinend so, dass der Verstand hinterm Steuer in dem Moment aussetzt, wo man mit dem Gaspedal spielen darf.
Verkehrssicherheit ist eine der Aufgaben der Polizei und seitdem es Verkehrskontrollen gibt, wird dieser Schikane, Abzockerei und Willkür entgegengehalten. Nur das eigene Verhalten erscheint im richtigen Licht. Wenn da man nicht eine typische Betriebsblindheit herrscht!
Das Selbstregulierungsvermogen von Autofahrern ist kaum vorhanden und auch die Einsicht für nötige Kontrollen ist nicht zu vermitteln. Das spricht schon für sich.

Gravatar: Blobfisch

Es ist nunmal Vorschrift, an bestimmten Stellen nur mit einer bestimmten Geschwindigkeit zu fahren. Und auch wenn man nur ein bisschen zu schnell gefahren ist, so ist man trotzdem zu schnell gefahren. Wer nur ein bisschen Geld klaut ist trotzdem ein Dieb, wer jemanden schlägt und ihm "nur" einen Kratzer verpasst, hat trotzdem Körperverletzung begangen. Wer nur ein bisschen zu schnell fährt ist trotzdem zu schnell gefahren. Sonst heißt es irgendwann, bei 30 km/h darf man nach Gewohnheitsrecht ja eigentlich eh schon 40 fahren, und da war ich jetzt mit meinen 50 km/h auch nicht so viel drüber. Irgendwo muss man die Grenze halt ziehen, sonst verschwimmt diese zunehmend und am Ende hat man gar keine Grenze mehr.
Außerdem wird man meines Wissens auch erst geblitzt, wenn man mindestens 5 oder 10 km/h über der erlaubten Geschwindigkeit fährt. Wenn man dann also tatsächlich geblitzt wird, war man schon ein gutes Stück zu schnell unterwegs.

Gravatar: Vielfahrer

Natürlich gibt es Verletzte und Tote im Verkehr, auch wenn die Zahlen zurückgehen. Wer so wie ich viel unterwegs ist, sieht eher wenige verrückte Raser, auch wenn es die sicher (noch) gibt. Es sind wohl eher die genannten Gelbbremser, Links(Mittel)spurblockierer, Abbieger ohne Rücksicht (ein toter Motorradfahrer jedes Mal, sollte der übersehen werden), 70kmh auf der Bundesstrassefahrer, die für einen großen Teil der Unfälle sorgen. Formal im Recht, gibt es weder Statistik noch Strafmöglichkeit gegen diese Gefahr. Und gefährlich ist es, ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal eine Vollbremsung wegen eines Rasers machen musste, die letzte wegen eine solchen Schnarchnase war Freitag.

Gravatar: qed

"Wegelagerei" gehört noch zu den harmloserern Bezeichnungen, die die Ordnungshüter unserer 'freiheitlich- demokratischen Grundordnung' sich redlich erworben haben.

http://www.auto-motor-und-sport.de/news/autofahrer-abzocke-millionen-geschaeft-mit-bussgeldern-7619867.html

Jeder Mensch sollte wissen, daß ihm dieser verrottete Staat keinen Schutz mehr gewährt:

Berliner Polizei ermittelt nur noch bei Aussicht auf Erfolg- übrigens nicht nur da.
http://www.morgenpost.de/berlin/article131287640/Berliner-Polizei-ermittelt-nur-noch-bei-Aussicht-auf-Erfolg.html
Polizeiintern wird das Aufsuchen von von Einbrüchen heimgesuchten Bürgern übrigens als 'Beileidsbesuch' bezeichnet, was ein erhellendes Licht auf die Bemühungen zur Aufklärung wirft: die Aufklärungsrate ist in der BRD mit am geringsten von allen EU- Ländern

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/tv-kritik/tv-kritik-menschen-bei-maischberger-die-opfer-schlagen-zurueck-12917157-p2.html

Wer nun aber glaubt, dies beschränke sich auf Delikte wie Einbruch, Diebstahl u.ä., dem sei geraten, sich mal nach den Zuständen in Miri- City (früher Bremen) zu erkundigen.
Eine Familie, tief verstrickt ins Verbrechen
http://www.welt.de/vermischtes/article121065099/Eine-Familie-tief-verstrickt-ins-Verbrechen.html

Selbstredend die Frage, was denn nun 'Aussicht auf Erfolg' wohl bedeuten mag- die Opfer der moslemischen Kindervergewaltigungsorgien in Rotherham können dazu sicher etwas beitragen wie auch die Bürger von Kirchweyhe, wo nach der Schlachtung von Daniel S. die Präsenz unsere 'Ordnungshüter' vor allem zur Verhinderung herbeihalluzinierter rechtsradikaler Zusammenrottungen diente und diese merkwürdige Epidemie von Erblindung hat auch längst die Justiz erfaßt: Im Falle des Daniel S. handelte es sich lt. Richterlein Grebe gar nicht um Mord oder Totschlag- wahrscheinlich lebt er sogar noch.

Die sogenannte 'Polizei' ist nur dem durchideologisierten Staat verpflichtet, sonst niemand. In dessen Namen werden von ihr Verbrechen begangen wie Strafvereitelung, Falschaussagen, Beweismittelfälschung usw.- selbst dem Uninteressierten dürften die eklatanten Skandale im Falle des Phantoms NSU nicht entgangen sein- an dreist vor dem Bundestag lügende Polizeipräsidenten gewöhnt man sich auch.
http://wer-nicht-fragt-bleibt-dumm.blogspot.de/

Und nicht zuletzt wäre da noch EUROGENDFOR, eine militärisch ausgerüstete Polizeitruppe zur Niederschlagung von"Aufständen". Wir dürfen vermuten, daß die es mit der 'Rechtsstaatlichkeit' nicht allzu eng sehen und wer mit 'Aufständische' gemeint ist.

Lassen wir dazu doch einfach mal den Verstand sprechen, verehrtes MicroHirn!

Gravatar: Andreas Schneider

Da spricht jemand (nicht nur) meine Sprache! Danke, Herr Kustos!

Den ganzen Unsinn habe ich im Vorjahr in einem kleineren, lokalen Forum angesprochen. Die Diskussion brachte verschiedene Sichtweisen ein, aber es war bezeichnenderweise gerade eine Polizeibeamtin, die mir beisprang und den "Marathon" als rein politisch motivierten Aktionismus anprangerte. Erfahrungsgemäß sei die eindeutige Überzahl der Verkehrsteilnehmer recht umsichtig unterwegs und wirkliche "Raser" selten.

Sie konnte das so äußern - das Forum arbeite ohne Klarnamen. Anders erging es dem Beamten in meiner alten Heimat, der (auch politisch aktiv) nicht nur in offiziellen Dienstschreiben die Auswahl der Standorte für Geschwindigkeitskontrollen, ob mobil oder statisch, als "einnahmen- und nicht an Gefahrstellen orientiert" zu bezeichnen wagte, sondern diese Meinung auch nach außen trug.

Er ist Beamter auf Lebenszeit. Aber einer Karriere, die diesen Namen verdient, sieht er heute nicht mehr entgegen. Nicht, dass dies etwas mit seinen Äußerungen zu tun hätte! Nein, ganz gewiss nicht!

Gravatar: Autofahrer

Da wäre erstmal einzuschätzen, wie viele Verkehrstote auf das Konto von zu schnellem Fahren gehen. Es gibt schliesslich noch jede Menge andere Typen von Unfallursachen. Unzweifelhaft ist zu schnelles Fahren eine Hauptursache nur das macht es gerade um so heuchlerischer, wenn der Staat Kontrollen vor Schulen und Krankenhäusern einschränkt, um anderswo mehr zu kassieren.

Davon abgesehen werden wir eher früher als spåter sowieso alle eine GPS- oder Galileo-gestütze Dauergeschwindigkeitskontrolle im Auto haben. Dann hat sich das mit der Blitzerei erledigt und die staatliche Aufsicht wird total sein. Man wird auch noch mehr kontrollieren können: Mindestens die Anwendung von Sicherheitsgurt und Blinkern sowie das Brems- und Beschleunigungsverhalten.

Gravatar: siggi

Das Problem lässt sich lösen mit einem Geschwindigkeitstempomat. Per Funk aus einer Straßenstange reguliert er die zu Zeit erlaubte Geschwindigkeit.
Würde kein Geld in die Staatskasse bringen, Gutbürger müsste sich ärgern über keine Straßenraser. Es ist eben ein deutsches Phänomen, andere nicht regulieren zu dürfen.

Gravatar: MicroHirn

Lassen wir doch dazu mal die Statistik sprechen:

Bei Straßenverkehrsunfällen Verunglückte und Getötete in Deutschland im Jahr 2013 nach Bundesländern :

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/38126/umfrage/verunglueckte-im-strassenverkehr-in-deutschland/

Das geht locker in die Hunderttausende von versehrten, verstümmelten und getöteten Menschen

Allein jeden Monat geht die Anzahl der Getöteten in die Hunderte:

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/161724/umfrage/verkehrstote-in-deutschland-monatszahlen/

Wenige Stundenkilometer mehr entscheiden schon über Leben oder Tod.

Und dann schreibt jemand über 'Polizeioffensive' als sei dies die wahre Bedrohung

Und Gelbbremser als Gefahr? Lächerlich, ich sehe erschreckend viele Rotfahrer, die den Ampelumschalt-Takt noch ausnutzen, um über die Kreuzung zu flitzen. DAS ist beunruhigend.

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