Warum ehemalige politische Häftlinge der DDR an der Liebknecht- Luxemburg Demo teilnehmen

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Warum ehemalige politische Häftlinge der DDR an der Liebknecht- Luxemburg Demo teilnehmen
Datum: 11.01.2014, 11:15

Am Sonntag, dem 12. Januar ist es wieder so weit: Es findet die jährliche Liebknecht-Luxemburg- Demo in Berlin statt, die sich nach 1990  zu einem Aufmarsch ultralinker und linksradikaler Gruppierungen entwickelt hat.

In den vergangenen Jahren wurden dabei auch Porträts von Stalin, Mao, Trotzki und anderen kommunistischen Führern gezeigt.

Auf dem Sozialistenfriedhof, dem Ziel der Demonstration angekommen, beschränkten sich linksradikale Demonstrationsteilnehmer  nicht darauf, am Grab von Liebknecht und Luxemburg rote Nelken abzulegen, sondern schändeten regelmäßig das Denkmal für die Opfer des Stalinismus, das vor ein paar Jahren auf dem Friedhof aufgestellt wurde.

Die Linke hält zwar Abstand von den Linksradikalen, indem sie zu einem eigenen „stillen Gedenken“ aufruft, bei dem rote Nelken an den Gräbern und am Gedenkstein abgelegt werden sollen, aber sie hat sich nie zu ihrer Verantwortung für Geschehnisse bekannt, die am Rande der LL- Demonstration stattfanden, als die Linke noch SED hieß und die herrschende Partei der DDR war.

Im Jahre 1988 wurden 105 Bürgerrechtler verhaftet, die mit eigenen Plakaten an der Demonstration teilnehmen wollten. Eine Woche später wurden weitere führende Bürgerrechtler, darunter Bärbel Bohley und Freya Klier, festgenommen.

Der Plan der SED, alle Verhafteten jahrelang hinter Gitter zu bringen, scheiterte an einer bisher in der DDR noch nie dagewesenen Solidaritätswelle. In mehr als 30 Städten und Gemeinden fanden allabendlich Solidaritätsveranstaltungen statt.

In Berlin nahmen die in der DDR akkreditierten Journalisten aus dem Westen teil, die der Welt von den Inhaftierten und der großen Anteilnahme der Bevölkerung an ihrem Schicksal berichteten. Der politische Druck wurde so groß, dass die Abschiebung der Inhaftierten in den Westen beschlossen wurde.

Einer der Anwälte, die an der Abschiebung der Bürgerrechtler mitgewirkt haben, war Rechtsanwalt Gregor Gysi, der bis heute zu seiner damaligen Rolle schweigt.

Gysi legt jedes Jahr, gemeinsam mit der Linke Partei-, und Fraktionsführung seine Nelke ab und konnte immer sicher sein, dass ihm keine unbequemen Fragen gestellt werden.

Deshalb werden politische Gefangene und ihre Sympathisanten mit weißen Rosen am Gedenkstein der Opfer des Stalinismus stehen und an die unaufgeklärte Liebknecht-Luxemburgaffäre von 1988 erinnern und gleichzeitig den Gedenkstein für die Opfer des Stalinismus vor Schändung durch Linksradikale schützen.

 

Wer will, kann uns ab 9.00 Uhr mir einer weißen Rose unterstützen.

Ort: Zentralfriedhof Friedrichsfelde, Gudrunstraße

Sven von Storch

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