Tagebuch 1989
Tagebuch 1989
Datum: 18.01.2014, 20:17
Am achtzehnten Januar 1989 betont DDR-Außenminister Oskar Fischer bei einem Treffen mit dem bundesdeutschen Außenminister Genscher, dass die Mauer so lange bestehen bleibe, wie die Gründe, die zu ihrer Errichtung geführt haben, existieren. Er ahnte nicht, wie Recht er damit hatte, aber anders als gedacht.
Neben Genscher hatte die DDR-Führung an diesem Tag noch einen anderen hochrangigen Gesprächspartner: Der schwedische Ministerpräsident Ingvar Carlsson weilte in der DDR. Das Neue Deutschland sah darin einen „Meilenstein in den Beziehungen Schweden – DDR“. Nach dem Fall der Mauer gab es eine nicht unbeträchtliche Abwanderung von ehemaligen DDR-Deutschen nach Schweden.
Die einen gingen dorthin, um endlich den richtigen, den menschlichen Sozialismus zu erleben, die anderen, weil sie der geistigen Atmosphäre des vereinigten Deutschlands entfliehen wollten. Die einen wie die anderen sind enttäuscht worden. Schweden musste seine sozialistischen Experimente in den 90er Jahren wegen der bedrohlich gewordenen Staatsverschuldung zurückfahren. Die Befreiung von den sozialistischen Heilsideen im Geiste fand ebenso wenig statt wie in Deutschland.
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