Schießerei in Brüssel oder latenter Antisemitismus in der Tagesschau_
Schießerei in Brüssel oder latenter Antisemitismus in der Tagesschau_
Datum: 25.05.2014, 10:30
Die ARD kam gestern Abend ihrer Grundversorgungspflicht auf ganz fatale Weise nach.
„Schießerei in Brüssel“ titelte sie eine Meldung über einen antisemitischen Dreifachmord im Jüdischen Museum der belgischen Hauptstadt.
Zu einer Schießerei gehören immer mindestens zwei. Einer, der abdrückt, wie der Attentäter in Brüssel. Aber wer hat in diesem Fall zurück geschossen?
Die drei ohne Vorwarnung ermordeten Juden jedenfalls nicht, auch nicht der Museumsmitarbeiter, der noch mit dem Tode ringt. Niemand!
Aber Schießerei hört sich so an, als wären auch die Ermordeten mitschuldig. Der ARD-Konsument kann sich beruhigt zurücklehnen und weiter sein Feierabendbier genießen. Der antisemitische Dreifachmord war per Überschrift wegdefiniert.
Der erste Kommentar eines Zuschauers war prompt mit der Frage verbunden, ob die Opfer denn überhaupt jüdisch gewesen seien, man wüsste doch noch nichts über die Motive des Täters.
Spätestens bei diesem Kommentar hätte den ARD- Redakteuren klar sein müssen, welche antisemitischen Ressentiments sie mit ihrer irreführenden Überschrift bedienen.
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.
Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.


Add new comment