Resolution für Rapper Najafi auf dem Deutschen Anwaltstag in München

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Resolution für Rapper Najafi auf dem Deutschen Anwaltstag in München
Datum: 18.06.2012, 05:48

“Mein zweites Beispiel hängt eng mit dem Thema dieser Konferenz zusammen. Es betrifft einen Künstler. Während wir hier sitzen, das gute Essen und geistige Erbauung genießen, muss sich mitten in Deutschland ein Künstler vor einer Todesdrohung verstecken. Haben Sie davon gehört? Nein? Kein Wunder, denn obwohl sich der Mann bereits einen Monat verstecken muss, interessieren sich unsere Mainstream- Medien nicht dafür.
Es handelt sich um Shahin Najafi , einen Dichter und Sänger der persischen Sprache. Seit über sechs Jahren lebt er in Köln. In seinem Lied “Naqi” hat er für Frauen- und Männerrechte und für die sexuelle und politische Befreiung gesungen und dabei den 10. Imam um Hilfe gebeten. Dafür wurde vom Großayatollah Lotfollah Safi Golpayegani, ein Todesurteil, über ihn gesprochen , eine Fatwa .Die staatlich kontrollierten Medien Irans haben den Tötungsbefehl gegen den Künstler verbreitet. Seitdem werden Fotos des Sängers ins Netz gestellt, auf denen sein Kopf in einem Fadenkreuz zu sehen ist. Nicht selten weißt sein Kopf sogar Einschusslöcher auf. Gleichzeitig werden Demonstrationen für die Ermordung Shahins organisiert. In Deutschland sollen iranische Stellen das Todesdekret gezielt an hier lebende Iraner weitergeleitet haben. Kölner Islamisten prahlen sogar auf Facebook damit, Shahin in Kürze aufzuspüren und abzustechen.
Wenn bei uns überhaupt darüber berichtet wird, dann abwiegelnd. So beeilte sich Focus Online zu verbreiten, „Das vermeintliche Todesdekret gegen den iranischen Rapper Shahin Najafi ist nach Auslegung eines Experten nicht so schlimm. Die iranische Presse hatte in den Worten eines Großajatollahs den Aufruf zur Ermordung gesehen. Dies sei jedoch übertrieben.“ Wer dieser Experte ist, erfährt der Leser nicht. Aber noch schlimmer ist, dass es keine Verurteilung der Fatwa gibt, dass kein Aufstand der Anständigen klar stellt, dass Todesaufrufe in unserm Land nicht geduldet werden. Die wenigen Solidaritätsbekundungen, die es im Internet gibt, verhallen bislang fast ungehört. Wenn Sie das ebenso unerträglich finden , wie ich, können Sie sich der Initiative „Gesicht zeigen“ des Kölner Künstlers Gerd Buurmann anschließen.
tapferimnirgendwo.wordpress.com/2012/06/11/gesicht-zeigen/
Er sagt: „Die stärkste Waffe in der Hand jener, die unsere Freiheit bedrohen, ist die Angst. Die feigen Terroristen lassen sich nicht von Unterschriften oder Argumenten beeindrucken. Sie können, sie müssen nur entwaffnet werden! Das einzige was wir somit tun können ist, ihnen ihre Macht zu nehmen. Ihre Macht ist unsere Angst.“ Buurmann zeigt jetzt Portraits jener Menschen, die keine Lust haben, sich der Angst zu ergeben. Sie zeigen Gesicht und stehen so zu der Freiheit und somit auch zu Shahin Najafi.
Ich kann nur hoffen. Dass sich viele dieser Initiative anschließen, denn Menschenrechte, die nicht aktiv verteidigt werden, sind bald nicht mehr vorhanden.”
Der Chef der Arbeitsgruppe Dr. Lübbert und der Chef des Menschenrechtssauschusses verfassten darauf hin eine spontane Resolution, in der die deutschen Behörden aufgefordert werden, im Fall Najafi tätig zu werden und die Medien, über sein Schicksal mehr zu berichten.
Ein schöneres Honorar kann es nicht geben. Hoffentlich folgen noch viele diesem Beispiel…

Beitrag erschien zuerst auf achgut.com

Sven von Storch

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