Patentöchter im Theater unterm Dach

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Patentöchter im Theater unterm Dach
Datum: 17.01.2014, 16:52

 

Das Buch „Patentöchter“, der Autorinnen Julia Albrecht und Corinna Ponto ist kein gewöhnliches Buch. Es ist eines der brisantesten politischen Bücher in Deutschland.

Was die Schwester der Terroristin Susanne Albrecht und die Tochter des ermordeten Vorstandssprechers der Dresdener Bank,   Jürgen Ponto, vorgelegt haben ist weit mehr als die Aufarbeitung der familiären Tragödie einer Täter- und einer Opferfamilie. Es ist eine neue, für viele überraschende Sicht auf den nationalen Terror der RAF in den 70er Jahren.

Die RAF war keineswegs eine kleine Gruppe idealistischer junger Leute, die im edlen Kampf gegen das „Schweinesystem“, wie sie die beste Demokratie, die Deutschland je hatte, nannten, zu weit gegangen waren. Die Terroristen waren die Marionetten von Machern, deren Namen nach 30 Jahren immer noch unbekannt sind. In den wenigen überlebenden Akten der Staatsicherheit der DDR finden sich Aufsehen erregende Spuren. Alle RAF-Terroristen waren bei der Stasi registriert. Die Tat von Susanne Albrecht wird in einer Stasiakte als „Einsatz“ bezeichnet.

Die Opfer der RAF-Anschläge, die, mit  Ausnahme des Mordes an Ponto, alle nicht aufgeklärt sind, waren herausragende Vertreter der Bundesrepublik, Männer, die in Politik, Wirtschaft und Justiz einen großen  Beitrag zur Festigung von sozialer Marktwirtschaft, Rechtsstaat und Demokratie geleistet haben. Die Botschaft des Buches, dass es sich beim RAF-Terror um eine von Geheimdiensten gesteuerte Aktion gehandelt hat, ist in der Welt.

Nun gibt es eine Theaterfassung , die der Regisseur Mirko Böttcher hergestellt und einstudiert hat.

Das Zweipersonenstück, gespielt von Claudia Wiedemer und Silke Buchholz, ist eine ebenso dichte, wie beklemmende Zusammenfassung des Buches.

Dass die handlungsarmen Monologe und seltenen Dialoge keine Sekunde langweilig werden, ist der hohen Schauspielkunst der beiden Darstellerinnen zu verdanken. Die Zuschauer werden in die Geschichte förmlich hineingezogen und sind noch lange nach Ende des Stückes darin gefangen.

Was Wiedemer und Buchholz bieten ist keine einfache Geschichtserzählung, obwohl die schon spannend genug wäre, sondern philosophische Reflexionen über Gewalt, Geheimdienste, Sicherheit, Opfer und falsche Revolutionäre.

Wie brisant der Stoff bis heute ist, offenbart das Programmheft.

Es zitiert einen von der Autorin Regine Igel (Terrorismus-Lügen) gefundenen Vermerk vom 26.2. 1990:

„Im ehemaligen Amt für nationale Sicherheit der DDR (ehemals Staatssicherheit) liegen all Erkenntnisse zu den Geheimdiensten der BRD aufbereitet vor. Auch in den Köpfen von Spezialisten der Aufklärung und Abwehr sind diese Erkenntnisse gespeichert. Bei Offenlegung des Wissens über die Geheimdienste der BRD kann mit einer beträchtlichen Störung des gesamteuropäischen Einigungsprozesses gerechnet werden.“

Wer sich dieses brisante Stück nicht entgehen lassen möchte, kann es sich hier anschauen:

Berlin: 17., 30. 31. Januar, 20 Uhr Theater unterm Dach,

Sven von Storch

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