Haben Sie endlich mal den Mumm, IM Gregor, Sputnik, Notar!
Haben Sie endlich mal den Mumm, IM Gregor, Sputnik, Notar!
Datum: 26.11.2013, 08:49
Ich war ein paar Tage nicht in Deutschland, deshalb habe ich Gysis Auftritt vor dem Bundestag am 18. 11. verpasst. Aber dank You Tube konnte ich die atemberaubende Show des linken Dauerbrenners dennoch zur Kenntnis nehmen.
Chapeau! Was sich der alerte Gregor hier geleistet hat, übertrifft alles Bisherige.
Ein Mann, der nicht Mitarbeiter der Stasi genannt werden will, obwohl der Immunitätsausschuss des Deutschen Bundestages im Frühjahr 1998 nach dem Studium von hunderten Seiten von Berichten des IM Gregor, Sputnik und Notar, seine Mitarbeit für „erwiesen“ betrachtet hat, regt sich über die britischen und amerikanischen Geheimdienste auf, die „Freund und Feind“ ausspionieren.
Der Ausschuß für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung (1. Ausschuß) hat in seiner 87. Sitzung am 8. Mai 1998 im Überprüfungsverfahren gemäß § 44b Abs. 2 Abgeordnetengesetz mit der in Nummer 1 der Richtlinien des Überprüfungsverfahrens vorgesehenen Mehrheit von zwei Dritteln seiner Mitglieder eine inoffizielle Tätigkeit des Abgeordneten Dr. Gregor Gysi für das Ministerium für Staatssicherheit der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik als Erwiesen festgestellt.
Die Veröffentlichung dieses Votums versuchte Gysi gerichtlich zu verhindern, ist aber gescheitert. Deshalb kann das heute jeder nachlesen. Über die Freunde von Gysi ist mir nichts bekannt, aber seine Feinde hat IM Notar genauestens beobachtet und detaillierte Berichte abgeliefert. Seine Beobachtungen über Robert Havemann füllen Bände, seine Einschätzungen von Rudolf Bahro ebenfalls. Es gibt dutzende Mandanten von Gysi, die sich von ihm verraten fühlen können. Selbst in seinem Trabant, dessen Kennzeichen witzigerweise mit IM begann, was bei der Stasi vielleicht für den einen oder anderen Brüller gesorgt hat, war Gysi für Horch und Guck tätig. Als er eines Tages den jungen Maler Thomas Erwin von Havemanns Haus in Grünheide mit nach Berlin nahm, landete anschließend ein ausführlicher Bericht von IM Notar über dieses Gespräch bei der Stasi.
Bei der Staatsanwaltschaft Hamburg, wo auch ich Herrn Gysi wegen eidesstattlicher Falschaussage angezeigt habe, soll ein Stasioffizier zu Protokoll gegeben haben, Gysis Trabant sei abgehört worden. Man kann nur hoffen, dass die Staatsanwaltschaft die Probe aufs Exempel macht und sich überzeugt, dass dies technisch unmöglich war. Die Abhörgeräte der Stasi konnte man durch laufendes Wasser außer Kraft setzen, ein Trabant ist um Vieles lauter!
Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung, verlangt Gysi von der Bundesregierung, anlässlich des „Skandals einer flächendeckenden, umfassenden Bewachung“. Wie wäre es mit Aufklärung in eigener Sache? Die versucht Gysi mit allen Mitteln, vorzugsweise gerichtlichen, zu verhindern. Der Gipfel ist, dass Gysi im Bundestag ausgerechnet Christa Wolf zitiert, die in ihrem Roman Kassandra gesagt hat, dass der bestraft wird, der die Tat benennt, nicht der, der sie begeht. Genau das tut Gysi. Wer die Taten von IM Notar, Gregor oder Sputnik benennt und zuordnet, wird bestraft, dafür sorgen Gysis Rechtsanwälte.
In seiner Philippika lobt Gysi Edward Snowden dafür, dass er „immer die Wahrheit sagt“. Wie schön, wenn Gysi das auch mal täte.
Die „Bevölkerung hat einen Anspruch darauf“ nicht nur zu wissen, was die NSA in Wiesbaden baut, wie Gysi meint, sie hat auch einen Anspruch darauf zu wissen, wer IM Notar, Gregor und Sputnik ist.
Als der ehemalige ZDF-Korrespondent in der DDR, Börner, in den Ruhestand ging, machte er sich daran, in einem Film noch mal alles zusammenzufassen, was er über Gysi wusste. Obwohl „Die Akte Gysi“ im NDR nur zu später Stunde gezeigt wurde, haben mehr als eine Millionen Zuschauer die Beweise für Gysis Stasitätigkeit gesehen. Der Wunsch nach Wiederholung des Films war so stark, dass der Sender sich dazu entschloss.
Um diese Ausstrahlung zu verhindern, gab Gysi eine eidesstattliche Erklärung ab, in der er versicherte, dass er niemals wissentlich und willentlich über seine Mandanten oder „sonst jemanden“ an die Stasi berichtet habe. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Hamburg wegen eidesstattlicher Falschaussage.
Ein zweiter Film von Börner ist schon fertig und könnte ausgestrahlt werden. Auch den will Gysi verhindern.
„Haben sie endlich den Mumm, sich der Wahrheit zu stellen“, rief Gysi der Bundesregierung zu. „Hören Sie den Zeugen Snowden, erst dann ist Deutschland souverän“.
Der Mann dieser markigen Worte ist selbst alles andere als souverän. Er will, dass die von IM Notar, Gregor und Sputnik ausspionierten Menschen nicht in der Öffentlichkeit Zeugnis ablegen. Gysi traut sich nicht mal, mit denen zu diskutieren, die ihm Kontra geben könnten. Er weigert sich seit Jahrzehnten, mit Menschen wie Freya Klier, Hubertus Knabe, Bärbel Bohley, als sie noch lebte, oder mir, in den Talkshows oder auf den Podien zu diskutieren. Leider richten sich bis jetzt alle Gastgeber nach Gysis Wünschen.
„Wann haben Sie sich jetzt mal bei der Bevölkerung entschuldigt?“, tönte Gysi vor dem Deutschen Bundestag.
Ja, Herr Gysi, wann haben Sie sich denn mal entschuldigt, für das Spitzelsystem, das Sie mitgetragen haben, für das, was IM Notar, Gregor und Sputnik angerichtet haben, für die schätzungsweise 24 Milliarden DDR-Vermögen, die unter Ihrer Verantwortung als letzter SED-Parteichef in dunkle Kanäle verschwanden? Sie verweigern der Bevölkerung bis heute Ihr Wissen .
Sie haben in Ihrer Rede mehrmals mit dem Finger auf die Bundesregierung gezeigt. Dabei zeigten drei Finger auf Sie zurück.
Herr Gysi, ich bin Ihr Duckmäusertum so was von leid!
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