Gauck!!! Ein Sieg der Bürger über die Politikkungelei!

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Gauck!!! Ein Sieg der Bürger über die Politikkungelei!
Datum: 20.02.2012, 08:32

Rot-Grün hatte Joachim Gauck in einer Situation nominiert, in der wahrscheinlich war, dass er nicht gewählt wird. Wer die damalige Bürger- Kampagne für Gauck mitgemacht hat, weiß, dass sich die Unterstützung der Parteifunktionäre in engen Grenzen hielt. Es waren damals die Wähler, die in den sozialen Netzwerken und auf der Straße für Gauck mobilisiert haben und erreichten, dass er von einer Mehrheit der Bevölkerung unterstützt wurde. Das färbte auf die Bundesversammlung ab. Immerhin brauchte der von Bundeskanzlerin Merkel favorisierte Wulff drei Wahlgänge, um sich durchzusetzen. Zum Schaden für unser Land, wie sich herausstellte. Nach Wulffs Abgang war die politische Klasse hektisch bemüht, so schnell wie möglich business as usual zu proben. SPD und Grüne stellten sich keineswegs entschlossen hinter Joachim Gauck , sondern stellten Bedingungen für einen „Allparteienvorschlag“, die andere Kandidaten möglich gemacht hätten. Vorschläge zu hauf wurden ins Gespräch gebracht und sofort in den Medien breit publiziert, bis hin zur grünen Bundestagsvizepräsidentin Kathrin Göring Eckart. Diese Nebelkerzen erfüllten ihre Funktion nicht wie erwartet.
Die Bürger ließen sich nicht beirren und machten in jeder Unfrage klar, dass Joachim Gauck ihr Favorit ist. Als erste hat die FDP das mit der Hellsichtigkeit der Ertrinkenden realisiert und sich hinter Joachim Gauck gestellt. Das war für die Partei tatsächlich die einzige Möglichkeit, bei den Gesprächen im Kanzleramt eine Rolle zu spielen. Tatsächlich hatte sich die FDP mit ihrer Entscheidung für Gauck alle Trümpfe in die Hand gespielt. SPD und Grüne, die am Nachmittag noch durchsickern ließen, dass sie sich eine Wahl von Klaus Töpfer vorstellen könnten, mussten sich hinter ihren früheren Kandidaten stellen, sonst hätten sie sich unmöglich gemacht. Die CDU/CSU, die zur gleichen Zeit noch signalisiert hatte, dass sie alle möglichen Personen , nur nicht Gauck wolle, musste einknicken. Mit welchem Argument hätte sie auch begründen wollen, das Gauck nicht wählbar sei?
Ende gut, alles gut, wie Siegmar Gabriel bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Bundespräsidentenkandidaten meint? Sicher nicht für die Kanzlerin, deren gequälte Miene nur zu deutlich machte, wie wenig gut sie die plötzlichen Grenzen ihrer Macht findet. Die politische Klasse ist mit einem blauen Auge davon gekommen, aber nur, weil sie realisiert hat, das sie ab und an doch exekutieren muss, was die Wähler wollen.
Je öfter sie das tun müßte, desto besser wäre es für unser Land.
Mit Gauck kommt der erste Präsident der Bürger ins höchste Amt unseres Staates. Das ist ein guter Anfang.

Beitrag erschien zuerst auf achgut.com

Sven von Storch

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