Eine Wippe für das Volk!
Eine Wippe für das Volk!
Datum: 31.07.2018, 10:50
Auch ohne die Wiederentdeckung der Mosaike war der vorgeschlagene Standort von vornherein frag würdig. Historisch hat dieser Platz keinerlei Bezug zur Friedlichen Revolution oder zur Einheit.
Der Einheitsvertrag wurde von der ersten frei gewählten Volkskammer auf dem Gelände des heutigen Humboldt-Forums beschlossen worden, die DDR-Fahne wurde symbolisch vor dem ehemaligen Staatsratsgebäude eingeholt, die große Einheitsfeier fand am Brandenburger Tor statt.
Warum sich die Initiatoren ausgerechnet auf den Standort Schlossfreiheit festgelegt haben, bleibt im Dunklen. Da aber der ehemalige Ministerpräsident der DDR Lothar de Maizières zu den Initiatoren gehört, der ein erbitterter Schlossgegner war, schließe ich nicht aus, dass die Standortwahl mit der Hoffnung getroffen wurde, den Wiederaufbau des Schlosses zu verhindern und wenn das nicht gelingt, mit einem Monumentaldenkmal die Sicht auf die Frontfassade des Schlosses zu beinträchtigen.
Die kleine Gruppe, die sich auf Initiative von Annette Ahme, eine der profiliertesten Streiterinnen, im letzten Jahr zusammengefunden hat, um eine Neudiskussion der Aufstellung des Denkmals zu erzwingen, hat einen erstaunlichen Erfolg erzielt. sieben Wochen lang haben sich Abend für Abend um sieben mindestens sieben Leute für sieben Minuten ans Spreeufer vor dem Schloss gestellt mit ihrer Forderung: „Die Wippe muss wandern“. Nachdem das Thema nun breit von den Medien aufgegriffen wurde, geht die Aktion in diesem Sommer weiter. Inzwischen ist ein idealer Standort für die Einheitswippe gefunden worden: die Wiese vor dem Westeingang des Reichstags. Das ist eine riesige freie Fläche vor dem Besuchereingang. An dieser Stelle würde das Denkmal die Abgeordneten daran erinnern, von wem sie gewählt wurden und wer die Einheit erzwungen hat: Das Volk.
Bitte beteiligt Euch! Jeden Abend um 19.00 auf der Wiese vor dem Besuchereingang des Reichstags!
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