Die fatale Wirkung des Antisemitismus im Staatsfunk

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Die fatale Wirkung des Antisemitismus im Staatsfunk
Datum: 25.07.2014, 17:07

Ein Leserbrief :

Sehr geehrter Herr Deppendorf, sehr geehrte Frau Rau,

schockiert und zutiefst verstört sah ich Ihren Kommentar in den Tagesthemen vom 22. Juli 2014.

Nachdem sie die gewalttätigen, antisemitischen Ausbrüche zunächst verurteilten wurde diese Aussage im weiteren Verlauf Ihres Kommentars vollkommen relativiert.

Sie legten Darstellungen über die derzeitige Situation in Gaza nieder, die zutiefst tendenziös, einseitig und allein Israel verurteilend waren.

Als in Deutschland lebender Jude habe ich verstanden, dass es unschön ist, dass wieder zum Mord an uns aufgerufen wurde aber wir, auf Grund der Lage in Gaza, wohl damit rechnen müssen.

Anstatt es bei der Verurteilung der antisemitischen Gewalt zu belassen und ein Ausrufezeichen zu setzen, haben Sie stattdessen, mit ihrem Verständnis für die Täter, Benzin in das Feuer gegossen.

Die Tagesthemen der ARD haben Signalcharakter in unserem Land, da sie die, mit am häufigsten, gesehenen Nachrichten sind.

Die Umsetzung dieses Signal konnte ich in den Kommentarspalten der führenden Zeitungen, wie z.B. Welt, Zeit, FAZ lesen.

Sie gestalteten sich haargenau wie Ihr Kommentar, mit wenigen Ausnahmen, die klarstellten, Fakten präsentierten, richtig stellten.

Sicher, die Kommentatoren der Foren haben sich nicht direkt an der gewalttätigen Demonstrationen beteiligt.

Mir erschien es wie die johlende, Beifall klatschende Menge  die die Taten gutheißt und begrüßt, im Nachhinein aber nichts damit gemein oder gar gewusst hat.

Sehr geehrte Frau Rau, mit Ihrem Kommentar haben sie Antisemitismus nicht verurteilt sondern ihn, als Mittel zum Zweck hinnehmend, vielmehr gestärkt.

Sie mögen damit den Befürwortern von Hamas und Terror eine Dienst erwiesen haben, dem Zusammenleben der Menschen in unserer Demokratie aber geschadet

Diese tendenziöse Berichterstattung hat in der ARD ein lange Tradition, was die Angelegenheit zusätzlich verschärft.

Die Demonstrationen erinnerten den Botschafter des Staates Israel, Herr Hadas-Handelsman and 1938.

Mich erinnert die Berichterstattung der ARD an die 1920er und frühen 1930er Jahre, vor der Machtergreifung Adolf Hitlers.

Es gab große Kreise von Antisemiten die forschten und diese publizierten und ja, auch viele Gegenstimmen.

Trotzdem konnte dieses Fundament letzlich mit dazu beitragen, dass die Nazis die Macht ergriffen und in deren Folge schließlich sechs Millionen Juden ermordet wurden.

Die Gewalt ist nicht auf einmal gekommen, sie wurde durch falsches Verständnis und fehlende Informationen begünstigt und erlaubt.

Neben all den tausenden "israelkritischen" Berichten und Kommentaren ragt dieser für mich wie ein Leuchtturm heraus.

Eine Fackel, die den Weg weist.

Genau das verstört mich bis ins Innerste.

Hatte ich zuvor schon ein mulmiges Gefühl, hat Ihr Kommentar, auf Grund seiner Nähe zu den Ausschreitungen, verursacht, dass ich mich nicht mehr sicher fühle.

MIt freundlichen Grüßen

Sven von Storch

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