Die einzige Antwort auf Gewalt ist die Ächtung jeder Gewalt
Die einzige Antwort auf Gewalt ist die Ächtung jeder Gewalt
Datum: 16.07.2009, 17:28
Im Anschluss an diese Schlägerei misshandelten die Rechtsradikalen einen der Angreifer schwer. Besonders widerlich dabei ist das offensichtliche Nachäffen einer Filmszene aus „American History X“, wo das bereits wehrlose Opfer auf den Bordstein gelegt und mit Stiefeltritten auf den Kopf traktiert wird. Dass es sich bei dem Opfer um einen jungen Mann handelt gegen den seinerseits wegen Körperverletzerbung ermittelt wird, macht die Tat nicht weniger scheußlich, wirft aber doch ein bezeichnendes Licht auf die Vorgänge insgesamt.
Seit Monaten wird der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg von linksextremistischen Aktionen heimgesucht. Autos werden angezündet, Häuser mit Farbbeuteln und Pflastersteinen beschmissen, Polizisten mit Steinen, Flaschen oder gar Brandsätzen attackiert. Der Sachschaden geht inzwischen in die Millionen, hunderte Personen wurden verletzt. Dennoch gibt es bislang keine nennenswerte Initiative zur Ächtung von Gewalt jeder Art zur Durchsetzung politischer Interessen. Nicht von der Politik, nicht von der Bürgergesellschaft. Im Gegenteil. Zwar wurde die Gewalttat der Rechtsextremen verurteilt, es wurde aber viel weniger laut über die Vorgeschichte und das Nachspiel gesprochen. Gestern Abend wurde die Disco „Jeton“ Ziel eines massiven linksextremistischen Überfalls.
Glücklicherweise gab es „nur“ Sachschäden. Weniger glimpflich kamen die Polizisten davon, die ebenfalls mit Steinen angegriffen wurden. Es gab etliche Verletzte. Schließlich wurde auch noch das in der Nähe befindliche Ringcenter in Mitleidenschaft gezogen. Mir ist keine Verurteilung dieses Überfalls bekannt. Für Sonntag ist bereits die nächste Runde der Gewalt angekündigt. Antifagruppen wollen für ein „weltoffenes und tolerantes Friedrichshain“ demonstrieren. Gute Idee, aber zu Weltoffenheit und Toleranz gehört, dass jeder wohnen kann, wie er will, das Auto fahren kann, das er möchte und die Kleidung trägt, die ihm gefällt.
Wir brauchen keine selbsternannten Sittenwächter, die entscheiden, welche Häuser von wem bewohnt, welche Autos auf den Straßen gefahren und welche Kleidungstücke getragen werden dürfen. Wer gewaltbereit ist, ist per se nicht tolerant. Insofern ist die Demonstration für „Toleranz“ von gewaltbereiten Antifas reine Demagogie. Wenig glaubwürdig sind auch Aufrufe gegen „rechte Gewalt“ , die linksradikale Gewalt links liegen lassen. Die einzige glaubhafte Antwort auf Gewalt ist die Ächtung jeder Gewalt, ganz gleich, von wem sie ausgeübt wird. Warum haben die vielen staatlichen Programme „gegen rechts“ bisher kaum etwas gebracht? Weil sie zu einseitig sind, um erfolgreich sein zu können. Wir brauchen Programme gegen jede Form extremistischer Gewalt, sei sie rechts, links oder islamistisch. Vor zwanzig Jahren hat die einfache Parole „Keine Gewalt“ ein bis an die Zähne bewaffnetes System erst zum Einsturz, dann zum Verschwinden gebracht.
Durch eine konsequente Ächtung von Gewalt kann es gelingen Friedrichshain-Kreuzberg von der Geisel der Gewalt zu befreien.
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