Deutschland einig Ostermarschland_ Gegen Atomkraft und für Diktatoren
Deutschland einig Ostermarschland_ Gegen Atomkraft und für Diktatoren
Datum: 28.04.2011, 09:34
Aufrufen. Neben den üblichen linken Gruppierungen trommelten auch die meisten Medien für das Ereignis unter dem Motto: „Kriegseinsätze beenden, Atomkraft stoppen“. Seit Gründonnerstag wurde diese Nachricht über alle Kanäle und in allen Zeitungen verbreitet. Im Anbetracht des enormen Propaganda- Aufwandes war das Ergebnis sehr mager. In Berlin und drei Städten des Landes Brandenburg fanden sich hochgerechnet nur 4000 Menschen bereit, dem Aufruf zu folgen.
Davon muss man noch mal etwa 700 Personen abziehen, die im Oderbruch gegen die geplante unterirdische Lagerung von Kohlendioxid protestierten und damit einen Vorgeschmack gaben auf die kommenden Auseinandersetzungen, die eine rigide „Klimaschutzpolitik“ in Kombination mit einer überstürzten, ideologiegesteuerten „Energiewende“ verursachen wird. Ob es diesen Demonstranten gefallen hat , unter die Ostermarschierer subsummiert zu werden, ist fraglich. Sie hätten allen Grund, sich mit Schaudern abzuwenden.
Auf dem „Ostermarsch“ in Berlin zeigten „Friedensaktivisten“, die treffender Diktaturliebhaber genannt werden müssten, Transparente wie: „Stoppt die kriminelle Aggression gegen Libyen“. Nicht Gaddafi, der mit militärischer Gewalt, ausgeübt von Fremdsöldnern, gegen sein Volk vorgeht, steht am Pranger der „Friedensbewegung“, sondern die Soldaten, die von der libyschen Opposition gegen einen blutigen Diktator um Hilfe gebeten worden sind. Die unwidersprochene Forderung des Berliner „Ostermarsches“ lautete: „Vernichtet die Nato, nicht Muammar Gaddafi“. Während in Libyen in der von Gaddafi belagerten Stadt Misrata die Menschen unter Dauerbeschuss stehen und in Syrien die Heckenschützen Assads mindestens 70 Demonstranten in Damaskus töteten, marschierten Berliner „Friedensaktivisten“ Seit an Seit mit den Anhängern der beiden Schlächter. „Neue bunte Bündnisse“ jubelt das ehemalige Zentralorgan der SED, das „Neue Deutschland“ und präsentiert in einer „Fotogalerie“ schon an zweiter Stelle diktaturfreundliche Parolen. Doch leider ist diese Zeitung nur Bestandteil des Mainstreams.
Denn nicht, dass ein paar hundert unverbesserliche Linke ihre Sympathie für die derzeit blutigsten Diktatoren Afrikas bekunden, war die unfrohe Osterbotschaft dieses Jahres. Beklemmend ist vielmehr, daß es selbst als bürgerlich geltenden Medien wie der „Berliner Morgenpost“ , „Welt“ oder „Focus“ nicht in den Sinn kommt, sich von den menschenverachtenden Parolen der Ostermarschierer zu distanzieren. Statt dessen wird eine Berichterstattung praktiziert, die diese antidemokratische Groteske, die an Ostern in Deutschland aufgeführt wurde, salonfähig macht. „Gegen Militäreinsätze und Atomkraft“ titelt Focus-online, ohne die Gadaffi- freundlichen Parolen auch nur zu erwähnen.“ Zehntausende gegen Krieg und Atomkraft“, heißt es ebenso unkritisch bei der „Welt“ Unter „sofortiger Beendigung der Kriegseinsätze“ wird unisono der Stopp der ohnehin nur zögerlich gewährten militärischen Unterstützung der libyschen Opposition durch die Nato verstanden. Kein Wort zu Assads Massaker in Damaskus, kein Wort, keine Geste der Solidarität mit den Syrern, die sich derzeit für Freiheit und Demokratie erschießen lassen. Diese „Friedensbewegung“ ist so erbärmlich, dass ich mich fast schäme, einer Bewegung diesen Namens in den 80er Jahren angehört zu haben.
Ach ja, die Ostermarschierer hatten auch Parolen für den sofortigen Atomausstieg dabei.
Weil die Forderung nach dem schnellstmöglichen Ende der Atomenergie eine „gute“ ist, scheint der Mut zu fehlen, kritische Fragen zu stellen, wo sie nötig wären. Mit der von ihnen immer wieder geforderten Zivilcourage ist es bei unseren Journalisten, die sich immer häufiger als Meinungsmacher gerieren, nicht weit her. Sonst würden sie Alarm schlagen müssen. Denn so, wie sie an Ostern daher kamen, geht es mit den „neuen, bunten Bündnissen“ gegen die Atomkraft und für den Frieden direkt in die Diktatur.
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