Der Schwarze Kanal im Ersten
Der Schwarze Kanal im Ersten
Datum: 03.10.2014, 20:21
Karl- Eduard von Schnitzler ist auferstanden. Er heißt jetzt Claus Heinrich und hat für den SWR im ARD- Hauptstadtstudio Unterschlupf gefunden.
Heinrich darf, wie einst Karl- Eduard, mit einem Maximum an Demagogie das Zeitgeschehen kommentieren, so dass man es kaum wiedererkennt.
Am Vorabend des Tags der Einheit lamentiert er, dass der Kalte Krieg nicht vergehen wolle. Das ist keineswegs in Richtung Wladimir Putin gesagt, nein, die Grünen sind schuld.
„Ausgerechnet die Grünen wollen die Nachfolgepartei der SED zu einem demütigenden Akt der Unterwerfung unter ein rein westliches Geschichtsbild zwingen.“
Wie blöd muss man eigentlich sein, um im Ersten kommentieren zu dürfen?
Heinrich hat wie leider sehr viele seiner Journalisten- Kollegen nicht mitgekriegt, dass die SED nie aufgelöst, sondern nur viermal umbenannt wurde. Es ist auch an ihm vorbei gegangen, dass es die politisch Verfolgten des SED- Regimes waren, die nicht müde wurden, darauf hinzuweisen, dass die DDR eine Diktatur war.
Ein Fakt übrigens, den die SED, als sie noch an der Macht war, dick unterstrichen hat: „Diktatur des Proletariats“ lautete die von ihr favorisierte Bezeichnung damals.
Mit einem westlichen Geschichtsbild hat beides nichts zu tun.
Dann bescheinigt Heinrich der SED- Linken, die er gern wieder an der Macht sehen möchte, ein „Vierteljahrhundert tadellosen demokratischen Verhaltens“.
Meint er damit, dass Parteichef Gysi einen Solidaritätsbesuch bei Slobodan Milosevic gemacht hat, kurz bevor der in Den Haag zum Kriegsverbrecher erklärt wurde?
Meint er die Weigerung von Gysi und Genossen vor dem Bundestagsuntersuchungsausschuss „Verschwundenes DDR- Vermögen“ ihr Wissen über die verschobenen geschätzten 24 Milliarden Preis zu geben?
Meint er die Auftritte von Bundestagsabgeordneten der SED- Linken vor Stasi- Traditionsvereinen?
Meint er den Auftritt der damaligen Parteivorsitzenden Gesine Lötzsch auf einer von Linksradikalen durchgeführten Veranstaltung, in deren Verlauf auch eine ehemalige RAF- Terroristin das Abfackeln von Bundeswehreinrichtungen gefordert hat, während vor der Tür ehemalige politisch Verfolgte des SED- Regimes von Autonomen krankenhausreif geprügelt wurden.?
Denkt Heinrich bei tadellosem demokratischen Verhalten an MdB Sevim Dagdelen von der Linkspartei, die Kathrin Göring-Eckardt bei einer Debatte über die Ukraine als Verbrecherin bezeichnet hat?
Oder an Inge Höger und andere Bundestagsabgeordnete der Linken, die gemeinsame Sache mit der Hamas gegen Israel machen?
Oder meint er die Gallionsfigur der Linken Gregor Gysi, für den immer neuen Zeugen aus dem ZK der SED und der Stasi die Staatsanwaltschaft Hamburg davon abhalten, zu einem Ergebnis im Ermittlungsverfahren gegen den Anwalt zu kommen, der zugelassen war, Häftlinge der Zentralen Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit zu vertreten und bis heute alle gerichtlich verfolgt, die darauf hinweisen, dass dort nur tätig werden konnte, der mit der Stasi kooperierte.
Apropos Stasi: ist es wirklich tadelloses demokratisches Verhalten, wenn die Linke in Thüringen einen als „parlamentsunwürdig“ eingestuften Landtagsabgeordneten wieder aufstellt und in ihrer Bundestagsfraktion Stasimitarbeiter hat?
Heinrichs Kommentar zeigt nicht nur, dass er keine Ahnung hat, sondern dass er es ist, der die alten ideologischen Schlachten schlägt: das letzte Gefecht um die Macht der SED- Linken!
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