Der Dixi-Klo-Protest- eine abschließende Betrachtung

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Der Dixi-Klo-Protest- eine abschließende Betrachtung
Datum: 12.11.2010, 09:03

 Journalisten abgezogen worden sind, ist es Zeit für eine nüchterne Bilanz der Anti-Castor-Proteste. Die Mainstream- Kommentatoren sind sich einig: XXL sei dieser Protest gewesen. Es hätte so lange wie nie gedauert, ehe die Castor –Behälter am Ziel angelangt seien. Alles andere hätten sie als eine Blamage gesehen.
Schließlich hatten neben den üblichen Anti-Atomkraft- Aktivisten praktisch alle Medien des Landes zum Protest aufgerufen. Über Wochen wurde das Thema in Vorab-Meldungen in die Köpfe gehämmert. Jede Mitteilung der Atomkraftgegner eifrig aufgegriffen und verbreitet. Selbst Aufrufe zu Straftaten, denn um nichts anderes handelt es sich bei der Zerstörung von Gleisanlagen, verharmlosend „Schottern“ genannt, wurden ebenso willig wie unkritisch dem Massenpublikum serviert.

Selbstverständlich hatte jeder Sender und jedes Blatt Berichterstatter „vor Ort“ . Da musste jedem auf Demotourismus spezialisierten Deppen klar sein, dass er diese Party nicht verpassen durfte. Im Anbetracht eines solchen Aufwandes sind geschätzte 25 000 bis 50 000 Demonstranten nicht gerade XXL, selbst wenn man letztere Zahl annimmt.

Beim wirklichen Bürgerprotest, den es in Deutschland vor zwanzig Jahren gab, waren in einer kleineren Stadt wie Plauen so viele Menschen auf der Strasse - und das ohne alle mediale Unterstützung. Je näher das Großereignis rückte, desto deutlicher wurde der Happening-Charakter des Ganzen. Die Polizei trainierte, wie man sich möglichst verletzungsarm zusammenschlagen lassen kann und dass man erst in allerletzter Minute zum Pfefferspray und zum Wasserschlauch greifen darf. Genutzt hat es freilich nicht viel.

Die „Unverhältnismässigkeit“ des Polizeieinsatzes wurde auch dann beklagt, wenn vermummte Autonome daran gehindert werden mussten, die Gleisanlagen zu zerstören. Ohne Vorwarnung hätten die Polizisten mit Pfefferspray die „Schotterer“ angegriffen, barmte die Elbe- Jeetzel- Zeitung und stellte damit klar, dass sie Straftaten billigend in Kauf nimmt. Wenn die Gesetze von den Möchtegern- Meinungsmachern öffentlich missachtet werden, bedeutet das für den Rechtstaat nichts Gutes.
Bedenklich ist auch, dass die Organisatoren beinahe unwidersprochen behaupten können, es hätte keinen Brandanschlag auf ein Polizeifahrzeug gegeben, denn es wäre nur „ein kleiner Brandherd“ auf dem Dach des Fahrzeugs gewesen.

Am Schluss erinnerte alles an ein Sandkastenspiel zweier Kindergartengruppen. Die Blockierer hatten sich ebenso gut vorbereitet, wie die Polizei. Es standen Dixiklos und Gulaschkanonen bereit, damit für das leibliche Wohl der Aktivisten gesorgt sei. Für das seelische Wohl sorgte ein Team aus „erfahrenen Aktivisten“, die in knallgelben Westen „emotionale Unterstützung“ gaben und sicher stellten, dass sich nach dem Protest niemand „allein zurückgelassen fühlt“. Die Organisatoren von X- tausendmal quer trafen ein „gentlemans agreement“ mit der Polizei. „Wir haben ihnen immer gesagt, was wir vorhaben.“ Dafür sollten keine Schlagstöcke eingesetzt werden. Ist wirklich niemandem aufgefallen, dass derart ritualisierter Protest keiner mehr ist? Was ist das für „Widerstand“, der kreuzbrav die Spielregeln verabredet und nach einmal Weggetragen -werden nach hause fährt, in der schönen Gewissheit Mediengeschichte geschrieben zu haben?

Nein, ein Bürgerprotest war das nicht. Es war ein Happening von Wohlstandsmenschen, die sich gefahr-, und folgenlos einen Kick verschafft haben. Teuer wird es nur für den Steuerzahler, der ohnmächtig zusehen muss, wie sein Geld für nichts und wieder nichts verbrannt wird.
Und die Medien können sagen, sie seien dabei gewesen. Hallelujah!!!

ursprünglich erschienen auf "achgut.com"

Sven von Storch

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