Das soll eine Entschuldigung sein_

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Das soll eine Entschuldigung sein_
Datum: 29.05.2012, 05:57

Wenn Kiyak den „physiologischen Hintergrund“ gekannt hätte, gemeint ist Sarrazins Tumor-Operation , hätte sie das „Bild“ vom „lispelnden, stotternden, zuckenden Menschenkarikatur“ nicht gewählt. Heißt das, wenn Sarrazins Gesichtshälfte also wegen eines Unfalls, eines Geburtsfehlers oder eines anderen Defekts gelähmt worden wäre, hätte der Vergleich seine Berechtigung gehabt?

Ohnehin hätte Kiyak „zu keinem Zeitpunkt“ die Absicht gehabt, Sarrazin „herabzusetzen“. Sie hätte nur darauf hinweisen wollen, dass Sarrazin als „Diskutant ungewöhnlich“ erscheine und „Toleranz und Rücksichtnahme“ erfordere, die er selbst aber vermissen ließe. Es war also pure Selbstverteidigung, die Kiyak zu ihrem Vergleich getrieben hat, der mit „vulgär, enthemmt, rassistisch“ gut umschrieben ist. Nur verwendet Kiyak diese Adjektive nicht in einem Augenblick der Selbsterkenntnis, sondern um heute in der Berliner Zeitung einen Entlastungsangriff in eigener Sache zu starten, indem sie unappetitliche Kommentare, wie man sie leider in fast allen Kommentarspalten unter Pseudonymen findet, gegen die Redakteure einer ihr nicht genehmen Internetseite zu richten.

Die Berliner Zeitung jedenfalls scheint Kiyak weiter freie Hand lassen zu wollen, obwohl die in ihrer Klarstellung weder Reue noch Einsehen erkennen ließ und sich sogar zu der Behauptung versteigen durfte, die empörten Reaktionen von Lesern ihrer Kolumne wären nichts als eine gesteuerte Kampagne gewesen.

Dafür wäre die nächste Entschuldigung fällig, nämlich bei mir und allen anderen, die aus eigenem Antrieb an die „Berliner“ geschrieben haben. Nach verbalen Ausfälligkeiten auch noch Leserbeschimpfung zu betreiben ist ein starkes Stück. Aber Kiyak scheint über eine Art Freibrief zu verfügen, ausgestellt von den Kollegen der Meinungsredaktion und der Chefredaktion, für deren Unterstützung sie sich am Ende ihrer „Klarstellung“ ausdrücklich bedankt. Da werden ihre nächsten Entgleisungen nicht lange auf sich warten lassen ...

Beitrag erschien zuerst auf achgut.com

 

Sven von Storch

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