BER-Gesamtplaner mit zweifelhafter Vergangenheit_

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BER-Gesamtplaner mit zweifelhafter Vergangenheit_
Datum: 30.05.2014, 13:13

Dem BER bleibt anscheinend nichts erspart. Nun steht der kürzlich angeheuerte „Brandschutzexperte“ Großmann unter Korruptionsverdacht. Eine halbe Millionen Bestechungsgelder sollen geflossen sein.

So weit, so peinlich. Möglicherweise ist die Affäre aber mehr als peinlich.

Der alerte Prof Dr. Großmann , Zweiter bei der Kür von Sachsens Unternehmern des Jahres 2014, ist ein echter Wendegewinnler. Er gründete bald nach dem Mauerfall (von welchem Kapital?) die Firma GICON, die er in zwanzig Jahren zu einem international tätigen Ingenieur-Großbüro ausbaute, das heute 300 feste und 150 freie Mitarbeiter beschäftigt.

Auffällig ist, dass die Firma hauptsächlich dort tätig zu sein scheint, wo staatliche Subventionen reichlich fließen. Biogasanlagen, Mikroalgenplattformen, schwimmende Offshorefundamente für Windkraftanlagen und eben die Entrauchungsanlage für den BER.  Schließlich wurde Großmann für die Gesamtplanung  des Pannenflughafens zuständig.

Wer ist dieser „Pionier“ Großmann, wie er euphorisch genannt wird?

Hat er tatsächlich etwas mit dem Großmann zu tun , der, wie die Vereinigung 17. Juni berichtet, von der TU Dresden als „Auslandskader“ geführt wurde? Das Alter,  55, könnte mit dem in den TU-Analen angegebenen Geburtsjahr 1958 übereinstimmen.

Der Großmann der TU Dresden studierte zu DDR-Zeiten (1978-1982) neben Dresden auch in Moskau Maschinenbau.

Im Findbuch zum Bestand Direktorat Kader und Qualifizierung“ unter 4537/06 „Arbeitsgruppe Auslandskader: Auslandskader“ taucht ein Jochen Großmann auf. Allerdings sind im Absolventenportrait der TU Dresden nur seine Studiengänge verzeichnet, nicht aber die Orte,  an denen er studiert hat. Interessant ist in diesem Zusammenhang folgendes Zitat von Großmann: „Ich wurde gefordert und gefördert. Ich wurde zu Tagungen ins In- und Ausland mitgenommen.“

Wer als Student zu Tagungen ins Ausland mitgenommen wurde, hatte eine besondere Bindung an den Arbeiter-, und Bauernstaat. Überragende Leistungen reichten dafür in der Regel nicht aus.

Die Vereinigung 17. Juni stellt mit Recht die Frage, ob Großmann, bevor er eine so veranwortungsvolle Aufgabe wie die Gesamtplanung des BER übertragen bekam, von der BstU überprüft wurde.

Spätestens nach der jetzigen Pleite sollte man genauer hinschauen.

Sven von Storch

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