Alltag in Berlin_ Ein Betreuer für zehn Obdachlose, ein Lehrer

Veröffentlicht:

Alltag in Berlin_ Ein Betreuer für zehn Obdachlose, ein Lehrer
Datum: 12.03.2010, 12:46

finanziell das Wasser bis zum Halse steht, ist immer häufiger zu hören. Besonders schrille Töne schlägt Berlin an, das regelmäßig „Solidarität“ vom Bund einfordert, weil es angeblich nicht mehr sparen kann, als es bereits tut. Wirklich? Da fährt der Chef der Treberhilfe, die ausschließlich von Steuergeldern finanziert wird, mit Wissen der zuständigen Senatsstellen einen 114000 € teuren Maserati als Dienstwagen und die Sache fliegt erst auf, als der Wagen geblitzt wird. Die folgende , von der Öffentlichkeit erzwungene Prüfung ergibt, dass sich der Treberhilfe-Chef neben dem Maserati und weiteren teuren SUVs auch ein Jahresgehalt von 300 000€ aus den reichlich und unkontrolliert fließenden Steuergeldern spendierte.

Der Senat zahlt seit Jahren ohne mit der Wimper zu zucken, die Kostensätze, die von der Treberhilfe verlangt werden, denn eine rechtliche Prüfung, ob diese Kostensätze angemessen sind und ob die Qualitätskriterien, die für die geleistete Arbeit gelten müssten, erfüllt werden, darf nur in „begründeten Ausnahmefällen“ erfolgen. Das heißt, man muss davon ausgehen, dass die vom Senat geförderten oder sogar gänzlich unterhaltenen Vereine in der Regel völlig unkontrolliert Geld bekommen. Diese Praxis ist der eigentliche Skandal in der Treberhilfe-Affäre, die offensichtlich nur die Spitze des Eisbergs darstellt.
Auffällig ist, dass die Opposition gar nicht daran denkt, Licht in den Förderdschungel zu bringen, offensichtlich aus Angst, die eigene Klientel, die ebenfalls von Fördergeldern lebt, zu beunruhigen.

Nebenbei kommt heraus, dass die Treberhilfe so viel Personal hat, dass auf zehn Obdachlose ein „Helfer“ kommt. Kein Aufschrei, nicht von der Politik , nicht in den Medien. In Berlin muss ein Lehrer mehr als dreißig Schüler unterrichten, weil der Senat aus „Geldmangel“ keine Lehrer in ausreichender Menge einstellen kann. Aber der Treberhilfe wird auch nachdem sie eine Überprüfung ihrer Geschäftspraktiken verhindert und sich weigert, die Gehälter offenzulegen, nicht der Geldhahn zugedreht.

Mit verantwortlicher Politik hat das nichts zu tun. Im bürgerlichen Leben wäre der Tatbestand der Veruntreuung erfüllt. Aber da es sich um Steuergelder handelt, wird lieber nach einer weiteren Steuererhöhung geschrien, als den Missbrauch von Steuergeldern endlich zu stoppen.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 12. März 2010 auf der "Achse des Guten"

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.