Die schamlose Sextante
Die schamlose Sextante
Datum: 13.03.2014, 12:20
Die “Sextante”, die Schülerinnen einer Binninger Schule am Präventionstag aufklärte, hat weite Kreise gezogen. Sogar der Regierungsrat sieht sich “genötigt”, sich damit zu beschäftigen. Den Schülerinnen der Klasse 3s ist es wohl nicht anders ergangen, wurden doch auch sie “genötigt”, über intime Dinge wie Verliebt sein oder Sexualpraktiken wie Analsex oder Oralsex zu sprechen.
Gefühle wie Scham oder Peinlichkeiten werden gezielt übergangen, wenn solche Sexualpädagoginnen über Klassenzimmer hinwegfegen. Klassenlehrer oder Eltern dürfen in diesem Unterricht nicht mit dabei sein – eben damit sich die Schülerinnen nicht vor ihren normalen Vertrauenspersonen schämen. Das Hinzuziehen von externen Fachpersonen ist aus sexualpädagogischer Sicht eben deshalb so wichtig, weil genau diese Scham wegfallen und deshalb “schamlos” über Sexualpraktiken gesprochen werden soll. Bruno Wermuth, der “Sex Onkel” von 20 minuten behauptet “Leidtragend sind die Kinder und Jugendliche, die mehr Information brauchen und wollen, diese aber nicht bekommen. Eltern sollen sich um ihre eigenen blinden Flecken und ihre Scham kümmern, statt alles auf die Kinder abzuschieben.” Kann man von solchen – notabene staatlich ausgebildeten – Fachpersonen erwarten, dass sie die Scham-Grenzen unserer Kinder tolerieren, wenn ihnen diese selbst fremd sind? Für mich als Frau und Mutter ist das seelischer Missbrauch, ja grenzt sogar an sexuelle Belästigung. Sogar das Führungsinstrument für Berufsschulen definiert: “Massgebend bei sexueller Belästigung ist die Unerwünschtheit. Ist ein Verhalten unerwünscht, muss das respektiert werden. Sexuelle Belästigung beginnt da, wo verbale oder nonverbale Abwehrsignale nicht ernst genommen und die persönlichen, individuellen Grenzen des Gegenübers missachtet werden.” Warum sollte das nicht umso mehr für unsere viel jüngeren Primar- und Sekundarschülerinnen auch gelten?
Hat die Sexualpädagogin diese Klasse deshalb als “schwierig erlebt”, weil sie nicht realisieren konnte oder wollte, dass sie selbst die Grenzen überschritten hatte? Hat jetzt wirklich nur eine einzelne Person versagt, die nun zum Sündenbock und wohl bald von der Behörde zum Bauernopfer gemacht wird? Ich befürchte, dass vielmehr ein Systemfehler vorliegt. Stereotyp absolviert ein ganzer Berufszweig eine normierte Ausbildung, wie sie am Institut für Sexualpädagogik in Dortmund oder an der Hochschule Luzern gelehrt werden. Es geht eben nicht nur darum, Teenager auf ihre sexuelle Verantwortung vorzubereiten. Es geht eben nicht nur darum, auf individuelle Fragen eines Kindes unkompliziert zu antworten. Ganze Kindergärten- und Primarklassen werden damit belästigt, Themen nach internationalen Standards wie “Entdeckung des eigenen Körpers und der Genitalien (Doktorspiele), frühkindliche Masturbation, verschiedene Arten von Liebe, sexuelle Gefühle” stehen bereits für 0-6 Jährige auf dem Programm. Was hat das in Kindergarten und Schule zu suchen? Auch wenn dies gut verschleiert unter dem Begriff einer positiven Entwicklung der Persönlichkeit angepriesen wird. Die Meinungen an den Universitäten sind gemacht und werden aktiv durch die Behörden gefördert und verbreitet. Alternative Positionen aus konservativen oder kirchlichen Kreisen werden nicht toleriert, ein ernsthaftes Pro und Contra findet nicht statt.
Bis anhin hat es niemanden wirklich interessiert, was in den Denkstuben der Universitäten und Behörden oder hinter verschlossenen Klassenzimmertüren vor sich geht. Unser Vertrauen in Obrigkeit, Fachleute und Lehrpersonen war bis zu diesem Zeitpunkt doch unerschütterlich. Manche betroffene Eltern, die vielleicht nicht ganz so leichtgläubig waren und bei Fachstellen nachgefragt haben, wurden als weltfremde und ewig gestrige Störenfriede abgewimmelt. Ein Vater aus der Region Zürich, dessen Buben ein solches Programm durchliefen, schrieb mir, ein Dozent hätte den Schülern am liebsten ein paar Pornoseiten gezeigt, aber dazu hätte er die elterliche Einwilligung haben müssen und das wäre kaum möglich gewesen. Als der Vater die Fachstelle darauf ansprach, wurde er als “Nichtfachmann” und damit als “unqualifiziert” abgetan. Schliesslich sei die Stelle nicht ihm als Vater gegenüber verantwortlich, sondern allein der Erziehungsdirektion als Auftraggeber. Welche Eltern wollen da alleine gegen die schulische Obrigkeit antreten? Denn viele andere Eltern teilten seine Bedenken, getrauten sich aber nicht, sich gegen die Schule zu exponieren. Erst als er sich allfällige mediale Schritte vorbehielt, wurde die Schulbehörde aktiv. Dann zeigte sich, dass sogar viele der Lehrer seine Wahrnehmung teilten und ebenso unzufrieden mit der Situation waren. Aber nicht einmal die Lehrer selbst getrauten sich im Lehrerzimmer offen über ihre Bedenken gegenüber den neuen behördlichen Konzepten zu reden. Dass es dann doch dazu kam, ist nur der Hartnäckigkeit eines einzelnen Vaters zu verdanken.
Für kaum jemanden ist die biologische Aufklärung über Fortpflanzung oder Hygiene bei Teenagern ein Problem. Auch der Schutz vor Missbrauch ist wichtig. Die Frage lautet nur, auf welche Art und Weise? Und wo bleiben für die Heranwachsenden die Vorbilder, wenn sich die Sozial- oder Sexualpädagogen dem “Wording” der Schüler und Schülerinnen anpassen?
Zudem stellt sich die Frage, ob es den betroffenen Eltern auch noch erlaubt ist, ein kleines Wörtchen mitzureden oder übernehmen Sexualpädagogen und Gender Ideologen nun die Rolle der Halbgötter?
PS Volksinitiative
Auch die eidgenössische Volksinitiative “Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule” ist dank einiger Eltern mit 110.000 Unterschriften zustande gekommen. Die Einführung von «Sexboxen» mit pornografischem Aufklärungsmaterial an baselstädtischen Kindergärten und Primarschulen im 2011 hat landesweit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. In drei Monaten wurden 90.000 Unterschriften für eine Petition gesammelt, die von den Schulbehörden belächelt wurden. Noch immer will das Bundesamt für Gesundheit schweizweit eine obligatorische Sexualerziehung ab Kindergarten einführen. Bereits Vierjährige sollen früh sexualisiert werden. Die Grundlagen dafür erarbeitete das inzwischen geschlossene Kompetenzzentrum Luzern. Die dortigen Experten sind der Meinung, dass Kinder sexuelle Wesen mit sexuellen Bedürfnissen sind. Eltern sollen zwar verantwortlich bleiben, sie haben aber keine Möglichkeit mehr einzuschreiten oder ihre Kinder dispensieren zu lassen! Wir Eltern und Politiker der Schutzinitiative wollen, dass Kinder ihre Kindheit unbeschwert erleben dürfen – eben als Kinder! Die Schutzinitiative will diese Elternrechte bei den Eltern lassen und Kinder vor derartigen übertriebenen Programmen durch die Behörde schützen. Dadurch wollen wir Auswüchse wie das Beispiel der “Sextante” verhindern.
Ebenfalls erschienen auf dieweiterdenkerin.wordpress.com
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.
Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.


Add new comment