Ukraine-Krieg: Russische Raketen-Fregatte liegt brennend im Schwarzen Meer

Die russische Schwarzmeer-Flotte hat gestern vermutlich ein weiteres größeres Kriegsschiff verloren.

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Die Raketen-Fregatte ›Makarow‹ steht nach ukrainischen Meldungen, die von neutralen Stellen bisher nicht bestätigt wurden, in Flammen. Nach allem anderen, was bisher unbestätigt blieb, dürfte die Nachricht der Wahrheit entsprechen. Es sei denn, es herrscht wieder Sturm im Schwarzen Meer und die russische Besatzung hat an der eigenen Munition gezündelt mit bösen Folgen für ihr Schiff.

So jedenfalls die Mitteilung aus Moskau, nachdem der Kreuzer ›Moskwa‹ in den Fluten des Schwarzen Meeres verschwand. Sie war so offensichtlich gelogen, wie die Rede von den Manövern zu Jahresbeginn, mit denen die Putinversteher die Welt unterhielten garniert mit der Erklärung, die westlichen Geheimdienste lägen wie üblich falsch. Sie lagen vollkommen richtig und man hat nie wieder etwas von Manövern gehört.

Das lässt sarkastisch werden. Und nichts anderes haben die lausigen Propagandisten des Kreml und ihre hiesigen Nachbeter verdient. Samt der Anmerkung, dass die Ukrainer vielleicht noch drei Tage hätten warten sollen mit der Versenkung, damit sie auf den Tag der Siegesparade in Moskau fällt. Schade eigentlich.

Aber richtig: Die russische Marine verfügt ja im Schwarzen Meer noch über zwei weitere größerer Kriegsschiffe, Einheiten, die offenbar leicht versenkt werden können. Wer weiß, was in drei Tagen alles passiert.

Und nun im Ernst:

Anders als beim Kreuzer ›Moskwa‹, handelt es sich bei dem getroffenen Schiff um eine Fregatte. Ein Schiffstyp aus der frühen Neuzeit, könnte man sagen – wenn dieser Typ nicht seit den 1950er Jahren wiederbelebt worden wäre; gleichsam als Mittelding zwischen dem früheren leichten Kreuzer und Zerstörer. Die Arbeitstiere der Flottenverbände. Normalerweise eingesetzt zum Begleitschutz, zur Jagd auf U-Boote und zur Durchführung kleiner eigenständiger Unternehmen. In kleinen Flotten wie der Bundesmarine bilden sie einen wesentlichen Bestandteil. In der US-Navy sind sie das Mädchen für alles. Zugleich dienen sie dazu, die Kosten für die Flottenverbände zu senken.

Im Schwarzen Meer haben die Russen ihren einen Kreuzer und ihre Fregatten wahrscheinlich als Plattform für Raketenangriffe auf Ziele in der Westukraine verwendet. Eigentlich ein Unding, wenn man die schlechten Erfahrungen bedenkt, die Schiffe unter der feindlichen Küste gemacht haben, sowohl vor als auch nach 1945. Im asymmetrischen Krieg kostengünstiger Raketen gegen teure Kriegsschiffe werden solche Fehler sofort und vom Empfänger der Geschosse teuer bestraft – die Russen hat es jetzt bereits zweimal erwischt. Fast möchte man nach der Historie meinen: Marine können Russen einfach nicht.

Mit dem Ausfall der ›Admiral Makarow‹, um den vollen Namen des Schiffs zu nennen, bleiben der Russischen Schwarzmeerflotte noch zwei größere kleine Schiffe vor Ort. Und mehr werden es nicht, nachdem die Türkei den Bosporus für russische Kriegsschiffe gesperrt hat. Der Druck auf die Ukraine lässt damit nach, denn über Land einfliegende Raketen bieten erheblich mehr Vorwarnzeit als jene, die über das vom Feind kontrollierte Wasser in den Luftraum eindringen.

Einmal mehr zeigt sich hier aber auch, die Wirksamkeit praktisch sämtlicher Lenkwaffen gegen große, wenn auch nicht ruhende, aber nicht übermäßig bewegliche Ziele. Und es muss die Frage erlaubt sein, ob die Lieferung schwerer Waffen wie Panzer und Haubitzen an die Ukrainer die sinnvolle Wahl ist. Leichte Waffen, die gegen die schweren Waffen der Russen eingesetzt werden können, haben sich als tödlich erwiesen und sind zudem schneller und leichter an die Streitkräfte der Ukraine zu liefern. Ob nun von hasenfüßigen Sozialdemokraten oder von Niederländern und Balten spielt dabei keine Rolle, solange die Waffen nur ihren Empfänger erreichen.

Ob Wladimir Putin dieser Verluste zur Vernunft bringen werden? – Ich habe da meine Zweifel. Er muss siegen. Oder er fällt.

Anders die Ukrainer. Wenn sie jetzt verlieren, wonach es aber nicht aussieht, dann haben sie mehr als ihre Ehre gerettet. Sie haben sich selber ihre Zukunft gerettet. Eine Zukunft, die nicht vergeht, selbst wenn die Russen bis Lemberg vorstoßen sollten. Den einzigen Fehler, den sie nach Erfolgen wie dem gestrigen gegen die ›Makarow‹ wirklich machen können, ist, übermütig zu werden. Noch verfügen sie nicht über die Mittel, die Russen ins Assowsche Meer zu jagen. Ihnen bleibt ein Abnutzungskrieg mit Unterstützung der anderen Mittel- und Osteuropäer. Den aber wird Russland verlieren.

[Vollständiger Artikel]

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Hajo

Das hängt mit der aktiven Hilfe des Westens zusammen, wo man die Kordinaten an die Ukrainer durchgibt und die dann das Feuer eröffnen, oder wenn es ganz schlimm kommt sind sie schon an den Grenzen direkt beteiligt und verwunderlich ist auch die versagende Abwehr der russischen Marine, denn normalerweise sind solche Schiffe durchaus in der Lage ankommende Raketen zu eliminieren und wenn es nicht gelingt, dann könnten es mehrere abgefeuerte Geschosse zugleich sein, normal ist es auf jedenfall nicht.

Man könnte sonst könnte auch auf jeden Kriegsschiffbau verzichten, wenn er völlig wertlos wäre und nur ein Ziel darstellt um den Ukrainern eine Freude zu bereiten, Das alles ist schon recht merkwürdig und die Russen scheinen ja nach der Definition der Ukrainer von Kriegshandlungen nicht allzuviel zu verstehen, was vermutlich eine große Propaganda ist um die eigenen Verluste zu kaschieren und am Ende werden wir ja sehen, wer zuletzt lacht.

Das mediale Aufgebot ist derzeit ja zu Gunsten der "östlichen Gallier" übermächtig und soeben hat der Wirtschaftsheini noch verkündet, daß es ja nur 1/3 der Gaslieferungen sei, die man verkraften könne, was wieder so ein Gassenhauer ist um die eigenen Tränen dabei zu unterdrücken, wenn es dann so richtig spürbar wird und zwar für alle, auch für die, welche diese Idioten gewählt haben und dafür noch einen hohen Preis bezahlen werden.

Wenn dann die Wut so groß wird, daß sie die Bude auseinandernehmen, das könnte alles noch auf uns zukommen, wenn es so weitergeht, nur weil der Ami seine Ziele im Osten erreichen will und wir sollen dafür am Ende unser Leben dafür hergeben, was doch etwas zuviel verlangt ist, wenn man diese Bande schon seit 100 Jahren genießen durfte und die Nase voll hat von ihrer Besatzermentalität im Namen der Freiheit und niemand hat sie gerufen, sie sind einfacht immer eingetreten und haben nur Chaos verursacht, mehr nicht.

Gravatar: Ulrich Müller

Nachtrag! Inzwischen hat sich bestätigt daß uns Herr Hebold da eine glatte ukrainische Propagandalüge aufgetischt hat: Die Admiral Makarow liegt sicher und unbeschädigt in Sewastopol vor Anker.

Nice try Herr Hebold. 1:1 Ukrainische Propaganda als "vermutlich wahr" zu präsentieren, ist kein seriöser Journalismus!

Gravatar: Thomas

Unser größtes Problem ist Darth Vader Schwab
und seine Förderer, die US Plutokratie und nicht
Russland.

Gravatar: Stanley Milgram

Ich verstehe nicht so ganz, wieso Putin bereit ist, solch hohen und schmerzhaften Verluste in Kauf zu nehmen, egal ob waffentechnische oder wirtschaftliche.

Wenn er denkt "ohne Rücksicht auf Verluste", dann wird früher oder später auch die A-Bombe zum Einsatz kommen.

Und dann gnade uns Gott...

Gravatar: Jürg Rückert

Eines Mannes Rede ist keines Mannes Rede, man soll sie billig hören beede.
Bei uns machen sich viele zu „Messdienern“ der NATO.
Ein "Nachbeter" verweist auf:
jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2022/usa-provokation-ukraine/

Gravatar: Ulrich Müller

Und unser lieber Herr Hebold träumt wieder mal öffentlich davon, die "Russen ins Asovsche Meer zu jagen". Träumen Sie weiter Herr Hebold und verplempern Sie weiter ihre wertvolle Lebenszeit damit, weltfremde Artikel in die Tasten zu hacken.

Die Realität sieht anders aus: Acht (!) Jahre lang haben die Amerikaner und die EU die Ukrainische Armee zu dem aufgebaut und aufgerüstet, was sie heute ist. Und das wird gerade auf den Schlachtfeldern des Donbass vernichtet. Die Russen haben Zeit und führen in aller Ruhe methodisch und systematisch einen Abnutzungskrieg, bei dem täglich (!) viel mehr ukrainische Soldaten sterben müssen als Russische.

Ach, und neulich haben Sie ja vollmundig verkündet, der Rubel wäre am abstürzen und dfadurch wäre Russland wirtschaftlich eh bald am Ende. Fakt ist, der Rubel notiert fester wie je zuvor. Der "Petro-Rubel" ist zu einer der härtesten Währungen geworden!

Gravatar: René Michael Heinze

Dieser Artikel strotz nur vor Hetze gegen Russland, aber typisch für Westdeutsche möchtegern Schreiberlinge.
Sie alle haben keine Ahnung von Geschichte , die Ukrainer war ein Partner Hitlers und Sie sind immer noch Nazis.
Wer immer nur Waffen fordert und keine humanitäre Hilfe für die eigene Bevölkerung ist ein elender Verbrecher und all jenigen die diesesn eingesetzten Schauspieler Selennsky weiterhin in den Arsch kriechen sind Hallunken und Hochverräter Ihres Landes

Gravatar: famd

Hauptproblem, was schon im Syrienkrieg zur Geltung kam, ist die hochmoderne Satellitenaufklärung in Echtzeit und entsprechende Kommunikation. Sehr feingliedrige Auflösungen mit Computeranalyse, die jede veränderte Bodenerhebung oder Veränderungen in Minuten erfassen und auswerten. Diese Daten gelangen sofort an die Ukrainer. Zwar verfügt Russland auch über solche Systeme, aber sie nützen ihnen nichts - es kommt darauf an wer die Daten zuerst auswertet und zuerst schießt.
Auf den Meer ist es fast unmöglich unerkannt zu fahren.
Zumal Schiffe wegen ihrer langsamen Geschwindigkeit lange im Voraus erkennbar sind. Interessant sind spezielle Computerprogramme, die sogar den Ziel eines Schiffes + Ausrüstung errechnen /prognostizieren können. Daran werden die Russen scheitern, weil der Westen hier aktiv mitmischt. Würde die Ukraine allein dastehen, wären sie längst besiegt. In Wahrheit ist das also der Beweis, dass der Westen - alos auch wir - voll in dem Krieg mitmacht. Russland sollte ganz schnell reagieren und diesem Treiben ein Ende bereiten und seine taktischen Vorgehensweisen anpassen. Der Fehler Russlands ist: Die Kriegsführung arbeitet noch nach klassischen Vorstellungen. Asymmetrische Kriegsführung ist kompliziert und bedarf der völligen Umstellung von großen Armeen in sehr kleine eigenständige Kampfgruppen und anderer Koordinierungs- u. Planungsebenen. Diese Erkenntnis wird bei den Russen erst noch reifen. Leider sind deswegen die Verluste bei den Russen auch sehr hoch.
Die Ukrainer, wie gesagt, hätten ohne elektronische Aufklärung durch den Westen allerdings keine Chance gegen den Russen gehabt.

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