Ukraine-Krieg: Der tückische Wunsch, Gutes zu tun und zwar gleich

Nach den Toten von Butscha wird allüberall die Entsendung von Nato-Truppen in die Ukraine gefordert.

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Warum rätseln Historiker eigentlich noch immer, wie es zum Ersten Weltkrieg kam? Wo die Lösung doch so nahe liegt.

Dabei ist es ja leicht zu verstehen, dass es nur schwer verständlich ist, wie es passieren konnte, dass sich im Sommer 1914 halb Europa in einen Krieg stürzte, von dem es glaubte, er sei spätestens Weihnachten beendet und bei dem jede Seite fest überzeugt war, gegen die Tyrannei der bösen Männer ins Feld zu ziehen. Und dann 1917 das Erwachen auf einem Kontinent in Scherben und in Bürgerkriegen, gegen die der ›Große Krieg‹, wie man ihn nannte, harmlos sein sollte, und in Wirtschaftskrisen, die sich in die kollektive Erinnerung tiefer eingeritzt haben als Pest, Cholera und ›Spanische Grippe‹.

Wir fühlen uns wieder im Recht, sind es womöglich sogar wieder. Also fordern wir Truppen in die Ukraine zu entsenden. So wie wir Kampfflugzeuge nach Afghanistan schickten und Truppen. Auch mit einigem Recht, wie man heute nach der Machtübernahme durch die Taliban wieder sagen kann. Und morgen wieder sagen könnte.

Die Hybris des Westens. Das Gute verbreiten zu wollen. Eine verständliche Hybris. Jede Hybris ist verständlich. Erst recht die des Guten.

Und wenn es dann tatsächlich zum Äußersten käme? – Die zentrale, ja überhaupt die einzige Frage lautet: War der Erste Weltkrieg es wert, in Berlin nicht wie in Paris, in Moskau nicht wie in Wien, in New York nicht wie in Budapest leben zu müssen? Und noch heute überrascht es zu hören, wie wenige es damals nach Zürich zog oder nach Bern.

Ist ein Leben nicht wie in Moskau es wert, einen weiteren Großen Krieg zu riskieren? – Ja, das ist es. Nur: So weit ist es noch nicht.

Die Bilder aus der Ukraine sind beruhigend. Nicht die aus Butscha. Die zeigen, dass der Ukraine-Krieg ein Krieg ist wie jeder andere auch, mit Propaganda und der Drohung gegen Zivilisten. Ein Herrscher, der gewillt ist, die Welt über Wochen zu belügen und dann seine Truppen in ein friedliches Nachbarland einfallen lässt, wird auch Zivilisten abschlachten lassen. Nur ist es eben nicht sicher. Auch der Bedrohte darf lügen.

Beruhigend sind die Soldaten der Ukraine. Keine gekauften Figuren, die nur auf den Monatslohn eines Befreiers aus sind, um ihren Clan zu versorgen. Keine Überläufer, die man nach dem Abzug mitnehmen muss. Es sind wirkliche Soldaten aus einem Land, das bereit ist, um und für seine Freiheit zu kämpfen. Soviel steht seit dem 24. Februar fest.

Und dazu braucht es keine Truppen des Guten aus dem Westen und auch nicht aus dem Mittleren Westen. Die Ukrainer haben die Russen vor Kiew zurückgeschlagen und auch vor Charkiv. Da mag ein Generalstab noch so lange vom geplanten Rückzug schwadronieren. Auch das Propaganda, verständliche Propaganda, weil sich eine Niederlage schlecht anfühlt. Und selbst Mariupol hält seit dem Tag, an dem sein Fall prophezeit worden ist.

Lassen wir die Ukraine diesen Kampf alleine durchfechten. Ohne sie alleine zu lassen! Wir versorgen, während ihre Männer kämpfen, ukrainische Frauen und Kinder. Und wir liefern Waffen. Denn es reicht eben nicht, den Angriffskrieg Putins anzuprangern. Panzer und Bomber vertreibt man nur mit Gewalt und ganz sicher nicht mit Appellen.

Europa hat genug Weltkrieg erlebt. Es braucht nicht noch einen fahrlässig und selbst überzeugt vom Guten ausgelösten vierten. Und es braucht auch keinen weiteren Krieg, bei dem es für andere kämpft. Lassen wir den Ukrainern den Sieg über die Russen, den sie ganz alleine erkämpfen. Dann werden sie ihren Wunsch nach Freiheit erfüllen. Eine Freiheit, die das Land und seine Leute nach 100 Jahren Fremdherrschaft mehr als redlich verdienen.

Nur dass wir dann eben nicht sagen können, wir hätten die Freiheit gebracht. So wie wir die Freiheit nach Afghanistan bringen wollten. In den Irak. Nach Ägypten. Stolz auf uns selber, Kriege für die Freiheit zu führen. Stolz, den wir den andren nicht gönnen.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Joachim Datko

In Deutschland ist man in der jetzigen Situation sehr besonnen. Die NATO, ein Verteidigungsbündnis von 29 Staaten, ist zurzeit auch sehr besonnen.

Zitat: "Wir fühlen uns wieder im Recht, sind es womöglich sogar wieder. Also fordern wir Truppen in die Ukraine zu entsenden."

Sowohl Deutschland als auch die NATO erklären immer wieder, dass die Ukraine kein NATO-Mitglied ist und daher der Bündnisfall nicht eingetreten ist. Die Ukraine ist bei der Verteidigung durch Soldaten auf sich selbst gestellt. Sie wird lediglich auf ihren Wunsch hin mit Waffen zur unmittelbaren Verteidigung durch viele Staaten der freien Welt beliefert. Außerdem unterstützen die Ukraine viele Staaten moralisch, finanziell und durch die Aufnahme der Flüchtenden. Die Wehrfähigen verteidigen unter bitteren Verlusten ihre Heimat.

Die Last des Kampfes liegt auf den Schultern der Ukrainer. Viele haben schon das Leben dabei verloren. Es werden ihnen voraussichtlich noch viele folgen.

Joachim Datko - Ingenieur, Physiker
https:www.monopole.de

Gravatar: Felix Mendury

Soso.. Nach dem Massaker in Butscha will also der ganze Westen, dass NATO-Truppen in der Ukraine eingreifen und damit den 3. Weltkrieg auslösen. Damit dürfte die Frage nach dem Motiv der Veranstalter des Massakers wohl zweifelsfrei beantwortet sein.

Gravatar: Henner Majer

Herr Hebold hat den Schuss gar nicht gehört. Er redet allein vom Krieg der Ukrainer gegen die Russen. Der aber ist nur eine Randnotiz einer großen Strategie: Die USA wollen den Zugang zum Schwarzen Meer, um die Russen vom Mittelmeer und Israels Nachbarn auszusperren. Die US-Flotte in Sewastopol als Stützpunkt - darum geht es. Das sieht natürlich keiner und es wird auch niemandem gesagt, der der medialen Volksverblödung folgt.

Da kein Russe die Krim an die USA aushändigen kann und wird, knallt es. Davor haben die Russen stets gewarnt - man hat es getestet und sieht jetzt das Ergebnis.

Es ist unsinnig, diesen Krieg allein zu betrachten. Der große strategische Gedanke dahinter will erkannt sein und dann kann es nur eine Konsequenz für den Frieden in Europa geben: Raus mit den US-Amis, aber fixe. Wohin die auch immer kommen, hagelt es Bomben, Krieg und Zerstörung - seit üebr 100 Jahren.

Gravatar: Ulrich Müller

Herr Hebold:

"So, wie wir die Freiheit nach Afghanistan bringen wollten." Schön gesagt, nur, die dort wollten gar nicht von uns befreit werden!

Ich finde es immerhin sehr vernünftig in Ihrem Artikel, von einem NATO Einsatz komplett abzuraten!

Wenn die Nato dort einmarschiert, läuft das Ganze mit nahezu zwangsläufiger Logik auf einen Atomkrieg hinaus. Danach gibts keine Ukraine und kein Deutschland mehr! Das Motto der russischen Nuklearstreitkräfte lautet: "Nach uns kommt nur noch die Stille"!

Gravatar: Thomas

Der tägliche Hebold , aus dem "Wertewesten ".
Wann begreifen sie eigentlich, worum es wirklich
geht, nämlich , um den Kampf um die Weltherrschaft
einer bösartigen, soziopathischen US Plutokratie,
welche fast die gesamte Wirtschaft, der westlichen
Welt und Südamerikas beherrscht. Ein Abschaum der
Menschheit welcher, die Big Tech ,das Finanz und
Bankensytem , die Medien und Weltwirtschaft beherrscht.
Eine satanische ,organisierte Verbindung ,zwischen
den reichsten US Familien, den Geheimdiensten,
gekauften Politikern und ihren von Geheimbünden
durchsetzten "Eliteuniversitäten ".
Diese US Plutokratie, muß unbedingt Russland aus
dem Weg räummen, zwecks dessen millitärischer Macht
und deren Rohstoffen. Hierzu, sollen nun die europäischen Lakaienregierungen, ihre Völker, in den Krieg gegen
Russland hetzten. Der Schwachpunkt dieser größenwahnsinnigen US Idioten ist, das ihr Dollar, ohne
tatsächliche Deckung ist und somit völlig wertlos ist.
bei einer Staatsverschuldung von 32 Billionen Dollar,
würde es den sofortigen Zusammenbruch, herbeiführen,
wenn weltweit der Dollar, sofort, nicht mehr als Weltleitwährung, zum bezahlen von Rohstoffen eingesetzt wird. Der Plutokratie der USA ,steht es weder
zu ,die Währungen der Welt zu bewerten, noch den Wert
von Firmen und Aktiengesellschaften - was im übrigen
Institutionen tun, welche im Eigentum der US Plutokratie
sind, genauso wie die FED. Die US Plutokratie, sind
nichts anderes ,als die Zauberer von OZ, ihre ganzen Börsenwerte, z.b. von Big Tech ,werden künstlich von
ihnen selber erzeugt. Ihr Sprachrohr, ist Darth Vader Schwab und wie Schicklgruber und Mao ihre Bücher,
ernst gemeint haben, so gilt dies, noch viel mehr, für Satans Sohn Schwab. Somit ist es das Beste für die
Nationen sich endlich, von den USA zu lösen ,bevor
in naher Zukunft, der Zorn Gottes, über diese größenwahsinnigen Hackfressen , von Gates, Tesla Murks, Zuckerberg und den Glatzkopfversandhändler kommen.

https://axelkra.us/wer-regiert-die-welt-blackrock-und-vanguard-bill-sardi/

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