Tukurs nächste Glanzrollen

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Ulrich Tukur ist bekanntlich einer der größten deutschen Schauspieler seit Gustaf Gründgens und Eddi Arent. Er verkörpert gern andere große Deutsche. Die kann man sich danach nie mehr anders als tukurisch denken. Etwa Erwin Rommel, Dietrich Bonhoeffer, Herbert Wehner, Helmut Schmidt und Jürgen Harksen. Jetzt kommt laut Agenturmeldungen eine neue Herausforderung auf den Übermimen zu: Tukur wird Bernhard Grzimek spielen, den Ökopionier und Exotentiereknuddler aus frühen ARD-Tagen („Guten Abend, meine lieben Freunde“). Wir sind gespannt! Aber wie geht’s weiter? Kleine Wunschliste für künftige Tukur-Traumrollen nebst Schlüsselszenen:

Tukur spielt Franz Josef Strauß (torkelt nach einem Prostituiertenüberfall bezecht durchs nächtliche New York, grölt in bayerischer Mundart irgendwas Fieses, tendenziell Rechtes).

Tukur spielt Willy Brandt (beim Vernaschen von hübschen, linksliberal eingestellten Journo-Tussis in Sonderzügen. Oder beim Wildpinkeln mit Günter Guillaume in Norwegen).

Tukur spielt Günter Grass (in schmucker Waffen-SS-Kluft, bei den allerersten Versuchen, einen Butt zu zeichnen).

Tukur spielt Rainer Werner Fassbinder (als brutal-sensiblen Ledermann in einem Schwabinger Darkroom, mit fett aufgeschminkten Mitessern).

Tukur spielt Marcel Reich-Ranicki (als tobsüchtigen Borderliner im Literarischen Quartett; verängstigte Sidekicks: Udo Lindenberg als Hellmuth Karasek und Irm Hermann als Sigrid Löffler).

Tukur spielt Martin Walser (als bourgeois-bräsigen Kryptofascho, der aber wegen Tukurs Charisma und dank der angeklebten Riesenaugenbrauen irgendwie großschriftstellerische Weisheit verströmt).

Tukur spielt Klaus Kinski (beim berühmten Versuch, die „NDR Talkshow“-Moderatorin Alida Gundlach (dargestellt von Nina Kunzendorf) vor laufenden Kameras zu vergewaltigen; im Film gehen beide hinterher aufs Zimmer).

Tukur spielt Joschka Fischer (mit schwarzem Motorradhelm beim Bullenklatschen in Frankfurt-Bornheim, anschließend Akkordeon-Einlage).

Tukur spielt und singt die späte Hildegard Knef (ironisch-gebrochene Nummernrevue im Stil der Roaring Eighties: „Für mich soll’s Tote Hosen regnen“).

Tukur spielt Ulrich Tukur (entfällt. Dies und nichts anderes tut unser Uli ja praktisch in jeder Rolle).

Beitrag erschien zuerst auf: achgut.com

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