Thilo Sarrazin schlägt zurück
Thilo Sarrazin schlägt zurück
Datum: 21.03.2014, 12:49
Im zweiten Kapitel seines mittlerweile dritten Buches dokumentiert Sarrazin die Ausgrenzungsversuche, denen er seit der Veröffentlichung von "Deutschland schafft sich ab" (August 2010) ausgesetzt ist. Er schildert, wie ein Großteil der Medien seine Ansichten durch gefälschte Zitate grob verzerrt wiedergab, wie er im September 2010 seinen Vorstandsposten bei der Deutschen Bundesbank verlor, wie im November 2010 bereits das zweite Parteiausschlussverfahren gegen ihn eingeleitet, am 21. April 2011 aber überraschend wieder abgeblasen wurde. Die Schiedskommission hatte weder in seinem Buch noch in anderen Äußerungen etwas gefunden, was einen Ausschluss aus der SPD gerechtfertigt hätte.
In 'Der neue Tugendterror' beschreibt der bürgerliche Sozialdemokrat die Häme, mit der linke Zeitungen wie 'Die Zeit' und die 'taz' die Tatsache kommentierten, dass im Sommer 2011 selbst seine Frau wegen seiner Buchveröffentlichung als Grundschullehrerin aus dem Schuldienst entfernt wurde, fünf Jahre vor dem gesetzlichen Ruhestand. Sarrazin bemerkt dazu bitter: "Die taz möchte, wie die gesamte linksliberale Presse, lieber unverbindlichen Multikulti-Gemütskitsch als die konkrete Wahrheit über die Verrottung des Berliner Bildungssystems und die Verhaltensweisen leitender Beamter, die zwischen Inkompetenz und Kriminalität changieren. In der Wirklichkeit der Berliner Verwaltung gibt es Dinge, die viel schwerwiegender und abgründiger sind als die vergleichsweise Lappalie eines verspäteten Flughafens, der die geplanten Kosten um einige Milliarden Euro überschreitet" (Der neue Tugendterror - über die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland; Februar 2014, Seite 110).
Übrigens verarbeitete auch Ursula Sarrazin die Vorgänge in einem Buch, das im Oktober 2012 erschien: 'Hexenjagd: Mein Schuldienst in Berlin'.
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