Ihr dürft _Franz_ zu ihm sagen
Ihr dürft _Franz_ zu ihm sagen
Datum: 18.03.2013, 18:16
Ich nenne ihn „Papst Franz“. Benedictus XVI., Paulus VI., Gregorius XVI. – Diese Päpste wurden zu Benedikt, Paul und Gregor eingedeutscht. Und was ist mit Franciscus? Bei ihm wagen die deutschen Medien leider nicht den herzhaften „Franz“. Auch die Deutsche Bischofskonferenz hat sich statt dessen auf „Franziskus“ festgelegt, obwohl der Heilige Stuhl keine Namensvorgaben macht. Dabei spricht viel für den „Franz“.
„Gegen Papst Franz sträubt sich einfach das Gemüt“, meint „Sprachpapst“ Wolf Schneider. Warum eigentlich? Gewiß, „Franziskus“ mag vornehmer, edler klingen. Doch der neue Papst Franz erweckt nicht den Anschein, daß er sich gern in Vornehmheit hüllt. Man denke nur an sein angenehm bescheidenes Auftreten, das sich nicht nur in seiner Kleidung, sondern auch in seinen Worten zeigt. Ich nehme ihm ab, daß er Franz von Assisi als Vorbild sieht, und diesen nennen wir im Deutschen ja auch meist Franz, nicht Franziskus.
„Papst Franz“ ist volksnäher
Es sei daran erinnert, daß Papst Franz Deutschland kennt und gut Deutsch spricht. Es würde ihm also sicher gefallen, mit „Franz“ angesprochen zu werden. Nordamerikaner und Engländer nennen Papst Franz „Francis“, die Franzosen sagen „François“ zu ihm. Nur wir Deutsche wählen die latinisierte Form. Ist das nicht ein Zeichen, daß wir uns für unsere deutsche Sprache ein bißchen schämen? An solchen scheinbaren Kleinigkeiten zeigt sich beispielhaft der oft mangelnde Mut zur deutschen Sprache. Lateinische Endungen klingen im Deutschen immer etwas gelehrter, aber auch fremder, weil Latein lange Zeit die Sprache der wissenschaftlichen Elite war. Von „Martinus Luther“ etwa war vorwiegend im akademischen Zusammenhang die Rede, und „Martin“ war es, der dem Volk aufs Maul schaute.
Umgekehrt wirkt auch „Franz“ wesentlich volksnäher, sympathischer als ein „Franziskus“. Und Volksnähe ist es doch, was die Kirche braucht, um ihre Bedeutung zu wahren. Den Menschen sind nicht „Gender Mainstreaming“, „Homo-Ehen“ und Armee-Einsätze in aller Welt wichtig. Sie sorgen sich vielmehr um ihr Auskommen, um ein menschenwürdiges Leben, um einen Platz für sich und ihre Familie, den Wirtschaft und Finanz immer stärker einengen. Dafür wünsche ich Papst Franz gutes Gelingen, daß er seiner Kirche Sinn gibt und sich nicht in den Zeitgeistprogrammen der Herrschenden „verfranzt“.
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.
Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.


Add new comment