Tanzmusik zu Ehren der Toten

Armer Ravel – jetzt dient der von ihm selber wenig geschätzte Bolero als Tanzmusik für den Tod. Bei der heutigen Gedenkfeier in Paris zu Ehren der im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten wurde der Gassenhauer gespielt.

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Wessen Einfall auch immer das war; vielleicht hatte das Datum 11.11. einige Jecken verführt – selten wurde der wahre Charakter der Erinnerungskultur deutlicher zum Ausdruck gebracht. Denn ein Bolero ist tatsächlich ein Tanz. Genauer gesagt: Ein Ballett. Bei der Uraufführung am 22. November 1928 tanzte eine Frau in einem Kreis von 20 Männern und jeder im Saal wusste, was sie mit ihren lasziven Bewegungen ausdrücken wollte. Das Publikum war empört. Öffentliches Aufgeilen war damals noch nicht so selbstverständlich wie heute. Ein Zuschauer soll angeblich gerufen haben: "Hilfe, ein Verrückter".

Leider hat das heute in Paris wohl keiner gerufen. Ein erotischer Tanz als Gedenken an die 11 Millionen Gefallenen des Großen Krieges scheint kein Skandal mehr zu sein – so sehr haben wir uns an die Perversionen des Erinnerns gewöhnt. Daher fand auch keiner die Anmerkungen des französischen Staatspräsidenten daneben. Davon, dass man an einem solchen Tag keine Politik machen sollte, davon hat Macron wohl noch nichts gehört. Also hetzt er neuerlich gegen Trump, indem er bemerkt: "Ein 'Wir zuerst' darf es nicht geben."

Nun, Trump wird das nicht jucken. Er weiß, dass die Vereinigten Staaten dreimal siegreich in Europa eingreifen mussten, um für Figuren wie Macron die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Ohne Washington würde die Franzosen noch immer Hitler anhimmeln müssen. Und auch 1918 hätten die Franzosen ohne die Yankees verloren. Nur war das 1918 noch nicht so klar zu erkennen. 1945 hielt niemand mehr Paris für einen Sieger – außer natürlich Paris.

In diesem Sinne war Macron heute jedoch nicht alleine. Neben ihm standen zwei weitere Vertreter aus Ländern, die am Ende des Ersten Weltkriegs zu den Verlierern gezählt werden mussten: Russland und die Türkei. Das besetzte Konstantinopel war dafür Sinnbild. Vielleicht hat sich ja jemand gefunden, Erdogan daran zu erinnern. Wohl hat er sich heute bestimmt nicht gefühlt.

Nur eine fühlte sich sicherlich wohl: Kanzlerin Merkel. Ich weiß nicht, ob sie im Kreise der 60 Staatschefs zum Bolero getanzt hat. Sie steht ja, wie wir seit 2015 wissen, auf Horden wild gewordener Männer, die seit 3 Jahren dank ihrer Grenzöffnung in Deutschland ihre Gangbangphantasien ausleben können.

Um diese Pariser Peinlichkeit noch zu toppen, kann Frau Merkel ja am 7. Mai 2045 zur Erinnerung an die Toten des Zweiten Weltkriegs vor Erdogan den Tanz der 7 Schleier aufführen.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Jürgen kurt wenzel

Haben die Moralisten nach dem Krieg nicht im Sekt gebadet ? Ein Sündenpfuhl , nach diesem schrecklichem Morden auf Geheiz der Giftmischer der IG-Farben des Carl Duisberg , Fritz Haber , Fritz ter Meer bis zu den Machern des Helmut Kohl und co !!! Hat sich etwas geändert am Denken und Handeln der Kriegstreiber und Gwinnler der Weltkriege bis Heute ?? Weshalb waren die zerstöhrten Rüstungsbetriebe kurz nach der vollkommenen Zerstöhrung wieder intakt ! Immer waren die Schweine schnell wieder am Trog !! Und jetzt und Heute haben die allen Grund mit dem Bolero zum Hohn !!! Der Franzose hat immer noch seine ,, Grande Armee"" und braucht den Fritz als Geldesel ! Er wird nie seine Atomwaffen dem doven Michel überlassen ,sondern sein Süppchen kochen !!! Da hat er mit er FDJ-Flinte Angela die richtige ,, Verbündete " ! Fragt den niemand wessen ,, ,,Geistes Kind " die ist ???? Wie verblödet ist diese Welt ???

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