TABUBRUCH BEI GENHONIG

Gegen die klare Linie der CSU: Umweltausschuss stimmt mit knapper Mehrheit für Gentechnik im Honig.

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Es war denkbar knapp: Mit nur drei Stimmen Mehrheit hat der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments gestern für die EU-Honigrichtlinie gestimmt und sich damit gegen eine Kennzeichnungspflicht gentechnisch manipulierter Pollen im Honig ausgesprochen. Gegen meine Stimme. Bis zuletzt habe ich gemeinsam mit Imkern, Landwirten, Verbraucherschützern und Umweltverbänden gegen den Entwurf der Honigrichtlinie gekämpft. Nun setze ich meine letzte Hoffnung auf die Plenarabstimmung im April.

Das Abstimmungsergebnis halte ich für weltfremd, anwenderfeindlich und verhängnisvoll in seinen möglichen Folgen: Europa nimmt den Verbrauchern damit erstmals das Recht, vor GVO-Anteilen in Lebensmitteln gewarnt zu werden - und es macht unseren heimischen Imkern das Leben schwer. Das ist für mich ein Tabubruch. Nicht umsonst haben sich die CSU und die Bayerische Staatsregierung von Anfang an für die Interessen unserer heimischen, regionalen Imkerei und gegen die Kampagnen der Genlobbyisten und Marktliberalen eingesetzt.

Aufgeben will ich aber noch nicht: Endgültig entscheiden muss das Plenum Mitte April - darauf werden wir in der CSU uns jetzt gemeinsam mit Imkern, Landwirten und Umweltschutzverbänden konzentrieren - im Bündnis mit unseren Verbrauchern. Ich bin fest davon überzeugt: Die Menschen zuhause wollen keinen heimlichen Genhonig. Sie wollen genau wissen, was drin ist in ihren Lebensmitteln: Gentechnisch manipulierter Honig ist nie natürlich und nie ein Naturprodukt!

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: MicroHirn

Solange der Nachweis einer Ungefährlichkeit gentechnisch veränderter Pflanzen für die Gesundheit von Mensch, Tier und Ökologie nicht erbracht wurde, ist Gentechnik konsequent abzulehnen. Dies als 'Genangst' abzuqualifizieren ist kein gültiges Argument und soll Menschen lediglich hinters Licht führen. Eine berechtigte Angst besteht allerdings vor den Gen-Multi-Firmen, die ihre Profit-Interessen mit denen der giftproduzierenden Firmen teilen und gezielt Verharmlosung propagandistisch betreiben. Vor einem solchen Hintergrund wäre es geradezu fahrlässig, wenn nicht gar bekloppt, irgendwelchen Beteuerungen über die Ungefährlichkeit der Gentechnik in der Landwirtschaft auch nur ansatzweise zu glauben.

@Herr Hoffmeister,
leider haben Sie vergessen zu erwähnen, dass ja die bisherige Regelung der 'Honigrichtlinie' geändert werden soll. Diese sieht nämlich vor, dass gentechnisch veränderter Pollen kein natürlicher Bestandteil des Honigs ist und damit bei Überschreiten einer Deklarationsgrenze von 0.9% Pollenanteil, als Zutat angegeben werden muß. Diese Kennzeichnungspflicht fällt weg, wenn Pollen generell als natürlicher Bestandteil angesehen wird. Damit würde die bisherige Regelung ausgehebelt. Auf Seiten der Verbraucher besteht das Interesse einen Honig zu bekommen, der frei ist von GVO-Pollen, insofern handeln Imker und in Folge auch Politiker, die sich für die Imker einsetzen, im Interesse der allgemeinen Nachfrage, die auf Gesundheit und Sicherheit setzt.

Gravatar: Karin Weber

Wenn die ersten verkrüppelten Kinder auf die Welt kommen, dann wird man diese Leute zur Verantwortung ziehen. Ich werde auf jeden Fall sogar in einen Fond spenden, der diese Leute bis ans Ende der Welt jagt, um sie zu bestrafen.

Gravatar: torben hoffmeister

Ich weiss ja nicht für wessen Interesse Sie sich hier einsetzen Herr Kastler, aber für die der Imker bestimmt nicht ! Haben Sie mal Ihre Fürsprache zur Honigkennzeichnung zu Ende gedacht ? Bestimmt nicht, einfacher ist es ja, auf ein populistisches Thema aufzusatteln, was symptomatisch für alle Parteien ist. Wenn Pollen als Zutat qualifiziert ist, und darauf läuft die Forderung der Kennzeichnung von Honig mit gv-Pollen hinaus, müsste eine Kennzeichnung der Zutat erfolgen, ergo der Pollen und dessen Zusammensetzung bestimmt werden. Wollen Sie mit solchen Zusatzkosten alle deutschen Imker ruinieren ? Ich hoffe die Imker sind so schlau und suchen sich andere Fürsprecher.
Zudem hoffe ich, dass sich das Thema der Kultivierung von „Genangst“ irgendwann als das erweist was es ist: ein Popanz. Aber letztendlich ist sie eine nützliche Ideotie und damit für Politiker zu verlockend, darauf zu setzen.

Gravatar: Isarkiesel

Diese EU-Honigrichtlinie vereinfacht den Weg hin zur Freihandelszone mit den USA.
Der Weg für gentechnisch veränderte Pflanzen wird erleichtert.
Ist ja bekannt, dass dann unsere hohen Umweltstandards, Lebensmittelverordnungen usw. fallen.

Gravatar: MicroHirn

Der Leichtgläubigkeit derjenigen etwas entgegen zu setzen, die an den Lippen der Gen-Industrie samt giftproduzierender Partnerschaften hängen ist beileibe keine Phobie, sondern eine gesunde und lebensbewahrende Einstellung.
Dort wo Argumente fehlen wird natürlich gerne mit Herabsetzung traktiert, die sich wahlweise zwischen den Vorwürfen der' Unkenntnis' oder 'psychischer Instabilitäten' bewegen.
Wüßten die Befürworter von Frankenstein-Food wie hilflos dies wirkt, weil es als Ersatz für Argumente herhalten muß, würden sie flugs still sein. Allerdings gäbe es dann auch nichts mehr zu sagen :-)

Gravatar: Quentin Quencher

Gott sei Dank ist das so entschieden worden. Diese Gen-Angst ist nichts weiter als eine Phobie, die von entsprechend interessierten geschürt wird, entgegen aller Evidenz. Rot-Grün ist schon schlimm, Schwarz-Grün noch schlimmer.

Gravatar: MicroHirn

Pollen gentechnisch veränderter Pflanzen als 'natürlichen Bestandteil' von Honig zu deklarieren ist in meinen Augen nicht nur Augenwischerei, sondern eine bodenlose Dreistigkeit.
Grenzwerte der Deklarationspflicht zu definieren, die sowieso nicht erreicht werden, passt genau ins Bild und zeugt von einem zynischen Umgang mit den Sorgen und Befürchtungen derjenigen die Frankenstein-Nahrung ablehnen.

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