Sturm auf den Reichstag oder doch wieder ein Reichstagsbrand?

Schon einmal musste der Reichstag für totalitäre politische Manöver herhalten. Das sollte sich nicht wiederholen.

Veröffentlicht:
von

Wahrscheinlich leben zu wenige, die den Reichstagsbrand von 1933 noch in Erinnerung haben. Andernfalls hätten die Reaktionen auf die Vorfälle am letzten Samstag einen Sturm der Entrüstung auslösen müssen, oder besser: Die Reaktionen auf die Vorfälle von vor einer Woche.

Im Februar 1933, genauer: In der Nacht vom 27. zum 28. Februar stand der Reichstag in Flammen. Noch vor Ort wurde ein gewisser Marinus van der Lubbe verhaftet und schon bald als Täter präsentiert. Ende des Jahres wurde Lubbe wegen Hochverrats in Tateinheit mit vorsätzlicher Brandstiftung zum Tode verurteilt und im Januar 1934 wurde das Urteil vollstreckt.
Doch was wie eine klare Sache erscheint, hatte ein doppeltes historisches Nachspiel. Zunächst nutzten die National-Sozialisten den Brand des Reichstags für sich maximal aus. Einen Tag nach dem Brand wurde die ›Reichstagsbrandverordnung‹ erlassen und damit die Grundrechte der Weimarer Verfassung de jure für Null und Nichtig erklärt. Ein wichtiger Schritt beim Übergang in den nationalsozialistischen Staat war getan. In der Folge kam es zu wahllosen Verhaftungen politischer Gegner und der Eliminierung sämtlicher kommunistischer Abgeordneter aus den Parlamenten. Es herrschte ein Ausnahmezustand, der zwölf lange Jahre anhalten sollte.

Es gehört zur bösartigen Ironie jener Tage, dass Göring und Hitler es raffiniert verstanden, den Anschlag auf das Symbol der kaiserlichen Demokratisierung und der verhassten Weimarer Republik für sich und damit zur Inthronisierung der sozialistischen Diktatur auszunutzen. Schon am Abend des Anschlags stand dieser politische Schachzug den beiden Köpfen der Bewegung klar vor Augen. Göring erklärte: »Das ist der Beginn des kommunistischen Aufstandes, sie werden jetzt losschlagen! Es darf keine Minute versäumt werden!« - Und damit meinte Göring: Er selber schlägt los. »Es gibt jetzt kein Erbarmen«, betonte Hitler. »Wer sich uns in den Weg stellt, wird niedergemacht.« Und dann: »Das deutsche Volk wird für Milde kein Verständnis haben.« Hitler und Göring sahen sich als Verteidiger des Reichstags gegen die Kommunisten.

Die Nachkriegszeit erlebte dann ein zweites historisches Nachspiel. Während bis Anfang der 1960er Jahre die These vom kommunistischen Einzeltäter Konsens blieb, wurde nun die Gegenthese politisch opportuner: Den Brand hätten die nationalen Sozialisten selber gelegt. Dazu musste man zunächst für Lubbe  einen Freispruch erreichen. Insbesondere durfte er nicht der Bandstifter sein. Und das konnte dauern.

Ab 1967 war Lubbe kein Hochverräter mehr. Mit Hilfe eines Gesetzes aus dem Jahr 1998 wurde das Urteil schließlich im Jahr 2008 ganz annulliert. Jetzt war er auch kein Brandstifter mehr. Die Begründung: Die Todesstrafe beruhte auf »spezifisch nationalsozialistischen Unrechtsvorschriften«.

Parallel zu dieser juristischen Posse um einen niederländischen Kommunisten, entwickelte sich eine wahre Schlacht unter Historikern um die beiden Thesen, wer den Reichstag nun wirklich angesteckt hat. Bemerkenswert daran ist nur eines: Die Diktatur der Volkspädagogen kündigte sich damals schon an. Dafür wurden Akten gefälscht und es wurde gelogen.

Man sieht‹ Der Sturm auf den Reichstag ist kein Zufallsprodukt. Er steht in der unguten Tradition, einen Ausnahmezustand mit einem wirklichen oder auch nur vermeintlich Angriff auf ein Symbol der Regierenden zu begründen. Das haben Steinmeier und seine Genossen gewusst. Sie spielen mit dem Gedanken, die Gegner ihres Regimes mit dem Hinweis auf den Reichstag ihrer Rechte zu berauben. Das kann zuerst das Recht sein, sich zu versammeln. Doch im nächsten Schritt sind es alle anderen Rechte. Die Nationalsozialisten haben es vorgemacht. Warum sollte die sogenannte Zivilgesellschaft nicht auch das von ihnen lernen.

Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.

Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte
unterstützen Sie mit einer Spende unsere
unabhängige Berichterstattung.

Abonnieren Sie jetzt hier unseren Newsletter: Newsletter

Kommentare zum Artikel

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars die Regeln höflicher Kommunikation.

Gravatar: Willi Winzig

Na klar war das alles inszeniert und eine Provokation gegen die Millionen friedlichen Demo-Teilnehmer und ein gefundenes Fressen für das verlogene Regierungs TV.

Regime-Inszenierung vor dem Reichtstag

https://www.youtube.com/watch?v=XCtCFvrzHg4

Übrigen der Lügenkleber will trotz Pensionsalter weitermachen. Ist ja auch schön für wenig Arbeit einen Haufen Kohle von uns Steuerzahlern abzugreifen und dann den ewig gleichen Mist unters hörige Volk zu bringen. Ich kann gar nicht so viel essen wie ich .........

Gravatar: Willi Winzig

Für mich steht fest das das jetzige schwarz/rot/grüne Regime keinen Deut besser ist, als das Naziregime. Auch dessen Farbe ist braun. Nur diesmal ist die Hauptfigur bei weitem nicht so intelligent wie der damalige "Führer" der einen IQ von über 130 hatte. Daher besteht noch Hoffnung aus diesemn Schlamassel vorläufig noch mit einem blauen Auge davon zu kommen. Die Ziele aber sind eindeutig genauso größenwahnsinnig wie boshaft.

Gravatar: lutz

Die Todesstrafe ist kein Beweis, daß Lubbe nicht der Brandstifter war.
Daß die NS den Brand instrumentalisiert hat, ist keiner dafür, daß die den Brand gelegt hat.

Für den Brockhaus aus dem Jahr 2000 gilt Marinus van der Lubbe als weitgehend gesicherter Urheber des Reichstagsbrands.

Es werden politische Entscheidungen getroffen und die sollten einen nachdenklich machen.
Aber, wer nie nachdenklich war, der braucht jetzt auch nicht mehr damit anzufangen.

Man darf sicher sein, daß die Brockhaus-Redaktion nicht Wikipedia ist und die Beweislage prüft.

Das spielt alles schon keine Rolle mehr, weil die "Opposition" gegen die Merkel-Politik, gegen den Maskenzwang, die Zuwanderung sich vor allem damit beschäftigt, sich selber zu vernichten.

Praktisch arbeitet die Opposition ebenso beharrlich am Untergang der Republik wie der Parteienblock. Die Ironie ist, daß man souverän sein will und gar nicht merkt, daß die Fremdbestimmung bei einem selber am größten ist.

Ob Corona, Klimawandel, Diesel, Windräder - immer werden fadenscheinige Nebensächlichkeiten als Hauptargumente angeführt, und da steht die Oppositon der Regierung ins nichts nach.

In unruhigen Zeiten wäre vor allem Ruhe angesagt. Aber statt Ruhe zu bewahren, wollen alle sofort etwas Sichtbares leisten, und das führt unweigerlich zu Niederlage und Schande.

- Die meisten Menschen lassen sich eben lieber durch Lob ruinieren als durch Kritik retten.





.

Gravatar: Ulli P.

Es soll mir einer sagen, Geschichte wiederhole sich nicht. Ob 1933 die National-Sozialisten oder 2020 die International-Sozialisten, es ist die gleiche ideologische Ausrichtung. Das Schlimme: Damals wie heute sind es die Mitläufer bzw. diejenigen, die meinen, sich wegducken zu dürfen und ihre Hände in Unschuld zu waschen! Das sind die, welche hinterher tönen, von allem nichts gewusst zu haben!

Das Perfide heute: Mit moralischen Zuscheibungen werden die Bürger konditioniert. Wer gegen die Flüchtlingspolitik, Klimapolitik, gegen die autoritären Maßnahmen in der Corona-Politik ist, wird bis zur vollständigen gesellschaftlichen Ausgrenzung diffamiert. Irgendwann sind es Gerichtsurteile, Geld-, dann Gefängnisstrafen. Irgendwann gibt es Tote.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

„Sturm auf den Reichstag oder doch wieder ein Reichstagsbrand?“ ...

Könnte nicht beiden Vermutungen im Geiste unserer(?) Heißgeliebten(?) schon deshalb Realität sein, weil dies beweisen würde, dass die Göttin(?) von den Nazis lernte???

Allerdings:

„Wer die Nazikeule schwingt sollte eigentlich aufpassen, dass sie einem nicht selbst in die Fresse fliegt!!!
https://www.nibis.de/uploads/1chaplin/M2%20War%20Angela%20Merkel%20mit%20Nazis%20befreundet.pdf

Gravatar: karlheinz gampe

Es ist Fakt wir werden von rotgrünen Kriminellen regiert oft sogar mit kriminellem DDR Hintergrund! Deren rotgrüne Büttel sich nicht scheuen am Boden liegende Frauen zu schlagen und Hochschwangere zu attackieren. Die BRD ist zu einem rotem System ohne Anstand und Ehre verkommen.Heutige rotgrüne Frauenschläger-Parteien haben früher an der Macht sogar heimtückisch Menschen abgeschlachtet sogar ihre eigenen roten Genossen! Wer wählt sowas ? Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht von der SPD ermordet, die werden heute von Linken bigott als Ikonen verehrt! Die Mörder feiern ihre Opfer ! Linke sind geisteskrank ! Kriminelle Willkür herrscht im Land. Kriminelle Antidemokraten der Altparteien beschneiden immer mehr Bürgerrechte und Freiheiten. Sie sind die Feinde unserer freiheitlichen Grundordnung ! Keine Freiheit für diese Feinde der Freiheit ! Sollte nicht für Politiker, welche an kriminellen Taten zum Schaden der Allgemeinheit mitwirkten die Todesstrafe wieder eingeführt werden ? Die alten Demokratien wussten, warum sie die Feinde der Demokratie hinrichteten. Stellt die roten Kriminellen vor ein Schöffengericht( oder Scherbengericht) des Volkes und das Volk soll selbst recht sprechen und entscheiden ! Nicht Recht im Namen des Volkes sondern das Volk selbst soll nun über das Schicksal krimineller Politiker entscheiden.

Gravatar: Sam Lowry

Mein Motto lautet:
"Ein glücklicher Mensch folgt niemandem. Nur die Unglücklichen, Verwirrten, folgen eifrig anderen, in der Hoffnung, bei ihnen Zuflucht zu finden. Und sie werden Zuflucht finden, aber diese Zuflucht ist ihre Finsternis, ihr Untergang."
Jiddu Krishnamurti

Schreiben Sie einen Kommentar


(erforderlich)

Zum Anfang