Sind Heizpilze widersinnig_
Sind Heizpilze widersinnig_
Datum: 30.11.2009, 16:59
So ist das Umweltbundesamt offenbar fest davon überzeugt, dass Heizpilze widersinnig und im Zeitalter des Klimaschutzes überholt sind. Ich bin mir da nicht so sicher, jedenfalls nicht, wenn ich auch berücksichtige, welchen Zweck die Geräte eigentlich erfüllen. Eine Berliner Tageszeitung zitiert einen Wirt:
"Wo Heizpilze für Wärme sorgen, sitzen die Menschen draußen, Schankterrassen ohne Wärmequelle sind verwaist. "Hätten wir nicht unsere drei Heizpilze, würde kein Gast draußen sitzen", sagt Oliver Orthey, Besitzer der "Bar Gargarin" an der Rykestraße/Ecke Knaackstraße. "An so einem Sonntag haben wir ungefähr ein Drittel mehr Umsatz."
Da heizt also nicht einer einfach so die Straße, sondern er heizt sie, weil er dafür recht großzügig bezahlt wird. Es ist also nicht klar, ob der vermeintliche Klimaschaden größer ist, als der Nutzen für Wirt und Gäste. Natürlich berücksichtigt der Wirt in dem Moment nicht den möglichen Schaden fürs Klima. Aber das Umweltdbundesamt ist auch nicht besser, wenn es in den Heizpilzen einfach nur Energieverschwendung sieht. Wie wärs stattdessen - wenn es denn unbedingt sein muss - mit einer Kohlendioxidabgabe auf fossile Brennstoffe, dann würde man doch sehen, ob der Schaden fürs Klima höher als der Nutzen der Heizpilze ist.
Eine Mehrheit der Ökonomen ist der Meinung, dass die sozialen Zusatzkosten einer Tonne Kohlendioxid bei maximal 19 € liegen. Das macht für einen Heizpilz zusätzliche Kosten von 76 Euro pro Jahr, die auf die 850 Euro Betriebskosten aufzurechnen sind, also 926 Euro. Bei diesen relativ geringen zusätzlichen Kosten bin ich mir nicht so sicher, ob die Heizpilze dann von allein verschwinden würden, sollte sich der Umsatz des Wirts durch ihren Einsatz tatsächlich verdreifachen. Auf jeden Fall bin ich mir sicher, dass ein pauschales Verbot keine gute Idee ist.
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