Nur die Spitze des Eisbergs

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Nur die Spitze des Eisbergs
Datum: 25.02.2013, 10:05

Diese Zahl aus dem Umweltministerium in Berlin kann man dieser Tage landesweit in der Presse lesen und schon streiten sich die Experten wie kleine Kinder, ob diese Zahl nun belastbar ist oder nicht. Den Streit kann man sich jedoch sparen, denn diese Zahl markiert ohnehin nur die Spitze des Eisbergs der Kosten, die den Bürger durch die Energiewende zugemutet wird. Strenggenommen sind es nicht einmal die Kosten der Energiewende, denn EEG-Vergütungen und Investitionen sind zunächst nur die Umverteilungsmasse, die den Stromverbrauchern aus der Tasche gezogenwerden, um sie dann wieder mit Staatsgewalt in den Bankkonten der Investoren zu verschwinden zu lassen. Das ist der Betrag, wegen dem hierzulande die Lobby der Erneuerbaren Energie nicht müde wird von Arbeitsplätzen, Wettbewerbsfähigkeit und dem Erfolg fleißiger Mittelständler zu faseln, als hätten diejenigen, die die Rechnung zahlen nicht Grund genug zur gleichen Zeit Arbeitsplatzverluste, Wettbewerbsnachteile und zur die Bedrohung des Mittelstands zu beklagen. Diese Zahl dokumentiert lediglich, dass die Energiewende ein zutiefst egoistisches Projekt ist, eine Mogelpackung, die heutige Gewinnerwartungen und Karrierepläne bedient und die zukünftige Generationen als Strohmänner missbraucht, wohl wissend das sie sich nicht wehren können.

Nein, die eigentlichen Kosten der Energiewende sind nicht das, was uns der Umweltminister da vorrechnet. Die eigentlichen Kosten der Energiewende sind das, was wir wegen dieser Ressourcenverschwendung nicht zu Gesicht bekommen werden, weil es sich niemand mehr leisten kann. Sie sind das, worauf wir verzichten müssen, weil wir unsere Kraft und Kreativität nicht woanders investieren und wir uns unsere Präferenzen und Prioritäten vom Staat diktieren lassen. Weniger Behandlungen gegen Krebs etwa, weil Mensch und Material mit überflüssigem Netzausbau beschäftigt werden und in einseitige Forschung und Entwicklung  im Energiesektor, an Energiequellen, von denen wir bereits jetzt wissen, dass ihr großtechnischer Einsatz eine Sackgasse ist und nichts gegen den vermeintlichen Klimawandel bewirkt. Weniger lebensrettende Operationen in Krankenhäusern, weil das Geld dafür für die höhere Stromrechnung draufgeht. Weniger Kindergärten und Schulen, weil der Staat die Energiewende trotz steigender Stromrechnungen noch bezuschussen muss und die Eltern einen Teil des Bildungsbudgets ihrer Sprösslinge in die Energierechnung stecken. Weniger von allem, was uns ohne die Subventionen und den Zwang der Energiepolitik lieb und teuer wäre, das sind die wahren Kosten der Energiewende. Doch solange wir uns um die Spitze des Eisbergs der Kosten der Energiewende balgen, werden wir wie einst die Besatzung und Passagiere der Titanic geradewegs auf den Untergang unseres Traums von einer besseren und lebenswerteren Zukunft zusteuern.

Zuerst erschienen im Blog des Liberalen Instituts

Sven von Storch

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