Mit Zuckerbrot statt Peitsche gegen eBook-Piraterie

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Mit Zuckerbrot statt Peitsche gegen eBook-Piraterie
Datum: 10.07.2013, 12:47

Kürzlich wurde ich hier schon über die Probleme eines neuen Verfahrens des Digitalen Rechtemanagements (DRM) geschrieben, vor allem, wenn sie mit staatlichen Subventionen entwickelt werden. Der kanadische Schriftsteller Cory Doctorow, bekannt für seine überaus populären Romane, die völlig ohne DRM auskommen und als eBook in englischer Sprache kostenfrei verfügbar sind, hat das DRM-Verfahren in seiner Publishers-Weekly-Kolummne Lost in Translationebenfalls kritisch unter die Lupe genommen und kommt zu einem vernichtenden Urteil. Weder sei das neue Verfahren schwer zu umgehen, noch dürfte die Intention der Verlage, die Drohung mit der Nachverfolgbarkeit der Buchkäufer gerichtsfest machen zu können, aufgehen. Da es beispielsweise nicht illegal sei einen Computer durch Unachtsamkeit oder Diebstahl zu verlieren, damit aber auch keine Kontrolle über dessen Dateninhalt mehr zu haben, wären individualisierte eBook-Kopien auf Piratenseiten kein hinreichender Beleg für eine wissentlich illegale Vervielfältigung von urheberrechtlich geschützten Daten. Folglich würde die Drohung der Rechteverwerter  ins Leere gehen. Es sei zudem zweifelhaft, ob ein solches Verfahren, dass mit der Angst der Nutzer spiele, wirklich auf mehr Akzeptanz als bisherige DRM-Verfahren stoßen würde. Seine Empfehlung an die Verlage sei deshalb, statt den Verbrauchern mit der Peitsche zu drohen, doch endlich darüber nachzudenken, wie man ihnen mit attraktiven Angeboten entgegenkommen könne. Für Deutschland würde das vor allem ein Nachdenken über das Ende der marktfremden Buchpreisbindung und neue Preiskonzepte, die geeignet sind die Attraktivität der Buchpiraterie zu reduzieren. Angesichts von Forderungen der Verlagsverbände, dass in den Gesprächen zum Transatlantischen Freihandelsabkommen die“Buchpreisbindung nicht verhandelbar” sei, müssen die deutschen Leser wohl noch eine ganze Weile auf eine Besserung der Situation warten oder aber, sich auf die Suche nach Alternativen begeben.

Beitrag erschien zuerst auf: liberalesinstitut.wordpress.com

Sven von Storch

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