Energiewendeopfer

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Energiewendeopfer
Datum: 15.10.2013, 12:55

Obgleich der aus der Umfrage ableitbare Wert einer verlorenen Kilowattstunde für Haushalte mit durchschnittlich gut 22 Euro/kWh beziffert wurde, erzeugte der Stromausfall offenbar keine signifikante Reduzierung der Zustimmung der Bürger zur Energiewende. Die Frage nach einer kompensationslosen Zustimmung zu einer 15-minütigen Stromabschaltung mit einstündiger Vorankündigung bejahten sogar 48 Prozent der Befragten. Offenbar sind die Bürger der relativ wohlhabenden Stadt München sogar bereit für die Versprechungen der Energiewende  Opfer zu bringen. Zeigte sich doch auch, dass ihnen ungeachtet des Geschlechts, der Haushaltseinkommen, der Wahl eines speziellen Ökostromtarifs oder nicht und der persönlichen Betroffenheit vom Stromausfall zwar die Versorgungssicherheit am wichtigsten war, doch der Klimaschutz eine höhere Priorität  als die Preiswertigkeit des Stroms einnahm.

Doch genau hier liegt das Problem solcher Umfragen und die Grenze ihrer Aussagekraft. Den Befragten wurden nicht die relevanten Alternativen vorgelegt, sondern suggeriert, dass die Energiewende einen Beitrag zum Klimaschutz leistet und dieser alternativlos ist. Beides ist jedoch nicht der Fall. Weder trägt die Realität der Energiewende mit ihrer ineffizienten Substitution von fossilen Energieträgern durch sogenannte erneuerbare Energieträger und dadurch extra nötigen Investition in neue Regel- und Reservekapazitäten sowie Netzverstärkung und -erweiterung zur Reduktion der Kohlendioxidemissionen bei, noch ist sie in ihrer instrumentellen Umsetzung alternativlos. Der parallel zur Subventionierung der erneuerbaren Energieträger eingeführte Europäische Emissionshandel neutralisiert die teuren Emissionsreduktionen der Energiewende. Allein eine technologieneutrale Förderung der erneuerbaren Energieträger durch die Anreizwirkung des Emissionshandels ohne weitere Subventionen würde echte Emissionsreduktionen nach sich ziehen, auch wenn die volkswirtschaftliche Kosten auch diese Alternative in Frage stellen. Als Alternative würde sich, das wurde auf diesem Weblog schon mehrfach betont, eine Emissionsabgabe anbieten, deren Einnahmen zur Senkung von Steuern Verwendung finden. Nur so ließe sich der volkswirtschaftliche Schaden einer Klimapolitik, die zunehmend im trüben Wasser wissenschaftlicher Unsicherheit über die Ursachen klimatischer Veränderungen fischt, in Grenzen halten.

Hätte man den Befragten allein mit der Formulierung der Fragen reinen Wein eingeschränkt und der Alternative Energiewende die wesentlich wirksamere und billigere Alternative einer Fokussierung auf effizienten Klimaschutz gegenüber gestellt, wären die Antworten sicherlich anders ausgefallen. So entsteht aber bei den verantwortlichen politischen Entscheidungsträgern der Eindruck, die Deutschen wären Angesicht unangenehmer Konsequenzen einer herrschenden politischen Doktrin sogar zu Opfern bereit, so dass politisch kaum Reformbedarf besteht. Das hat in der Vergangenheit dieses Landes eine eher zweifelhafte Tradition.

 

Beitrag zuerst erschienen auf liberalesinstitut.wordpress.com

Sven von Storch

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