EEG_ Innerdeutsche Umverteilung
EEG_ Innerdeutsche Umverteilung
Datum: 27.05.2013, 09:56
Auch wenn der Einfluss regionalpolitischer Sondermaßnahmen hinter den geographischen und klimatischen Gegebenheiten als Standortkriterium deutlich untergeordnet ist, so äußert sich die Gunstsituation als Anlagenregion doch im politischen Engagement gegen Reformen bei der Ausgestaltung des EEG. Immerhin profitieren Anlagenbetreiber und damit auch mittelbar die Bevölkerung von einem hohen Anlagenbesatz und den Zuflüssen der EEG-Umlage. Laut dem jüngsten EEG-Bericht des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) profitierte Bayern im Jahr 2011 mit seinem hohen Besatz an Photovoltaik- und Biomasseanlagen mit 24,3 Prozent vor Niedersachsen mit 15,8 Prozent der EEG-Umlage, obwohl das süddeutsche Bundesland mit 15,4 Prozent nur den zweitgrößten Anteil an der EEG-Stromerzeugung hat. Ganz hinten rangieren indes die drei Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg mit nur unbedeutenden Anteilen am EEG-Strom und den Zuflüssen aus der Vergütung.
Saldiert man indes die EEG-Zahlungsströme, dann flossen Bayern netto rund 1,2 Mrd. Euro zu, wohingegen aus Nordrhein-Westfalen netto 1,8 Mrd. Euro über die anderen Bundesländer verteilt wurden. Es liegt daher nahe einen Blick auf die Pro-Kopf-Verteilung der EEG-Umlage zwischen den Bundesländern zu werfen. Mit 163 Euro pro Einwohner profitierten die Anwohner von Brandenburg am meisten vom EEG, am stärksten zur Kasse gebeten wurden Hamburgs Bürger mit 178 Euro pro Einwohner. Diese Zahlen zeigen deutlich, dass die Energiewende vor allem ein föderales Umverteilungsprogramm ist. Dementsprechend wird auch die Debatte um die Zukunft des EEG erheblich von der Frage “Wer wird wem in der Zukunft auf der Tasche liegen?” bestimmt sein.
Beitrag erschien zuerst auf: liberalesinstitut.wordpress.com
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