Das Wachstumsdilemma der E-Mobilität
Das Wachstumsdilemma der E-Mobilität
Datum: 13.08.2012, 08:03
Wenn das so weitergeht und sich in den folgenden Jahren der Bestand an Elektroautos jedes Jahr verdoppelt, dann ist das Ziel der Bundesregierung, die Anzahl der Elektromobile bis 2020 auf deutschen Straßen auf 1 Million zu erhöhen, bereits ein Jahr vor Plansoll erreicht und übererfüllt, 2020 sogar die Zweimillionengrenze sicher geknackt. Sicherlich wird in Berlin niemand ganz so naiv gedacht haben, doch von Realitätssinn kann dennoch nicht die Rede gewesen sein. Schließlich legen die aktuellen Zulassungszahlen nahe, dass hier allein der Wunsch der Vater des Planziels der Bundesregierung war. Denn wenn die Zulassungszahlen in den nächsten Jahren nicht explodieren, sondern wegen der privaten Nachfragezurückhaltung jedes Jahr nur sehr moderat steigen, wird aus der Million nichts und die Bundesregierung kann sich zum Ende des Jahrzehnts bestenfalls über einen fünfstelligen Fahrzeugbestand freuen. Bislang zeichnen sich keine technologischen Durchbrüche bei der Speicherung von Elektroenergie ab, mit Hilfe derer sich der nach wie vor mangelnde Mobilitätsradius und die Einsatzflexibilität der Fahrzeuge in den kommenden acht Jahren kostengünstig erheblich erweitern ließe, ganz zu schweigen von der fehlenden nutzungsgerechten Stromversorgungsinfrastruktur. Selbst wenn sich die Zulassungszahlen jedes Jahr verdrei- oder vervierfachten und man der Einfachheit halber von Abgängen absehen würde, wäre 2020 nur ein Bruchteil der geplanten Elektrofahrzeuge auf den Straßen dieses Landes unterwegs. Insofern dürfte sich das ebenso wenig ökologisch wie ökonomisch begründbare Elektromobilitätsziel als typisches planwirtschaftliches Wolkenkuckucksheim erweisen, dessen Realisierung, wenn überhaupt, nur mit enormen staatlichen Marktinterventionen denkbar ist.
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