Bittere Pille Energiekonzept
Bittere Pille Energiekonzept
Datum: 29.09.2010, 11:07
Bundeskanzlerin Merkel schänkt ihren Bürgern reinen Wein ein: Energiesparmaßnahmen werden die Mieten erhöhen, weil Vermieter einen größeren Teil davon in die Miete überwälzen können. Noch nicht abzusehen ist dagegen, ob die Entschädigung durch sinkende Heizkosten die Mieter dafür entschädigt. Bei der derzeitig günstigen Entwicklung der Preise für Erdgas und Fernwärme ist nicht klar, inwieweit sich die ambitionierten Maßnahmen ökonomisch wirklich rechnen.
Typisch für Politiker ist auf jeden Fall die Art, wie die Botschaft verpackt wurde. Natürlich sind es die Vermieter, die die Verantwortung für die steigenden Preise tragen, da diese ja künftig einen größeren Teil der Modernisierungskosten an die Mieter weiterreichen dürften. Egal, ob der Staat den Mietern eine weiterreichende Mietumlage gestattet oder nicht, am Ende kommen die Kosten ohnehin beim Bürger an. Vermieter, die ihre Kosten nur unzureichend umlegen können, halten sich bei den Investitionen zurück und tragen so zur Verknappung des Wohnraumangebots bei. Das wiederum lässt beim unveränderter Nachfrage nach Wohnraum die Mieten mittelfristig steigen.
Es mag sich beeindruckend anhören, wenn Politiker den Eindruck erwecken, sie könnten durch Energiesparpflichten und Mietpreisregeln eine schwerzlose Geburt ihres Energiekonzepts bewirken, doch der Aufwand für Energiesparmaßnahmen verursacht nun einmal Kosten. Die zahlt am Ende derjenige, der ihnen am schlechtesten aus dem Weg gehen kann. Wohnen will jeder, der Energieverbrauch ist uns mit unseren Verbrauchsgewohnheiten ans Herz gewachsen. Darauf nicht verzichten zu müssen, lassen wir uns einiges kosten. Sparen muss man sich aber leisten können.
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