Söder und kein Ende

Bereits jetzt ist die Dramaturgie in der Frage der Kanzlerkandidatur der Unionsparteien abzusehen. Dabei hat diese Dramaturgie ein übergroßes Fragezeichen.

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Bereits jetzt ist die Dramaturgie in der Frage der Kanzlerkandidatur der Unionsparteien abzusehen. Dabei hat diese Dramaturgie ein übergroßes Fragezeichen. Derzeit läuft alles darauf zu, Söder in der Frage einer Kanzlerkandidatur vorne zu sehen. Dabei gibt es eine Entscheidung, die er nur indirekt beeinflussen kann: die des CDU-Vorsitzes. Nach der Motorik in der CDU wird es eine Bewegung geben, die schon bei der Frage ob Laschet, Merz oder Röttgen es „machen“, Söder immer mitrechnet. Nur, er steht nicht zur Wahl. Es könnte deshalb zum CDU-Parteitag eine Stimmung geben, nach der die Mehrheit der Delegierten für Söder als Kanzlerkandidaten sich gerne aussprechen würde, aber dennoch einen von drei Kandidaten zum CDU-Vorsitzenden wählt, den man mehrheitlich nicht für tauglich hält, Kanzlerkandidat zu sein. Vom ersten Tag an wird dieser Vorsitzende einen Schattenkampf gegen denjenigen führen, den die Mehrheit - aus einer gewohnt feigen Einstellung - nicht auf den Schild gehoben hatte, weil das formell auch nicht möglich sein dürfte. Es sei denn, der Zeitplan für eine mögliche Abstimmung zwischen CDU und CSU wird vorgezogen. Das wird die CDU-Delegierten zum Parteitag zwar empören, weil sie nur zum Absegnen einberufen werden. Es sind aber die Delegierten, die nach dem Motto verfahren werden: Annahme, wenn Ablehnung gesichert. Die Selbstzerfleischung ist unter diesen Aspekten die wahrscheinliche Konsequenz.

Sollte das alles durch eine mirakulöse Entwicklung vermieden werden können, stellt sich für einen Kandidaten Söder eine ganz andere Frage: die nach der eigenen Glaubwürdigkeit. Bislang hat sich die CSU in Bayern nach der Migrationsentscheidung 2015 geradezu besoffen geredet. Die konsequet umsichtige Haltung in der Corona-Frage hat diesen Höhenflug unterstützt. Dennoch weist ein Kandidat Söder eine Achilles-Ferse in der für Deutschland und seinen Bestand entscheidenden Frage auf: wie hat der Kandidat sich dem Merkelschen Verhängnis gestellt? Da muß man für heute eine totale Amnäsie feststellen. Diese Frage wird dem Kandidaten Söder der politische Mainstream nicht vor die Füße knallen. „Deutschland verrecke“ steht laut BBC nicht nur auf Berliner Hausdächern. Wer wird die Glaubwürdigkeits-Frage einem Kandidaten Söder stellen, denn sie gehört gestellt?

Willy Wimmer

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: lutz

Wer sich mit Merkel abfindet, findet sich mit allem ab.

Hat Söder Merkel kritisiert? Das wäre ein konservativer Unfall.
Hat Merkel sich zu den Anwürfen gegen die Polizei geäußert? Sie unterstützt Seehofer darin, ein "Gespäch" mit dem Presserat zu suchen. Sonst noch was?
Der Hotspot. Ausreiseverbot. Einigkeit.

Merkel hat Söder beim Treffen gelobt. Das heißt übersetzt: Sie lassen nichts unversucht, den Ministerpräsidenten zu simulieren.

Söder ist geduldig wie eine Kuh. Fast schon die Idealbesetzung. Leider verunglimpft er jetzt die Linkspartei, weil er auf seiner Website für die Polizei wirbt.
Auf diesen hauchdünnen Unterscheid wird wohl die nächste "Wahlschlacht" hinauslaufen.





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Gravatar: E. Ludwig

Ich wage einmal eine 'kühne Prognose'!

Der/die nächste Bundeskanzler(in) heißt Angela Mergel!

Das vorausgegangende Kasperltheater hinterläßt einen beschädigten Söder und das Wahlvolk wird wieder in den bewährten Suggestivmodus verfallen - Ich mache mein Kreuzchen wieder an der gleichen Stelle dann bleibt alles beim alten, mir geht es weiterhin gut und - in meinem Bekanntenkreis oft gehört 'wer soll es denn sonst machen'!!!

Gravatar: harald44

Söder ist in Merkel's Augen der "geeignete" Nachfolger für sie, weil er ebenso wie sie alles tut, was von den Hintermännern der gelenkten Linkspresse vorgeben wird.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

... „Bereits jetzt ist die Dramaturgie in der Frage der Kanzlerkandidatur der Unionsparteien abzusehen. Dabei hat diese Dramaturgie ein übergroßes Fragezeichen.“ ...

Ja Kreuz, Kruzifix und Himmel-Sakradi:

Weilte unsere(?) Heißgeliebte(?) im Rahmen des Byzanthinismus deutscher Jubelmedien und staatsloyaler Journalisten jüngst nicht auch deshalb zu einem „Inland-Staatsbesuch“ bei Markus Söder?

Klar, dass es bei diesem Treffen scheinbar selbstverständlich war, auf kritische Hinterfragung der Corona-Maßnahmen inkl. bitterer Folgen für Einzelhandel und Veranstaltungsgewerbe und die Thematisierung des Scherbenhaufens, auf den Deutschland zusteuert zu verzichten und stattdessen in den Artikelspalten und TV-Studios eitel Sonnenschein zu propagieren!!!
https://www.journalistenwatch.com/2020/07/15/nach-protz-gipfel/

Gravatar: Hajo

Egal wer kommt, die bekannten Gesichter werden die Situation nicht ändern und wenn ich es richtig gehört habe, dann wurde die letzten Tage von Herrn Wimmer eine Lanze für die Bayern gebrochen, indem das Verwaltungswesen gepriesen wurde und durchaus übertragbar auf Berlin wäre.

Das mag ja richtig sein, aber sicherlich nicht mit den Protagonisten Scheuer und Seehofer, denn die haben viel bewiesen, aber nicht unbedingt das erforderliche Können um eine Wende einzuleiten und da nützt auch das beste Verwaltungswesen nichts, wenn es trotzdem anders betrachtet und dagegen verfahren wird.

Gravatar: Sabine

Man hat den Eindruck, dass Merkel schon zum jetzigen Zeitpunkt damit beginnt, Merz unbedingt zu verhindern.
Die Corona-Problematik kommt dazu wie gelegen.
Die Leistung Söders in dieser Zeit ist für einen Menschen in einer derartigen Position selbstverständlich. Dafür wird er hochbezahlt.
Daraus abzuleiten und den Menschen plausibel zu machen, dass er sich als Kanzler eignet, gehört wieder zu den merkelschen Raffinessen.

Gravatar: der gegen die GROKO tanzte

bedauerlicherweise ist das Streben nach einem "gesitteten", demokratischen Umgang in der KK-Frage nicht mehr obsolet. Spekulation überflüssig.
AM legt fest, wer es wird. Punkt.
Wie war das noch in Brüssel mit den Kandidaten? Eingegraben bis zum Hals. Selbst die Zustimmung durch Nicken war beschwerlich.

Gravatar: Michael41

Ich glaube nicht das Söder Kanzler wird denn in Berlin hat er keine bayerischen Minister sitzen die ihn unterstützen, in Berlin hat er nur Neokommunisten Exkommunisten ExRAF Leute Grüne u. Linke vor sich u. die werden auch den leichtesten Konservativen Impuls brüllend niederschreien außerdem gibt es diese Grün linken Massenmedien u. die Linken Hassmails die jederzeit aktiviert werden können, die Zeiten eines demokratischen Deutschlands sind vorbei.

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