Sex mit Kindern? Nur für aufrechte Antifaschisten!

Es ist mir mehrmals passiert“, formulierte der Autor des Buches „Der große Bazar“ relativ unmissverständlich, „dass einige Kinder meinen Hosenlatz geöffnet und angefangen haben, mich zu streicheln.“ Und: „Mein ständiger Flirt mit allen Kindern nahm bald erotische Züge an.“ Geschrieben hat dies 1975, im Alter von 30 Jahren, Daniel („der rote Dany“) Cohn-Bendit, heute der angesehenste Grün-Politiker der EU.

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Er sei, gibt Cohn-Bendit dazu an, weder pädophil, noch habe er jemals Sex mit Kindern gehabt. Er schäme sich heute für diesen Text und verstehe die Kritik daran. Eine „Art Manifest gegen die bürgerliche Gesellschaft“ hätte er halt beabsichtigt – das Ganze also eine etwas spät konsumierte Jugendsünde, sozusagen.

Ein gutes Jahrzehnt später robbt ein gewisser Heinz-Christian Strache, damals gerade 20, im doofen Tarnanzug und in Gesellschaft tumber Neonazis im Zuge milieubedingt alberner „Wehrsportübungen“ durchs Kärntner Unterholz. Er sei, erklärte er sich später, „ein Revoluzzer gewesen“. Seine jugendliche Affinität zum rechten (und nicht linken, wie damals üblich) Lager sei, so deutete er an, auch eine Art Protestverhalten gegen den „68er“-Vater gewesen, der die Familie verlassen hatte, als Heinz-Christian drei Jahre alt war. Eine jugendliche Jugendsünde, sozusagen.

Ob man die eine oder die andere Jugendsünde für lässlicher hält, wird wohl primär im Auge des Betrachters liegen; objektivierbar ist das ja nicht. In der veröffentlichten Meinung freilich werden die einstigen Hosenlatzfummelfantasien Cohn-Bendits mit Kleinkindern außerordentlich milde bewertet – verglichen mit Straches „Paintball“-Manövern im Nazi-Milieu. Da kennt das hiesige juste Milieu nicht die geringste Gnade. Straches – tatsächlich eher unappetitliche – jugendliche Verfehlungen generierten nach ihrem Bekanntwerden einen medialen Tsunami der Entrüstung, als wären ihm Massenmorde an der Ostfront nachgewiesen worden. Gegen wen der damals 20-Jährige allenfalls rebellieren wollte, interessierte keine Sau.

Anders im Falle des „roten Dany“: Das Ganze „lief im von Wilhelm Reich inspirierten 68er-Zusammenhang sexueller Befreiung, die alle Lebensbereiche umfassen und den Charakterpanzer der autoritären Persönlichkeiten in der repressiven Gesellschaft aufbrechen sollte“, klärte uns diese Woche „Falter“-Chefredakteur Armin Thurnher überaus mitfühlend auf.

Na klar, wie soll man denn bitte auch anders „Charakterpanzer aufbrechen“ als mittels eines offenen Hosenlatzes und der Erotik von Fünfjährigen – noch dazu, wenn Wilhelm Reich als Legitimationsquelle bemüht werden kann?

Noch eine Spur weiter ist der salonlinke Journalist Jakob Augstein in Deutschland gedanklich getaumelt, der gegen die „Spießer von heute“ höhnte: „Eine Revolution ohne Exzesse gibt es nicht.“ Wenn damals Kinder im linksgrünen Milieu sexuell missbraucht worden seien, wäre das natürlich bedauerlich, aber gleichsam als Kollateralschaden der sexuellen Revolution zu verstehen.

Sex mit Kindern von Gesetzes wegen erlauben zu wollen sei „damals Mainstream bei den (deutschen, Anm.) Grünen gewesen“, gibt dazu Zeitzeuge Cohn-Bendit zu Protokoll. Aber das machte wohl nix, solange die antifaschistische, antiimperialistische und antiautoritäre Gesinnung der Kinderfreunde nur makellos genug war.

Beitrag erschien zuerst auf: ortneronline.at

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Thomas ex Gotha

Zur Unfähigkeit, den korrekten Konjunktiv zu benutzen, gesellt sich in diesem Kommentar die boshafte Unterstellung. Der Herr Ortner schreibt: "Wenn damals Kinder im linksgrünen Milieu sexuell missbraucht worden seien, wäre das natürlich bedauerlich, aber gleichsam als Kollateralschaden der sexuellen Revolution zu verstehen." Nichts von dem hat Jakob Augstein geschrieben, es wird ihm aber unterstellt, um ihn als Sympathisanten von Pädophilen zu denunzieren. Zu diesem Bubenstück passt die Werbung für einen rechten österreichischen Politiker und seine neonazistischen Jugendsünden prima. Insgesamt ein wirklich unfassbar schmieriges Stück Journalismus.

Gravatar: Reingefallen

Bei anderen geht ein ganzes Dorf auf die Straße und der darf noch frei rumlaufen.
Vom "gesellschaftlichem Stand" ganz zu schweigen.

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