Schafft sie ab

Die Sommerzeit steht zur Disposition - Jetzt können die EU-Bürger über die Zeitumstellung abstimmen - Aber die EU-Kommission will zunächst nur ein Meinungsbild einholen - Was mit dem Abstimmungsergebnis geschieht oder nicht - Das ursprüngliche Ziel (Energie sparen) wird verfehlt - Immer mehr Stimmen gegen die Sommer- und für die Normalzeit - Das Uhrzeit-Umstellungsdiktat war eine Schnapsidee

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Na, endlich. Wenigstens eine Umfrage zur Sommerzeit. Jetzt können wir abstimmen, ob wir weiterhin zweimal im Jahr die Uhrzeit umstellen müssen oder nicht. Mit einer Umfrage dazu hat die EU-Kommission im Internet begonnen. Bis zum 16. August können alle EU-Bürger, Unternehmen und Verbände darüber entscheiden, ob sie diese Zeitumstellung immer noch beibehalten oder nunmehr abschaffen wollen. Damit steht die Sommerzeit auf der Kippe. Wer sich an der Abstimmung beteiligt, muss nur ein paar Fragen beantworten, was aber nur wenige Minuten dauert. Zur Online-Befragung kommen Sie mit diesem Link: https://ec.europa.eu/eusurvey/runner/2018-summertime-arrangements       Bitte hier weiterlesen

 

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Catilina

Keine anderen Sorgen? Herzlichen Glückwunsch!

Gravatar: Jörg Bellmann

Kann mir nicht vorstellen, dass die Mehrzahl der erwerbstätigen Leute abends auf eine Stunde Sonne verzichten wollen. Daher - die Schnapsidee haben Sie Herr Dr. Krause!

Gravatar: Ede Wachsam

Ich würde es sehr bedauern wenn die Sommerzeit abgeschafft würde, denn da wir in unseren Breiten viel mehr dunklen Herbst/Winter haben als hellen Frühling und Sommer, ist die Stunde mehr Licht abends wie ich finde eine feine Sache, wie ein Geschenk. Seit es die Sommerzeit gibt, hat es mir noch nie etwas ausgemacht eine Stunde früher aufzustehen, ich merke das gar nicht, denn ich kann früher oder später aufstehen es gibt für mich keinen messbaren Unterschied, weil ich es auch gewohnt bin flexibel in meinem ganzen Leben aktiv zu sein. Oft sitze ich bis 23 oder 00 odt auch 1:00 Uhr noch am PC, stehe aber dennoch meistens um 6:00 oder 7:00 Uhr auf, auch wenn ich mal um 22:00 Uhr schlafen gehe, was allerdings keinen Einfluß für den anderen Morgen hat. Es ist mir also schleierhaft, wieso immer wieder wegen dieser einen läppischen Stunde ein solches Bohei gemacht wird. Sind wir denn ein Volk von Weicheiern und verhätschelten Trantüten geworden oder gibt es zu viele Beamte, welche stur an ihren jahrelangen Gewohnheiten hängen und dann dadurch Probleme haben?
Hansi Kraus der Lümmel von der ersten Bank würde sagen: "Man fasst es nicht!"

Gravatar: Hans Diehl

Ich, und die Umwelt profitieren von der Sommerzeit, weil ich die Sonne und den Strom von meiner Photovoltaikanlage eine Stunde länger nutzen kann..

Das Licht war ja auch mal der Grund für die Einführung der Sommerzeit. Ich kann mich als Kind dran erinnern, dass Elektrizität so knapp war, dass tagsüber stundenweise abgeschaltet wurde.

Das war die Zeit wo man außer Zimmerbeleuchtung und Radio keinen Strom benötigte.


Wenn dann während der Sommermonate abends eine Stunde Zimmerbeleuchtung eingespart werden konnte, war das schon was.

Gravatar: Ede Wachsam

@Hans Diehl
Da hätte ichg mal die Frage, was die Sommerzeit mit ihrer Solaranlage auf dem Dach zu tun hat? Der ist es doch völlig egal ob wir eine Stunde früher oder später aufstehen, denn die Anlage fängt dann an Strom zu produzieren wenn die Sonne scheint und hört auf wenn es dunkel wird. Völlig egal ob im Sommer oder im Winter. Oder müssen Sie das Ding eine Stunde früher Abschalten wenn Winterzeit ist? Kann ich mir nicht vorstellen.

Gravatar: Hans Diehl

Ede wachsam sagt.
Da hätte ich mal die Frage, was die Sommerzeit mit ihrer Solaranlage auf dem Dach zu tun hat?

@ Ede
Mit dem Strom den ich erzeuge und.."selbst" ..verbrauche, spare ich 26 Cent, während für den nicht genutzten, und ins Netz eingespeisten,nur 12 Cent vergütet werden.

Mit der Sommerzeit rückt mein Strom intensiver Tagesablauf, quasi optimaler in die Sonne.

Das war nach dem zweiten Weltkrieg, als Elektrizität noch kapp war, und überwiegend für Beleuchtung und Radio genutzt wurde, der Grund für die Sommerzeit.

Man konnte eine Stunde länger ohne Beleuchtung auskommen.

Da ergibt sich schon ein nicht zu unterschätzendes Sparpotential.

Ich habe vor Kurzem gelesen, dass ein Strom intensives mittelständiges Unternehmen, ihre Werkshallen mit Photovoltaikanlagen belegt hat, und die Nachtschicht auf Tagschicht verlegt hat, weil der selbst erzeugte Strom die Nachtschichtzulage mehr als kompensiert hat.

Das ist die Energiewende live, was von den Kritikern oft unterdrückt wird.

Gravatar: Mayer Anne

Sehr geehrter Herr Krause,
Eine Junggebliebene Dame, möchte Sie inständig um die "ganzjährige Sommerzeit bitten .Es ist dunkel genug, vor allem im Winter !Eine Stunde länger hell, am Abend ist
doch für Viele angenehm.
Im Sommer brauchen wir, nach meiner Meinung nicht diskutieren. Für mich wär die ganzjährige Sommerzeit ein Segen.
Zum Nachdenken: Depressionen nehmen zu, am Abend eine Stunde heller wirkt dem entgegen.

Gravatar: Nostrovicino

Leider spricht Dr. Krause das Kernproblem nicht an. Zweimal im Jahr wird das Orientierungssystem "Zeit" verschoben,. Unser Zeitsystem orientiert sich daran, daß um 12.00 die Sonne im Zenit steht. Deshalb haben wir auf der Erde Zeitzonen. Die nutzlose Umstellung beeinträchtigt das gewachsene Zeitgefühl. Es spricht nichts dagegen, im Sommer früher anzufangen, wenn die Leute vorher gefragt und damit einverstanden sind. Aber bisher wurden sie nicht gefragt und mit falschen Behauptungen, wie Stromsparen und Umweltschutz, abgespeist. Diese Manipulation ist das Kernproblem.

Gravatar: Hans Diehl

Nostrovicini sagt:
Aber bisher wurden sie nicht gefragt und mit falschen Behauptungen, wie Stromsparen und Umweltschutz, abgespeist. Diese Manipulation ist das Kernproblem.


Nostrovicini.
Was ist daran falsch, wenn man behauptet, dass durch das Verschieben des täglichen Lebens, in die helle Phase des Tagesablaufes, Strom gespart wird.

Anfangs war es nur die elektrische Beleuchtung die gespart wurde. Im Zeitalter der Energiewende wo die Sonne eine nicht unwesentliche Rolle spielt bei der Stromerzeugung, ist das sogar noch Gewinn optimierend, für ein Unternehmen, wie ich in meinem vorigen Beitrag erwähnt habe.

Gravatar: Dirk S

Zitat:"Wenigstens eine Umfrage zur Sommerzeit."

Ja, nun können alle auf der Webseite ihren Senf dazu abgeben (hab' ich auch gemacht), ob sie die Sommerzeit gerne abgeschafft haben würden oder nicht. Leider gibt es keine bindene Volksabstimmung.

Zitat:"Damit steht die Sommerzeit auf der Kippe."

Nö. Ich würde eher auf eine Beruhigungspille tippen. Der Pöbel darf sich ausweinen und glauben erhört worden zu sein. Danach wird die Komission verkünden, dass sie schweren Herzens sich entschieden hat, nichts zu ändern.

Zitat:"Wer sich an der Abstimmung beteiligt, muss nur ein paar Fragen beantworten, was aber nur wenige Minuten dauert."

Kleiner Joke am Rande: Die Befragung verstößt wahrscheinlich gegen die DSGVO, weil eine anonyme Teilnahme ohne Datenstriptease nicht möglich ist. Ich habe die Seite bereits pflichtgemäß bei meiner zuständigen Datenschutzbehörde gemeldet, wäre doch cool, wenn die EU ein Bußgeld wegen DSVGO-Verstößen aufgebrummt bekommt. :-)

Ach ja, gibt es eigentlich Studien, die die Gesundheitsfolgen (positiv wie negativ) durch die Zeitumstellung untersuchen? Wäre doch mal interessant.

Und mir fällt gerade auf, dass ich mal mit dem Krause was recht ähnlich sehe. Kommt nicht oft vor.

@ Catilina

Zitat:"Keine anderen Sorgen?"

Nun ja, bei nicht wenigen (gerade Älteren) bringt die Zeitumstellung Gesundheitsbeschwerden mit sich. Da darf man schon fragen, ob das gerade bei einer alternden Gesellschaft nötig ist, die Gesundheit der Bevölkerung zu belasten.

@ Jörg Bellmann

Zitat:"Kann mir nicht vorstellen, dass die Mehrzahl der erwerbstätigen Leute abends auf eine Stunde Sonne verzichten wollen."

Na ja, wenn man dafür morgens früher aufstehen muss, bringt einem die Stunde mehr Sonne genau nichts. Außer, dass man noch bei Sonnenschein ins Bett muss. Oder ein Schlafdefizit aufbaut. Der Tag selbst wir ja nicht länger.

Zitat:"Daher - die Schnapsidee haben Sie Herr Dr. Krause!"

Warten wir doch einfach mal ab, wer am Ende die Runde zahlt. ;-)

@ Ede Wachsam

Zitat:"ist die Stunde mehr Licht abends wie ich finde eine feine Sache, wie ein Geschenk."

Das z.B. mir als Arbeitnehmer nichts nützt, da ich, um ohne Schlafdefizit eine Stunde früher aufzustehen, auch eine Stunde früher ins Bett muss. Die "zusätzliche Stunde" könnte ich allenfalls im Urlaub nutzen und da ist es allerdings völlig egal, ob wir nun Sommerzeit oder Normalzeit haben.

Zitat:"Es ist mir also schleierhaft, wieso immer wieder wegen dieser einen läppischen Stunde ein solches Bohei gemacht wird."

Weil diese läppische Stunde bei nicht wenigen mehr Schaden denn Nutzen anrichtet.

Zitat:"Sind wir denn ein Volk von Weicheiern und verhätschelten Trantüten geworden oder gibt es zu viele Beamte, welche stur an ihren jahrelangen Gewohnheiten hängen und dann dadurch Probleme haben?"

Der den Wohlstand erarbeitende Teil der Bevölkerung hat ein recht durchgetaktetes Leben, da kann die Zeitverschiebung schon Schaden anrichten. Übrigens haben die meisten Beamten Gleitzeit, die sind am wenigsten davon betroffen.

@Hans Diehl

Zitat:"Wenn dann während der Sommermonate abends eine Stunde Zimmerbeleuchtung eingespart werden konnte, war das schon was."

Dumm nur, dass das über alle nichts bringt. Das, was Sie abends einsparen, verbrauchen andere morgens. Aber gut, das taucht auf Ihrer Stromrechung nicht auf. Für Sie persönlich mag es tatsächlich energetisch von Vorteil sein.

Zitat:"Das war nach dem zweiten Weltkrieg, als Elektrizität noch kapp war, und überwiegend für Beleuchtung und Radio genutzt wurde, der Grund für die Sommerzeit."

Ich würde eher sagen, dass man andere Probleme als die Zeitumstellung hatte.

Zitat:"Man konnte eine Stunde länger ohne Beleuchtung auskommen."

Ich bin mir sicher, dass das den Alliierten Militärregierungen völlig schnuppe war. Also, ob die Deutschen nun ein Stunde länger im Hellen oder im Dunklen gesessen haben.

Zitat:"Da ergibt sich schon ein nicht zu unterschätzendes Sparpotential."

Unter den von Ihnen genannten Bedingungen vielleicht. Nur haben wir die nicht mehr und heutzutage ist kein Einspareffekt nachweisbar.

Zitat:"Ich habe vor Kurzem gelesen, dass ein Strom intensives mittelständiges Unternehmen, ihre Werkshallen mit Photovoltaikanlagen belegt hat, und die Nachtschicht auf Tagschicht verlegt hat, weil der selbst erzeugte Strom die Nachtschichtzulage mehr als kompensiert hat."

Haben Sie da einen Link? Irgendwie erscheint es mir unverständlich, die Nachschicht auf die Tagschicht vorzuverlegen, denn eigentlich dient die Nachtschicht dazu, die Maschinen besser auszulasten oder die Anlaufenergie (und -zeit) zu vermeiden. Würde mich interessieren.

Zitat:"Das ist die Energiewende live, was von den Kritikern oft unterdrückt wird."

Na ja, Ihr Beispiel klingt erst mal unlogisch. Aber interessant.

Zitat:"Was ist daran falsch, wenn man behauptet, dass durch das Verschieben des täglichen Lebens, in die helle Phase des Tagesablaufes, Strom gespart wird."

Das es behauptet wird aber nicht bewiesen ist, eher scheint gesamtenergetisch das Gegenteil vorzuliegen, wobei der Effekt nicht sonderlich ausgeprägt ist. Jedenfalls gibt es für den postulierten Einspareffekt keinerlei Beweise.
Und ich zweifle daran, dass sich unter Berücksichtigung von Solarstrom da wirkliche Vorteile ergeben, eher das Gegenteil. Denn der Hauptstrombedarf ist in DE tagsüber, während der Produktionszeiten und nicht abends, wenn Ihr Persönlicher vorliegt. Eine Abschaffung der Sommerzeit dürfte was Solarstrom betrifft eher zu einer Reduktion der CO2-Emissionen führen, weil die Solaranlagen dann genau während der Produktionszeiten die meiste Sonne abbekommen.
Was dann auch der einzige Grund sein dürfte, der die EU von der Abschaffung der Sommerzeit überzeugen dürfte.

@Mayer Anne
Zitat:"Zum Nachdenken: Depressionen nehmen zu, am Abend eine Stunde heller wirkt dem entgegen."

Studie? Sorry, aber ich würde mal behaupten, dass der Effekt nicht messbar ist bzw. unter der Umstellungsbelastung verschwindet. Zumal man ja durch die Zeitumstellung quasi "im Dunkeln aufsteht", was eher das Depressionsrisiko am Morgen erhöhen dürfte.
Dass sich Sonne positiv bei Depressionen auswirkt, ist richtig, aber damit Dunkelheit sich negativ auswirkt, muss die schon etwas länger sein, als eine laue Sommernacht. Längere Regenphasen erhöhen die Suizidrate und die langen Dunkelphasen des skandinavischen Winters führen zu Winterdepressionen. Aber das ein Stunde länger Helligkeit am Abend da wirklich was reisst, nun ja, wäre eine interessante Studie.

@ Nostrovicino

Zitat:"Unser Zeitsystem orientiert sich daran, daß um 12.00 die Sonne im Zenit steht. Deshalb haben wir auf der Erde Zeitzonen."

Zeitzohnen haben wir, weil damit die Bedürfnisse der Eisenbahn nach halbwegs zuverlässigen Zeitplänen erfüllt wurde. Vorher galt immer die Ortszeit, was bedeutete, dass es im Ort 12:00 Uhr Mittags war, wenn die Sonne im Zenith stand. Einige Kiliometer weiter im Osten was es da aber schon 12:05 und im Westen noch 11:55. Das machte die Zeitpläne unübersichtlich und schwer lesbar, also wurden Zeitzonen eingeführt, um dieses Problem zu beheben.

Zitat:"Die nutzlose Umstellung beeinträchtigt das gewachsene Zeitgefühl."

Vor allem den Biorhythmus. Und der liegt ohnehin mit unserer Zeitrechnung über Kreuz, die Umstellung macht das nur noch schlimmer.

Zitat:"Es spricht nichts dagegen, im Sommer früher anzufangen, wenn die Leute vorher gefragt und damit einverstanden sind."

Das Problem ist doch, dass das produzierende Gewerbe seine Zeittaktung hat, die sich schlecht umstellen lässt. Übrigens klagen die darüber, dass es die ersten 6 Wochen nach der Sommerzeitumstellung Probleme in den Betrieben gibt.
Bei Betrieben mit Gleitzeit gibt es eher kein Problem. Wobei bei denen die Leute auch ohne Zeitumstellung einfach eine Stunde früher anfangen könnten.

Und wenn man die Zeit so einfach von der Natur entkoppeln kann, dann wäre es in einer globalisierten Welt ohnehin sinnvoll die Zeitzonen abzuschaffen und 12:00 so zu definieren, dass die Sonne am 0-Meridian im Zenith steht. Dann ist es in New York noch dunkel und in Beijing geht man um 12:00 Uhr eben ins Bett. So lassen sich weltweit alle Vorgänge viel besser takten. Das wäre doch was.

Zeitlose Grüße,

Dirk S

Gravatar: Hans Diehl

Dirk S. sagt.
Ich bin mir sicher, dass das den Alliierten Militärregierungen völlig schnuppe war. Also, ob die Deutschen nun ein Stunde länger im Hellen oder im Dunklen gesessen haben.

@ Dirk S.
Den Alliierten war das schnuppe, da haben Sie recht.
Die waren dafür auch nicht verantwortlich. Verantwortlich waren diejenigen, die die Versorgungsstruktur wieder mühselig aufbauen mussten.

Ich kann mich erinnern, dass für normale Haushalte stundenweise Strom abgeschaltet wurde, um die aufstrebende Wirtschaft halbwegs versorgen zu können.

Ich habe als Kind erlebt, daß wir neben dem Stromzähler einen Zettel hängen hatten, auf dem die Mutter den täglichen verbrauch notierte. Wir durften 30 Kwh im Monat verbrauchen. Wenn da im Hochsommer bei 30 Grad im Schatten am letzten Tag des Monats noch eine Kwh übrig war, wurde nicht der Kohlenherd zum kochen angeworfen, sonder elektrisch auf einer kleinen Platte gekocht.

Wenn damals von uns Kindern einer im Keller hatte vergessen das Licht auszumachen, war das eine mittlere Katastrophe.

Zum Vergleich, heute erzeuge ich die 30 Kwh Strom auf einer Dachfläche von 25 Quadratmetern an einem Tag.


@ Dirk S. sagt.

Haben Sie da einen Link? Irgendwie erscheint es mir unverständlich, die Nachschicht auf die Tagschicht vorzuverlegen, denn eigentlich dient die Nachtschicht dazu, die Maschinen besser auszulasten oder die Anlaufenergie (und -zeit) zu vermeiden. Würde mich interessieren.

@ Dirk S.
Entgegen meiner Gewohnheiten habe ich diese Quelle leider nicht gespeichert.
Ich hatte es damals so verstanden, dass die übermäßig viel Strom verbrauchen, der nachts wegen eines Sondertarifes sehr günstig war. Durch die Eigenerzeugung haben sie nun tagsüber nicht nur billigen Strom, sondern auch die Nachtzuschläge für die beschäftigten fallen weg.

Grund für die Nachtschicht war somit nicht die Maschinen auszulasten, sondern die billige Energie zu nutzen.

Gravatar: Dirk S

@ Hans Diehl

Zitat:"Den Alliierten war das schnuppe, da haben Sie recht."

Ist das nicht schön, dass wir mal einer Meinung sind? :-)

Ziat:"Verantwortlich waren diejenigen, die die Versorgungsstruktur wieder mühselig aufbauen mussten."

Ich würde mal sagen, dass die eben andere Sorgen hatten, als die Zeitumstellung bzw. die bei denen ganz unten auf der Liste stand. Würde mich wundern, wenn dem nicht so gewesen wäre.

Und Danke für die Nachkriegsgeschichte. Ist immer wieder interessant, so was zu hören. 30 kWh im Monat, ich denke, meine Frau und ich sind schon sparsam (~4kWh / Tag), aber bei uns würde das gerade für eine Woche reichen. Eigentlich erschreckend, was man alles so an Kleinstromfressern hat (ein paar Stunden Licht und TV schaffen vielleicht 1,5 kWh, wenns hoch kommt), die unter dem Strich viel Strom so mal eben vernuckeln.

Zitat:"Zum Vergleich, heute erzeuge ich die 30 Kwh Strom auf einer Dachfläche von 25 Quadratmetern an einem Tag."

Derzeit hoffendlich ein bisschen mehr. Ach ja, ich bin jetzt auch unter die Solarstromerzeuger gegangen und habe mir eine Powerbank mit Solarzellen zugelegt (man fängt klein an...). Mal sehen, ob die den Akku im Sommer mal nachgeladen bekommen. ;-)

Ziitat:"Entgegen meiner Gewohnheiten habe ich diese Quelle leider nicht gespeichert."

Schade, schade. Solche Sachen interessieren mich immer besonders. Wo dann auch mal um die Ecke gedacht wird.

Zitat:"Ich hatte es damals so verstanden, dass die übermäßig viel Strom verbrauchen, der nachts wegen eines Sondertarifes sehr günstig war. Durch die Eigenerzeugung haben sie nun tagsüber nicht nur billigen Strom, sondern auch die Nachtzuschläge für die beschäftigten fallen weg."

Ist jedenfalls die logischste Erklärung. Auch wenn es den Angestellten vielleicht wegen der wegfallenden Nachtzuschläge nicht unbedingt gefällt. Hoffendlich orientiert sich nicht die Bahn daran... ;-)

Sonnige Grüße,

Dirk S

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