Saudi-Arabien und der Mord in Istanbul

Der Mord von Istanbul hat eine Dimension, die die Chance zum Frieden für Generationen zerstören kann und wird, wenn Saudi-Arabien nicht zum Frieden im Nahen Osten herangezogen werden kann.

Veröffentlicht: | Kategorien: Blogs, Blogs - Empfohlen, Blogs - Politik | Schlagworte: Naher Osten, Saudi-Arabien, Türkei, USA
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Alles das, was man über internationalen Terrorismus und die Förderung desselben durch Kräfte aus diesem Land sagen könnte, ist bei der langen und breiten Blutspur entsprechender Aktivitäten gerechtfertigt. Dramatische Beispiele gibt es genügend. Ob es jemals  – und durch wen auch immer – eine Aufklärung des Mordes im saudischen Generalkonsulat in Istanbul geben könnte. wird fraglich bleiben. Allerdings gibt es eine dramatische Auswirkung des Mordes, die ein Land trfft, das ohnehin einen Leumund hat, der mehr ist als wüstenmäßiger Flugsand.

Man könnte also der Ansicht sein, daß es die richtigen Typen trfft, wenn die Spitze dieses Staates für das monströse Verbrechen offen oder verdeckt für diese Tat verantwortlich gemacht wird. Die westliche Presse schäumt geradezu über und das in einer Haltung, es den Saudis mal so richtig zu sagen. Sonst läßt man sich nur zu gerne „schmieren“, wie die in diesen Tagen auftauchenden Presseartikel zeigen.

Dennoch macht eines stutzig und das betrifft den „angeblichen Täter“, einen engen Verbündeten des Westens ganz allgemein und besonders der USA und Israels. Vor dem Zwischenwahlen am 6. November 2018 in den USA kommt „Istanbul“ zur rechten Zeit. Alles spricht dafür, daß die zweijährige Hass-Kampagne in den USA gegen den Präsidenten Trump sich für die Demokraten und das Komittee zur Vernichtung Trumps nicht auszahlen wird. Die Folge ist dann klar und das wird die „Viererformation“, bestehend aus Obama, Clinton. Soros und Merkel, bereits am Tag nach der Wahl am 6. November 2018 zu spüren bekommen. Dann geht ein transatlantisches Gespenst namens Trump um, dem die Wiederwahl in weiteren zwei Jahren nicht zu nehmen sein wird.

Nach diesem Wahltag, und das macht das bereits anvisierte Gipfeltreffen Putin-Trump mehr als deutlich, wird die Achse Trump-Putin-Nethanjahu aktiviert. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Nahen und Mittleren Osten.

Sollte es überhaupt einen Erfolg geben können, ist man händeringend und dringlichst auf „die Saudis“ angewiesen. Die werden aber gerade durch die weltweite Verurteilung geradezu „auf den Mond“ geschossen. Der türkische Präsident Erdogan hat in seltener Übereinstimmung mit dem amerikanischen Präsidenten Trump Elemente in die öffentliche Aufwallung gemischt, die nachdenklich machen. Der Mord von Istanbul hat eine Dimension, die die Chance zum Frieden für Generationen zerstören kann und wird, wenn Saudi-Arabien nicht zum Frieden im Nahen Osten herangezogen werden kann. Danach sieht es mit der schrecklichen Bluttat aus, jedenfalls aus der Sicht derjenigen, die Präsident Erdogan öffentlich angesrochen hatte.

Willy Wimmer, Staatssekretär a.D., 25. November 2018

 

 

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Gerstenmeyer

Wir brauchen die Saudis. Sein Majestät, König Salman ibn Abd al-Aziz und seine königliche Hoheit Mohammed bin Salman stehen innen- wie außenpolitisch für Kontinuität und Zuverlässigkeit.
Seine Majestät König Salman ibn Abd al-Aziz und seine königliche Hoheit Mohammed bin Salman sind sehr großzügige Männer. Beide zeigen, wie man ein Land führt und sie haben ihr Land im Griff. Die Menschen dort sind sehr fromm und sehr gottesfürchtig. So eine Monarchie wünsche ich mir auf der Basis unseres Christentums!
Und das sage ich als Islamkritiker.

Gravatar: Axel Gojowy

Hat nicht unser Bundespräsident "Messer in Journalistenfresse" kürzlich hoffähig gemacht?

Außerdem hat der "friedliche" Islam vom Christentum gelernt: foltern und vierteilen, die Streckbank sowie die hochnotpeinliche Befragung sind christlichen Ursprungs.

Gravatar: Mike der Motzbürger

Die Stabilität der Saudi-Monarchie ist genau der Grund, warum sie jetzt angegriffen werden.
Die Verhaftungswelle im Sommer hat viele der übleren und korrupteren Elemente des Saud-Haushaltes getroffen und entfernt. Ausserdem sind viele Reformen am laufen, die u.a. Frauen mehr Rechte zugestehen, was u.A. der muslimbruderschaft ein Dorn im Auge ist.

S.k.H. Mohammed bin Salman ist ein Gegner der Muslimbruderschaft, und somit auf der Abschussliste von Erdogan und den Mullahs und Ajatollahs des Iran.
Aus diesem Gesichtspunkt ist die aktuelle Situation eine logische Eskalation des schwelenden Konflikts und man kann davon ausgehen, dass Erdogan seine Vorteile daraus ziehen wird. Einer davon ist, dass Saudi Arabien jetzt viel Unterstützung aus Europa verliert.
Hoffen wir, dass Besonnenheit an der Tagesordnung ist, sonst kann sich hieraus ganz schnell etwas sehr hässliches entwickeln.
Und das sage ich als ebenfalls Islamkritiker.

Gravatar: caesar

Lieber Herr Wimmer ,
wir wären Ihnen sehr zu Dank verpflichtet wenn Sie uns über die Hintergründe des Vorfalls informiert hätten.
So wissen wir leider soviel wie zuvor.Nichts!

Gravatar: Elvi Stegner

Wurde er deshalb aus dem Weg geräumt?

"So kritisierte Jamal Khashoggi den saudischen Kronprinzen"
Im September 2017 verließ er Saudi-Arabien und ging ins Exil in die USA, im November 2017 schrieb er diesen Text für den SPIEGEL.
http://www.spiegel.de/spiegel/jamal-khashoggi-ueber-saudi-arabien-warum-duerfen-wir-heute-nicht-mehr-sagen-was-wir-denken-a-1232575.html

Jetzte erschien dieser bislang unveröffentlichte Text von Jamal Khashoggi in Langform

"Vergeltung erfolgt schnell, seit Mohammed bin Salman Kronprinz ist"

"Es war sein letzter Text, den er für den SPIEGEL schrieb und liest sich wie ein " spätes unheimliches Vermächtnis". Der Kronprinz habe Saudi-Arabiens politisches System auf den Kopf gestellt, er vertraue nur einem: sich selbst.

(für Abonnenten) http://www.spiegel.de/plus/jamal-khashoggi-wie-ein-unheimliches-spaetes-vermaechtnis-a-00000000-0002-0001-0000-000160311499

Gravatar: R. Avis

@Axel Gojowy: nö, gab's schon bei den alten Griechen. Lesen Sie mal die Sage von Prokrustes. Und was die Kreuzfahrer aus dem Heiligen Land mitbrachten, hat die Phantasie zusätzlich beflügelt. Was Engländer mit gefangenen Wikingern (Dänen) anstellten, wird meiner Ansicht nur noch durch die gute alte persische Praxis getoppt, dem Opfer die Augenlider abzuflämmen.
Wer das Christentum schlecht redet, kennt Azteken und Inkas nicht, Chinesen, Polynesier und andere Urvölker.

Gravatar: Karl Brenner

Das Gejammer über Jamal Khashoggi kann ich nicht nachvollziehen. Der Herr war bestimmt kein Heiliger.

Gravatar: Karl Napp

Es sollte unsere Leitpolitiker und Leitmedien mehr interessieren, wenn ein Sack Reis in China umfällt, als wenn in dem Konsulat eines islamischen Landes in einer islamischen Stadt ein islamischer Journalist auf islamische Weise umgebracht wird.

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